Tanulmányok Budapes Múltjából 11. (1956)
Ybl Ervin, A budai várpalota helyreállítása a XIX. század derekán
Leider musste, kaum 2 Monate nach der Eroberung die Stadt wieder aufgegeben werden und die Österreicher zogen neuerdings ein. Dem Bericht zufolge, welcher dem Obersthofmeister erstattet wurde, mussten zunächst die dringendsten Arbeiten ausgeführt werden, sodann verordnete der König am 17. November 1851 die Instandsetzung des ganzen Schlosses. Die Arbeiten wurden auf Grund der Pläne des Regierungsrats Schurer von Waldheim, des Direktors der Dikasterialgebäude begonnen, die innere Ausstattung konnte aber erst nach Beistimmung des Obersthofmeisters Fürst Liechtenstein in Angriff genommen werden. Diesbezüglich erhielt der Obersthofmeister am 3. September 1855 vom König die Ermächtigung, ausserdem war zur Ausführung der Pläne auch die vorhergehende Zustimmung des Finanzministers nötig. Das Ofner Schloss sollte zu einer, seiner Bestimmung würdigen Residenz ausgebaut werden. Franz Joseph genehmigte am 10. August 1852 980 000 Gulden, am 14. November 1853 neuerdings 592 600 Gulden, und am 14. August 1855 endlich noch 700 000, insgesamt also 2 272 600 Gulden zur Instandsetzung der Gebäude. Die vom Fiskus vorgeschossenen Kosten hatte Ungarn durch Erhöhung der direkten Steuer zurückzuzahlen. Zuerst wurde das untere Viereck, in dem Erzherzog Albrecht, der militärische und zivile Gouverneur des Landes wohnen sollte, dann der mittlere Teil, die Gemächer des königlichen Paares, endlich das obere Viereck mit der Kapelle und einem erzherzoglichen Appartement instandgesetzt. Gleichzeitig damit nahmen die Arbeiten an den Nebengebäuden ihren Lauf. August Pollack, der Sohn Michaels, Ludwig Kimnach und Matthias Zitterbarth waren die Bauunternehmer. Die Entwürfe bekamen sie aus Wien. Die plastischen Aufgaben wurden zum grössten Teil vom Hofbildhauer August La Vigne und die künstliche Marmorbekleidung von Hieronymus Moosbrugger ausgeführt. Im Sommer von 1853 starb Waldheim. Sein Nachfolger wurde Josef Weiss, Bauinspektor im Wiener Handelsministerium. Das zweistöckige Stöckl-Gebäude wurde schon von ihm, mit einem Kostenaufwand von 270 000 Gulden entworfen. Für die Decke des Prunksaales im mittleren Trakt wurden Fresken entworfen, deren ungarische historische Themen von Josef Teleki, dem Präsidenten der Akademie der Wissenschaften vorgeschlagen wurden. 1854 stand das untere Viereck des Palastes fertig, doch konnte Albrecht mit seiner Familie erst Ende Mai 1856 aus dem Sándor Palais, das den Pallavicini zurückgegeben wurde, in das Schloss einziehen. Die Entwürfe der neuen ebenerdigen Warte und der Gartenbauten sind noch Werke Waldheims. Die Mündung des aus der Raizenstadt heraufführenden Weges wurde im Schlosshof überwölbt, und mit einer romantischen Steinbrüstung ausgestattet. Auch das Wasserleitungsgebäude und seine Einrichtungen unten am Donauufer wurden erneuert, um geniessbares Wasser zu erhalten. Die Gesamtkosten betrugen 2 170 000 Gulden. Der instandgesetzte Palast bleibt, laut der übertriebenen Wertung von Weiss, nicht hinter den Gebäuden Fischer von Erlachs zurück. In der Mansarde des Mittelteiles kommt der romantische Stil schon deutlich zum Ausdruck. Die Innenausstattung der Säle wurde, nach dem Vorbild Schönbrunns, im Rokokostil gehalten, und obwohl mit ausgezeichnetem Geschmack entworfen, verraten besonders die Möbel den romantischen Geist der Jahrhundertmitte. Die weisse Holztäfelung prangt überall in vergoldeter Ornamentik, die Wände sind mit Seide tapeziert. Im Landesarchiv sind die Entwürfe der Decken und Wanddekorationen in zwei Mappen bewahrt. Der Prunksaal, — der spätere Thronsaal, — ist besonders prächtig mit seinen vergoldeten weissgelben Kunstmarmorwänden. Unter den Gemälden hoben sich besonders die grosse Leinwand »Die Schlacht von Zenta« des Wiener Malers Professor Eduard Engerth und die Darstellung der Krönung von 1867 hervor. Wertvolle Gegenstände des Kunstgewerbes fehlten leider überall. Obwohl der alte Flügel des Ofner Sclosses (später Burg) in seiner Gesamtheit eine Wiener Arbeit aus der Mitte des verflossenen Jahrhunderts ist, gehörte er dennoch zum Kunstbestand unserer Hauptstadt und seine Zerstörung ist daher ein grosser Verlust. 332