Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.2. Die Innendekorationen der Gebäude (Orsolya Madarassy, Paula Zsidi)

Die in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren in der Zivilstadt freigelegten Wandmalereien kamen vorwiegend bei durch Bauvorhaben bedingten Rettungsgrabungen zum Vorschein. In ihrem Fall erfolgte vorerst eine Konservierung und Auswahl. Fragmente eines Wandgemäldes aus der Periode vom Ende des 2. bis Anfang des 3. Jahrhunderts fand man in einem Gebäude mit Veranda, das beim nördlichen Stadttor auf der Ostseite der aus der Zivilstadt führenden Straße stand (ZSIDI 2000/2, 135, 143-145, Abb. 1-5). Das Beson­dere an diesen Wandmalereien sind der plastisch hervorgehobene Sockelteil (Abb. 13.) und die das Mittelfeld teilenden, ebenfalls plastischen Halb­säulen. 8 (Abb. 14.) Der Sitz des Feuerwehrkol­legiums in Aquincum (collegium centonariorum) war schon früher bekannt, seinen Grundriss hatte Lajos Nagy erforscht. Bei Nachgrabungen in die­sem Gebiet wurden auf der Südseite zwei weitere Räume entdeckt, in deren unter dem späteren 7 Den Gedanken warf Árpád Kardos auf, s. den in Vorberei­tung befindlichen Band über die 2001 in Budapest veran­staltete AIPMA Tagung. 8 Das Wandgemälde wird von Mirtill Magyar (ELTE, Ins­titut für Archäologie) im Rahmen einer PhD Dissertation aufgearbeitet. Fußbodenniveau befindlichen Planierungsschicht Bruchstücke von Stuck und zusammenhängenden Wandmalereien zu Tage kamen (ZSIDI 1998/4, 91-92; ZSIDI 2000/2, 135-136), und zwar neben Stücken mit grünen Pflanzen- und roten geometrischen Mustern auf weißem Grund auch rosafarbig abgestimmte Stücke, die auf figurale Bemalung hindeuten. Zusammenhängende Frag­mente von Wandbemalung enthielt die Schutt­schicht im Hof des Badegebäudes, das vermut­lich an die Ostseite der außerhalb der südlichen Stadtmauer freigelegten Herberge (deversorium) grenzte (ZSIDI 2000/2, 136, 146-147, Abb. 6-8). Die perspektivisch dargestellten Deckenteile der Wandbemalung gliederten breite, rotgelbe und schmale, schwarzrote Streifen, welche gelbbraune Pflanzenornamentik auf weißem Grund ausfüllte. In den durch rote Streifen getrennten Feldern des aufgehenden Teils befanden sich, gleichfalls auf weißem Grund, grüne Pflanzenmuster und größere figurale Darstellungen (MAGYAR 2003). Unter den aus dem stadtnahen Teil des Ter­ritoriums des Municipiums Aquincum bekannten Villengütern wurden bis zur jetzigen Forschungs­periode nur in der Villa am Csúcshegy Wand­malereien gefunden (L. NAGY 1937/2, 45-46). Abb. 15. Fragment einer Wandmalerei aus der Villa südwestlich der Zivilstadt - Periode 1. Abb. 16. Rekonstruktionszeichnung von einem Wandgemälde des Villengebäudes südwestlih der Zivilstadt — Periode 1. (nach A. Kirchhof)

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