Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.4. Das Christentum (Klára Póczy)
Großteil der Provinz Valeria Superior erstreckt haben. Im Süden bildeten Sopianae bzw. Mursa die Grenze" - zitierte Lajos Nagy in seiner 1942 erschienenen Studie „Christentum-Kontinuität" (L. NAGY 1942/1, 780) die 1939 publizierte Meinung von Tibor Nagy (T. NAGY 1939, 227). Auf Grund der oben beschriebenen neuen Ergebnisse konnte Endre Tóth die vom Gesichtspunkt der frühen Christengemeinde in Aquincum so wesentliche Existenz des Bistums überzeugend begründen und neben den vier Diözesen Pannoniens auch Aquincum als Bischofsresidenz von Valeria in die Karte eintragen (E. TÓTH 1994, 245, 248-249, Abb. 1). Diese jüngste Zusammenfassung über das pannonische Christentum hat die Frage also bereits positiv beurteilt. Im Hinblick auf die spätkaiserzeitliche Geschichte Aquincums ist das Bestehen dieser Einrichtung allein deshalb wichtig, weil es im Zeitraum der Völkerwanderung, jeder bislang bekannten Angabe zufolge, die Diözese war, welche jahrhundertelang die lebenswichtigen Verwaltungsfunktionen in einem größeren Gebiet ausübte (SALAMON-BARKÓCZI 1978-1979, UBL 1982, 90) . 20 Der Bischof legte Reibereien zwischen den romanii, d. h. den Nachkommen der zurückgebliebenen, nicht abgewanderten Einwohnerschaft, und den neu eintreffenden, sich zeitweilig hier niederlassenden Völkern bei, indem er angemessene Lebensumstände schuf und die verschiedenen ethnischen Gruppen „heidnischer Religion" in einer neuen Glaubensgemeinschaft zusammenführte. Klára Póczy Vgl. den Abschnitt „Zur Frage der Kontinuität in Aquincum" (4.3.)