Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
4. Historische Zusammenfassung - 4.3. Zur Frage der Kontinuität in Aquincum (Klára Póczy, Paula Zsidi)
Einen Teil der städtischen Friedhöfe von Aquincum gab man mit dem Ende des 4. Jahrhunderts auf. Die Zahl der auch im 5. Jahrhundert benutzten Begräbnisstätten ist weitaus geringer und über ein bedeutend engeres Gebiet verteilt. Auf eine Karte projiziert zeichnet sich eindeutig die Dominanz der ehemaligen Militär- gegenüber der Zivilstadt ab. (Abb. 1.) Die im 5. Jahrhundert angelegten Bestattungen der Donauufer-Nekropole der Zivilstadt deuten entweder auf den Gebrauch des nahen Wachtturms oder der westlich davon in nächster Nähe gelegenen frühchristlichen Bauten hin (PÓCZY 1964/1, 68-69). Aus diesem Zeitalter stammende Grabbefunde kamen in der Szőlő utca, im südlichen Teil der ehemaligen Militärstadt, an der Westgrenze des oben geschilderten besiedelten Gebietes (PARRAGI 1984, PARRAGI 1993), sowie neuerdings in deren westlichem Teil, in der heutigen Vályog utca (MADARASSY 1998/2), zum Vorschein. Der erstgenannte, auch während der Awarenzeit (6.-9. Jahrhundert) fortlaufend genutzte Friedhof entstand zwischen den verfallenen Mauern der Porticus eines monumentalen römischen Gebäudes an der römerischen Hauptstraße. Die früheste Schicht des Gräberfeldes enthielt für das archäologische Material der spätrömischen Zeit und des 5. Jahrhunderts gleichermaßen typische Gegenstände (spätrömische Glanztonware, Keramik mit Einglättverzierung, vor Ort hergestellte und importierte Glasgefäße). Abb. 1. Spätrömische Gräberfelder mit Bestattungen des 5. Jahrhunderts im Gebiet von Aquincum (nach M. 1 NAGY 1993)