Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

3. Die Geographie Aquincums (Paula Zsidi)

(L. NAGY 1942/1, 380-382; SZILÁGYI 1968, 75), wurden von den Ergebnissen der neueren Forschungen bekräftigt bzw. ergänzt. 5 Auf die politische bzw. wirtschaftliche Bedeutung und strategische Wichtigkeit der Fernstraßen gesondert einzugehen, ist nicht notwendig, da diese aus der früheren Literatur bereits bekannt sind (L. NAGY 1942/1, 380; MÓCSY 1962/1, 663-667). Mit den neueren Forschungsergebnissen (FITZ 1990/1, PÓCZY 1998/1) hat sich der Stellen­wert des Straßenabschnitts Poetovio-Aquincum als Verlängerung der in Cremona beginnenden Via Postumia erhöht, dessen — vor allem wirtschaftli­che - Bedeutung für Aquincum wesentlich größer gewesen sein dürfte als früher angenommen. Der Verlauf der Route im Inneren der Provinz — am südlichen oder/und nördlichen Ufer des Balaton - ist vorerst umstritten. 6 Bedeutende Verkehrswege führten von Aquin­cum ins Barbaricum (L. NAGY 1942/1, 380-382; MÓCSY 1962/1, 667). Die Benutzung des Stra­ßenabschnitts Aquincum—Porolissum im Zeitraum nach den Markomannenkriegen erfuhr durch die gewachsene Zahl der in den letzten Jahren im Barbaricum zum Vorschein gekommenen römischen Funde bzw. die Dakienforschungen eine Aufwer­tung (GABLER-VADAY 1986, 45-47; M." NAGY 1997). Die entscheidende Rolle des Militärs beim Ausbau des Straßennetzes nicht nur im Inneren der Provinz und entlang der Grenze, sondern auch im Barbaricum ist bekannt (LŐRINCZ-VI S Y 1976, 201, Anm. 480). Ebenso kann man sagen, daß auch die im Gebiet von Aquincum beobachtete Tätigkeit zur Gestaltung des Stadtbildes und des damit einhergehenden Straßenbaus mit dem Militär zusammenhingen. 7 Die neueren Grabungsbeobachtungen haben unsere Kenntnisse in Bezug auf das Gefüge 5 Von den zahlreichen diesbezüglichen Beobachtungen künden die Grabungsberichte. 6 Ältere Meinungen hierzu: MÓCSY 1962/1, 664; E. TÓTH 1977/1 stellten neben der Route Savaria-Aquincum auch die Existenz der Straße Poetovio-Aquincum in Frage. 7 Z. B. über den Straßenbau der Militärstadt: MADARASSY 1999/1, 70. Über den Straßenbau in der Zivilstadt in Ver­bindung mit der Gestaltung des Stadtbildes im 2.-3. Jahr­hundert: ZSIDI 1997/1, 283; ZSIDI 2002/1. der Verkehrsrouten durch Aquincum erweitert. Besondere Erwähnung verdient, daß bei den Aus­grabungen am südlichen Rand der Canabae eine Pfostenstruktur zum Vorschein kam, welches auf Grund der Analogien als Straßenfundament zu werten ist (HABLE 1995, 28-29; HABLE 2002). Der Grund für die Verlegung des Straßenzuges auf Pfosten ist die tiefere Lage des Gebietes, das zudem ein Graben durchquerte. Eine Spur eines Straßenabschnitts ähnlicher Konstruktion kam in dem tiefer gelegenen Gebiet nördlich des Amphi­theaters in Aquincum zu Tage (LANG 2002/1). Natürliche Gegebenheiten, geographische Ortsnamen Die günstigen geographischen Bedingungen der näheren Umgebung von Aquincum - das sich verbreiternde Flußtal umgeben von Hügeln, die Hügel zerklüftende Bachtäler, reichlich sprudeln­de Thermalquellen - trugen dazu bei, daß dieses Gebiet schon in mehreren vorangehenden Zeital­tern ständig besiedelt war (T. NAGY 1973, 41). Äußerst wichtig vom Gesichtspunkt der römischen Topographie sind die geologischen Gegebenheiten des Gebietes, seine Orographie. Dies wurde auch von der früheren Forschung unterstrichen. Doch über konkrete Dokumente in dieser Hinsicht ver­fügen wir erst durch die Grabungsergebnisse der letzten Jahrzehnte sowie aus dem Gesamtüberblick der Resultate der in jüngster Zeit angelaufenen und immer öfter herangezogenen archäometrischen Forschungen (Bodenkunde, Geomorphologie, Geo­physik) . 8 Geologisch besteht das Gebiet, über dem sich die römische Zivilstadt, das Legionslager und die Militärstadt erhoben, aus holozänen Innundations­ablagerungen, aus Lehm- bzw. Sandschlick. 9 In 8 Kurz und informativ über die archäometrischen Forschungen im Rahmen der archäologischen Ausgrabungen in Aquincum: CHOYKE 1998/1. Gegenwärtig erfolgt, im Rahmen der OTKA-Forschungen (Nr. T 032263) und gemeinsam mit dem Geographischen Institut der UAW, die Zusammenstellung und Auswertung der bei den Grabungen in Aquincum angestellten geographischen und geomorphologischen Beobachtungen. Lei­ter des Themas sind Katalin Kérdő und Ferenc Schweitzer.

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