Budapest Régiségei 40. (2007)

TANULMÁNYOK - Bertalan Vilmosné: Corrardus „procurator operum domine regine ... senioris" = Meister Corrardus, der Leiter der Bauarbeiten und Bauwerkstatt von Köngin Elisabeth 157

BERTALAN VILMOSNÉ CORRARDUS „PROCURATOROPERUM DOMINE REGINE ... SENIORIS" Meister Corrardus, der Leiter der Bauarbeiten und Bauwerkstatt von Köngin Elisabeth Die bedeutendsten Bauarbeiten im mittelalter­lichem Buda, d. h. der Umbau der Marienkirche (Abb. 1, 2), des Klarissenklosters (Abb. 1, 9), der Burg der Königin (Abb. 1,5), der Bau der Markthalle (Abb. % 10) sind mit dem Namen von Königin Elisabeth, der Witwe von Karl Robert verbunden. König Ludwig I. hat in seinem Patentbrief vom 7. Januar 1343 die Burg von Óbuda samt Maut und alle Einnahmen an seine geliebte Mutter, Elisabeth verschenkt, damit sie lebenslang oder so lange sie Lust hat dort leben soll. So hat Elisabeth hier, in Óbuda im Jahre 1343 mit der Einrichtung der eigenen Witwenkurie angefangen. Ludwig I. hat Óbuda im Jahre 1355 wegen dem Zwist mit dem Kaplan - auf den Vorschlag einer Komitee von geistlichen und weltlichen Vornehmen ­zwischen seiner Mutter und dem Kaplan geteilt. So ist der südliche Stadtteil in den Besitz der Königin gekommen, während der nördliche Teil auch im weiteren das Gut des Kaplans geblieben ist. (Abb. 1.) Elisabeth hat nach dieser Regelung von 1355 in der Burg von Óbuda gelebt, sie ist 1380 in dem von ihr gestifteten Klarissenkloster, in der Kapelle Corporis Christi begraben worden. (Abb. 9) Der Leiter der Bauarbeiten von Königin Elisabeth und der Bauwerkstatt selbst hieß Corrardus Theotonicus. Der eingewanderte deutsche Meister und seine Werkstatt soll sich um 1340 in Óbuda niederlassen haben, und zwar in dem östlichen Stadtteil der Händler und Handwerker, im sog. Ko­vács vicus des 11-12. Jahrhundertes, d.h. in dem, das nach 1355 im Besitz der Königin gewesen ist. Es ist uns gelungen, einen Teil seines Hauses, ein Stück vom Keller zu identifizieren. Es soll nach der Urkunde aus dem Jahre 1374 zwischen den mittelalterlichen kleineren und größeren Straßen, nördlich von dem Klarissenkloster, d.h. zwischen den heutigen Kiskorona und Mókus Straßen gestanden haben. (Abb. 2) Corrardus Theotoniucus hat sich als Vorbild das Heiligkreuzmünster in Gmünd, den Erfurter Dom und die Marienkirche in Mühlhausen gewählt. Gleichzeitig ist er aber auch den Traditionen anderer süd-deutschen Kirchen gefolgt. Diese sind in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit einer gewissen süd- und nord­französischen Wirkung gebaut, bzw. umgebaut worden. 162

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