Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)

7. Kunstdenkmäler aus den jüngeren Forschungen - 7.1. Die Steinbearbeitung in Aquincum (Krisztina Szirmai)

einem das Brustbildfeld ablösenden Lorbeerkranz geschmückten Grabdenkmäler auf, unter anderem der Grabstein des Legionärs M. Fulvius Secundus (T. NAGY 1971/3, 107-108.). Die Grabtafel des Reitersoldaten Reginus, der in der ala Auriana I. diente, knüpft an die sog. Steine vom Vigadó tér an (T. NAGY 1971/3, 110). Dieses Denkmal ist jedoch ein Grabstein vom Typ Noricum. Ala- und Legionswerkstätten in der Canabae (1. Jahrhundert - Mitte 2. Jahrhundert) In der Canabae neben dem Óbudaer Legi­onslager wurde im 1. Jahrhundert ebenfalls eine Steinmetzwerkstatt betrieben, die bis zur Ankunft der legio X. Gemina tätig war. Hier ist der Grabstein des Reitersoldaten T. Fl. Bonio der ala Frontoniana zu erwähnen. Dieses Grabdenkmal entstand entweder in der Werkstatt der Legion oder in der von ihr beeinflussten Alawerkstatt (T. NAGY 1971/3, 110-111). Außerdem zählen wir hierzu noch ein Marmorgrabmal vom Ende des 1. Jahrhunderts bzw. aus der Zeit der Jahrhundert­wende, das vermutlich — auf Grund der typischen Dekorationen - ein oberitalischer Wandermeister angefertigt hat. Das sog. Windgott Protome­Grabsteinfragment mit Nische entstand Ende des 1. Jahrhunderts oder um die Jahrhundertwende wahrscheinlich schon von der Hand eines der Nachfolger des italischen Meisters (T. NAGY 1971/3, 113). An den in der Óbudaer bzw. Budaer (Víziváros) Alawerkstatt gefertigten Grabsteinen der Einheimi­schen erschienen gemeinsam die Darstellung von Männern in Toga und daneben von Frauen in der charakteristischen, durch Schmuck ergänzten keltisch-eraviskischen Tracht. Sogar Reiter- und Wagenszenen kamen im Repertoire der Werkstatt vor (u. a. Grabstein des Scorilo oder Matoma­rus). Diese Grabsteine, Arbeiten der Alawerkstät­ten, sind die an den Beginn des 2. Jahrhunderts zu datieren (T. NAGY 1971/3, 110; BARKÓCZI 1983, 57-66). Nachdem man das Lager in der Víziváros auf­gegeben hatte, wurden auch die Alawerkstätten geschlossen und den Steinmetzen in der Werk­statt der Legion oder einer anderen Alawerkstatt Arbeit zugewiesen. Das belegen unter anderem die kranzverzierten Grabsteine des 77. Claudius, Satto und Bebius Valens aus dem trajanisch-hadriani­schen Zeitalter (T. NAGY 1971/3, 110). Fast parallel zu diesen Werkstätten nahm um 110 in der Canabae eine neue Steinmetzwerkstatt der Legion ihre Tätigeit auf, die ebenfalls italische Vorbilder verwendete. Die einfacher ausgeführten Grabsteine des Valerius Crescens und der Sabina spiegeln den Einfluss dieser Werkstatt wider, zu deren Arbeiten auch der Grabstein mit Kranz und palmettenverzierten Ecken gehört (T. NAGY 1971/3, 114). Die Werkstatt bestand nur kurze Zeit. An ihrer Stelle nahm man in den späteren Jahren der Herrschaftszeit Hadrians eine neue Werkstatt in Betrieb, die ebenfalls mit italischen Traditionen arbeitete. Das wird an dem Grabstein des Hornisten Aelius Quintus deutlich, wobei hier auch schon das Bildfeld mit zwei Gestalten bzw. der Opferszene erscheint. Das Denkmal entstand in den 30er-40er Jahren des 2. Jahrhunderts. Auch der hadrianische Grabstein des P. Aelius Mestrius optio ist an diese Werkstatt zu binden (T. NAGY 1971/3, 115). Im Zeitalter der Antoniner tauchte am Grabstein des Veteranen P. Aelius Lucus ein neuer Typ der Darstellung einer stehenden Gestalt auf. Diesen „barockisierenden" Stil mit Victoria und Geniusgestalten zeigen sowohl die Grabdenk­mäler des M. Furius Rufus und des Zenturionen Flavius Magnus, als auch die Inschriften aus dem Militäramphitheater. Daneben werden hier weiter­hin die sog. Einheimischen-Grabsteine hergestellt, und auch die medaillonförmigen Grabdenkmäler sind Produkte der Werkstätten der Militärstadt (T. NAGY 1971/3, 117-120). Steinmetzwerkstätten der Zivilstadt (2.-3. Jahrhundert) Denkmäler der Steinbearbeitung in Aquincum im 1. Jahrhundert sind aus diesem Gebiet noch nicht bekannt. Bei den frühesten Grabsteinen, die aus dem frühen Gräberfeld der Zivilstadt (Aranyhegyi-árok) stammen, handelt es sich bereits um Werke der lokalen Werkstatt. Eines der schönsten Stücke die-

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