Budapest Régiségei 40. (2007)

TANULMÁNYOK - Benda Judit: Fazekasműhely a 18. századi Vízivárosban = Eine Töpferwerkstatt in der Budaer Wasserstadt des 18. Jahrhunderts 295

BENDA JUDIT VIDA 1999 WARTHA 1892 Társadalomtudományi Tagozat 2003. évi esszépályázatának kiemelt I. díjas pályamunkája, www.kutdiak.hu/uj/56-6243.php VIDA Gabriella: A miskolci fazekasság a 16-19. században. In: Offi­cina Musei 8. Miskolc, 1999. WARTHA Vince: Az agyagipar technológiája. Bp., 1892. EINE TÖPFERWERKSTATT IN DER BUDAER WASSERSTADT DES 18. JAHRHUNDERTS Wir haben bei der Ausgrabung auf dem Grundstück im II.Bezirk der Hauptstadt, Kapás utca 21-25 eine Töpferei freigelegt. In dieser Straße sind laut historischer Angaben Bürger von kroatischer und deutscher Nationalität abgesiedelt worden. Es sind die Grundmauer des Barockhauses, sowie eine große Zahl hier produzierter Ausschuss­Keramikscherben zum Vorschein gekommnen. Die Wände der Werkstatt aus gelbem Sandstein wurden in Lehm eingemauert. Das Gebäude hatte in seiner ersten Bauperiode drei, in der zweiten aber schon vier Zimmer, die man später in kleinere Räume aufgeteilt hat. In der Mitte des 20. Jahrhunderts ist dann ein Keller aus Beton am Ende des Hauses angebaut. Der Boden ist ebenfalls aus gelbem Lehm. Im Raum 2 sind sogar der Abdruck der Töpferscheibe, die Stelle, wo der Ton geknetet wurde und das Regals zum Austrocken der fertigen Gefäße gut erkennbar. Einige Funde deuten auf Glasurbeschichtung. Wir haben auf dem Lehmboden einen Groschen aus dem Jahre 1782 gefunden: er ist auf deutschem Boden geprägt worden. Vor der Auflösung hat die Werkstatt angeblich vier Öfen gezählt. Der Brennofen soll hinter dem Haus gestanden haben, aber die Spuren von diesem haben wir nicht gefunden. Die Tonerde wurde aus der Nähe geliefert. Zu den typischen dekorierten Irdenwaren gehören die Teller. Ein paar Stücke sind mit Blumenmotiv bemalt, andere mit eingeritzter Kammverzierung versehen. Desweiteren einige sind mit dickflüssiger Glasur dekoriert, wiederum andere monochrom glasiert. Schließlich finden wir welche auch von den sog. „moosigen". Unter den Töpfen unterscheiden wir zwei Gruppen. Zu der ersten gehören die mit körniger Wand und ausbiegendem Rand, zu der zweiten die sogennnaten „Leintöpfe" mit Kragenrand. Wie die Beine der Töpfe und der Pfannen befestigt worden sind, hängt von der Größe der Gef ässe ab. Auch die Form der Handgriffe weist eine große Mannigfaltigkeit auf. Die Nachttöpfe haben einen Kragenrand und sind gelb oder grün glasiert. Die Spülgefäße sind tief konkav geformt, glasiert und sie haben am Rande zwei Henkel. Die Verzierung der Deckel ist ähnlich wie die der Teller. Von Pokalen, Tassen und Siebeschalen sind es nur wenige Scherben aufgefunden worden. Das Spielgeschirr ist die verkleinerte Nachahmung jenes der Erwachsenen. Unter den Ofenkacheln sind einige einfach verzierte Stücke, mitunter einige in dem damals modernsten, klassizistischen Stil. Wir haben sogar vor Ort produzierte Keramien gefunden, die zum Ausbrennen der Töpfe nötig waren. Unter den Funden gab es angekaufte Töpfe aus den Werkstätten der Habaner (auch Haushaben). Ähnliche Werkstätte sind in der Nachbarstraße (Budapest, IL Bezirk, Csalogány utca) und in dem bereits abgebauten Stadteil Tabán schon vor dem 2. Weltkrieg freigelegt worden. Von bemalten Tellern mit ähnlichem Charakter sind Publikationen von den Ausgrabungen in Mórágy erschienen - das Dorf ist übrigens im 18. Jh. mit deutschen Bauern und Handwerkern bevölkert worden. Weitere Analogien finden wir in der Nähe in Szekszárd, Baja, Harta, Siklós sowie ferner in Székesfehérvár, Visegrád und Miskolc. Die Urheimat der neuen Ansiedler war Hessen und Baden-Württenberg, wo in einigen Dörfern Töpfe von gleichem Charakter und gleicher Verzierung hergestellt worden sind. 304

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