Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

8. Das religiöse Leben Aquincums im Spiegel der jüngeren Forschungen - 8.1. Die einheimischen Kulte (Klára Póczy, Krisztina Szirmai)

Abb. 1. Rekonstruierte Statue des Jupiter Optimus Maximus Teutanus vor dem M useumsgebäude Über andere einheimische Gottheiten liegen in Aquincum vorwiegend auf Grund des älteren Fund­materials nur sporadische Angaben vor, so dass sie hier lediglich der Vollständigkeit halber Erwähnung finden. So zum Beispiel über die Gottesmutter Sulevia und über Epona Augusta, die man in der alten Glaubenswelt als Beschützerin der Pferde und Packtiere verehrte (T. NAGY 1942, 391-392). 3 Eine neue Altarinschrift erwähnt die keltische Heil­göttin Sirona zusammen mit Apollo (POCZY 1980/ 2). (Abb. 2.) Im Jahr 210 stiftete der Präfekt des collegium centonarium dem selten auftretenden Gott Sedatus einen Altar, um sich seiner Mitwirkung bei 3 Zum Epona-Heiligtum der Zivilstadt s: K. Póczy, Aquincum polgárváros [Zivilstadt Aquincum]. (TKM 387) Budapest, 1990, 6. der Bekämpfung von Bränden zu versichern. Ein anderer lokaler Schutzgott, Genius Ciniaemus, wird auf dem Altarstein eines Beneficiarius zusammen mit Iuno genannt (ALFÖLDY 1963, 51-57). Eben­falls ein Beneficiarius ließ im Jahr 240 der lokalen Göttin Minitra einen Altar errichten (ALFÖLDY 1963, 51; k SZABÓ 2001, 62). Und an einem Steinrelief taucht zusammen mit den Unterwelt­gottheiten Dispater-Proserpina bzw. Serapis-Isis eine Göttergestalt mit Schlüssel auf, die hier Succellus darstellen soll (T. NAGY 1942, 393). Lokale Interpretation römischer Götter Über Silvanus, den die Forschung früher für eine der ältesten einheimischen Gottheiten Aquincums hielt (SZILÁGYI 1968, 118; T. NAGY 1973, 171), wurde in den vergangenen Jahrzehnten festgestellt, daß er norditalischen Ursprungs war (I. TÓTH 1967). Der italische Hirtengott erschien als älterer, bärtiger Mann mit Hund, in der typischen Mütze, einer gegürteten Tunika, einem kurzen Mantel und kurzen Stiefeln, in der rechten Hand mit einem Messer zum Beschneiden der Reben, in der Linken mit einem Blätterzweig oder mit Obst. Unter seinen Attributen findet man in Aquincum zuweilen auch Abb. 2. Altar für Sirona-Apollon aus dem Quellheiligtum des Aquädukts der Zivilstadt

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