Póczy Klára: Forschungen in Aquincum 1969- 2002 (Aquincum Nostrum 2. Budapest, 2003)
5. Die neuen Ergebnisse der topographischen Forschungen - 5.5 Nutzung der zur Siedlung gehörenden Gebiete - 5.5.1. Die Gräberfelder von Aquincum (Judit Topál)
Abb. 1. Die Gräberfelder von Aquincum: 1. Gräberfeld beidseitig der Limesstraße (1.-2. Jh. n. Chr.), 2. Westfriedhof an der Bécsi út (Ende 1.-4. Jh.), 3. Nordfriedhof der Militärstadt (Kaszásdűlő-Raktárrét) (2.-4. Jh.), 4. Nordfriedhof der Militärstadt (?) (Benedek Elek u.) (Ende 1.-4. Jh.), 5. Zeitweilig genutztes nördliches Gräberfeld der Militärstadt (Ladik u.) (Ende 1.-2. Jh. -Anfang 3. Jh.), 6. Zeitweilig belegtes westliches Gräberfeld der Zivilstadt (längs des Aranyárok) (Ende 1. Jh.—Anfang 2. Jh.), 7. Friedhof nördlich der Zivilstadt (Csillaghegy) (2. Jh.), 8. Südfriedhof der Zivilstadt (2.-4. Jh.), 9. Ostfriedhof der Zivilstadt (Gasfabrik) (2.-4. Jh.) de kamen in schmalen Streifen zu beiden Seiten der Limesstraße zahlreiche Bestattungen ans Licht, leider zumeist ohne verwendbare Dokumentation. Einige frühe Grabsteine 5 und Sarkophage (60-90 n. Chr.) für Reitersoldaten (hauptsächlich ala I Hispanorum) lassen sich an die dem Legionslager vorausgehenden Alenkastelle (auch das Lager der ala I Tungrorum Frontoniana) anschließen. Ebenfalls zum Alenlager der Víziváros 6 (Bem tér - Csalogány u., KÉRDŐ 1997/1) gehören vermutlich die jüngst unter dem Corvin tér entdeckten Gräber (HABLE 1998, HABLE-BERTIN 1998), obwohl man das Lager nach 107 nicht mehr benutzt hat. 5 Z. B. Lapid. Aq. Inv. Nr. 63.10.98 = NÉMETH 1999/2, Nr. 21; SZILÁGYI 1937, 275 ff.; Lapid. Aq. Inv. Nr. 63.10.150 = NÉMETH 1999/2, Nr. 22 mit Literatur; Lapid. Aq. Inv. Nr. 66.11.45 = KUZSINSZKY 1934, 210, 158; CIL III 15163 = Inv. Nr. 63.10.19 = NÉMETH 1999/2, Nr. 23. 6 Zur Lokalisierung des Lagers s. Den Abschnitt „Das Alenlager und Vicus der Víziváros" (5.2.1.1.). Einzelne (die nördlichsten) Teile dieses Gräberfeldes (Zsigmond tér und Umgebung, berühmtestes Grab ist der Lupus-Sarkophag) 7 durften auch die unter Domitianus (81-96) in Aquincum stationierte legio II Adiutrix sowie die sich rasch entwickelnde Militärstadt nutzen (FACSÁDY 1996). Aber im letzten Jahrzehnt des 1. Jahrhunderts entwickelte sich das große westliche Gräberfeld der Canabae legionis (Bécsi út), das in Süd-Nord Richtung in einem rund 2,5 km langen, wenn auch nicht zusammenhängenden, 40 m (Bécsi út 98-104) bis 200 m (Bécsi-Farkastorki út) breiten Streifen (das hing von der Höhe und dem geomorphologischen Zustand des ihn im Westen begrenzenden Hügelzuges ab) bis zum Ende des 4. Jahrhunderts belegt wurde. 8 In den südlichs7 Lapid. Aq. Inv. Nr. 64.10.38, mit einer epikureischen Inschrift in Versform und dem Namen des Dichters LVPVS (NÉMETH 1999/2, Nr. 183, mit Literatur). 8 Erste Erwähnungen: Grabinschrift CIL III 3549 = RD 84; gefunden: 1851, inventarisiert: 1855, im Nationalmuseum, Paur, Pester Zeit, 11. Okt. 1861; F. Römer, Magyar régészeti krónika [Ungarische archäologische Chronik]. Archaeologiai Közlemények 7 (1868) 193; F. Rómer, Egyveleg. ArchÉrt 2 (1869) 314 ff.