Budapest Régiségei 36. (2002) – In memoriam Rózsa Kalicz-Schreiber (1929-2001)

Szathmári Ildikó: Neue Angaben über die Funde der Vatya-Kultur in der Umgebung von Szigetszentmiklós = Újabb adatok a Vatya kultúra Szigetszentmiklós környéki leleteiről 235-246

NEUE ANGABEN ÜBER DIE FUNDE DER VATYA-KULTUR IN DER UMGEBUNG VON SZIGETSZENTMIKLÓS nem Grab (aus mehreren Gräbern?) des in Felsőtag entdeckten großen Gräberfeldes stammen. 16 BESCHREIBUNG DER FUNDE: 1. Napf mit ausladendem Rand, geschweiftem Hals und leicht länglichem Körper. Der Bandhenkel schließt sich dem Rand an und überbrückt den Hals. Unverziert, grau. H: 7,8 cm, Rdm: 7 cm, Bdm: 3,7 cm (Abb. 2. 1). 2. Bronzedolch mit Griffplatte. Auf der ovalen, leicht eckigen Griffplatte sind drei Niete zu sehen. In der Mitte der Klinge läuft eine kantenartige Längs­rippe. Auf der einen Seite ist die Klinge fragmentiert. L: 12,7 cm, max. Br: 4,7 cm (Abb, 4. 1). 3. Bronzenadel mit großem, eingerolltem Schau­felkopf und mit langem Stiel. Die Ränder des Kopf­teils sind beschädigt. L: 19,9 cm (Abb. 3. 1). 4. Bronzeanhänger. Zwei halbmondförmige Anhän­ger mit offenem und eingerolltem Ende. Wahrschein­lich gegossene Exemplare. H: 4,9 cm, 4,6 cm, Br: 4,1 cm, 3,7 cm (Abb. 3. 2-3). 5. Bronzeanhänger. Herzförmiger Blechanhänger mit eingerolltem Ende. Verziert: an den Rändern um­laufend punzierte Verzierung, auf der waagerechten Mittelachse drei von hinten ausgedrückte Buckel, zu denen ein vierter Buckel auf der senkrechten Mit­telachse kommt. H: 5 cm, Br: 5,3 cm (Abb. 3. 4). 6. Bruchstück eines Bronzeanhängers. Fragment eines aus Draht ovalen Querschnitt gebogenen Bril­lenspiralanhängers. Durchm.: 1,7 x 1,75 cm (Abb. 2. 13). 7. Bruchstück eines Bronzehalsringes mit rundem Querschnitt. Massiv, verjüngt sich nach dem einen Ende. L: 3,4 cm, Durchm.: 0,6 cm (Abb. 2. 14). 8. Bronzespiralperle. Aus einem Draht mit rundem Querschnitt gewickelt. L: 1 cm, Durchm.: 0,4 cm (Abb. 2. 12). 9. Bronzebleche mit eingerolltem Rand und ihre Fragmente. Sie sind trapezförmig oder haben paral­lele Seiten. Die Ränder wurden eingerollt (Abb. 2. 15-18, Abb. 4. 2-5). Der Rand eines der Bleche wurde doppelt eingerollt. 10. Bronzeknöpfe aus Blech. Kalottenförmige Exem­plare. Beide Ränder durchlocht. Durchm.: 1,3-2,7 cm (Abb. 2. 2-11). 16 UNM, Vorgeschichtliche Sammlung, Inv. Nr.: 2001.3.1-16. Nicht nur die Fundumstände, sondern auch die Umstände ihres Gera­tens in das Museum sind ungewiß. Sie befanden sich mit der erwähnten Fundortbenennung in der archäologischen Sammlung uninventarisiert in einer Schachtel, in der auch eine, Aschen enthaltende Tüte mit der Handschrift von Amália Mozsolics lag. Heute können wir nur annehmen, daß diese Funde mehrere Jahre vorher von Amália Mozsolics übernommen wurden, und sie - heute schon aus nicht klarem Grund - in der archäologis­chen Sammlung „Verlagen". 11. Bronzeblechröhrchen. Es ist nicht auszuschlie­ßen, dass es Bruchstücke von Blechen mit eingeroll­tem Rand sind. L: 2,5-5,6 cm (Abb. 4. 6-8). 12. Knochennadel und ein Bruchstück. Aus Vogel­bein geschliffene Exemplare mit sich verjüngenden Enden. Der unbeschädigte Fund wurde oben durch­locht. L: 8,1 cm bzw. 3,4 cm (Abb. 4. 9-10). Trotz der ungewissen Zusammengehörigkeit kann das behandelte Fundmaterial schon auf den ersten Blick gut datiert werden, und seine kulturelle Lage ist eindeutig bestimmbar. Sowohl das Gefäß als auch die einzelnen Bronzegegenstände passen ihrem Typ nach in das Fundmaterial der frühen Phase der Vatya-Kul­tur. Außer den um die Funde platzierten mensch­lichen Aschen sprechen auch die Vielfalt und Menge der Bronzegegenstände dafür, dass es sich da um ein Grab oder vielleicht mehrere Gräber handelt. Einer der am häufigsten vorkommenden Grabfunde der frühen Vatya-Kultur ist der kleine Trinknapf. Diese einhenkeligen, schlankeren oder bauchigeren Gefäße, meist von gleicher Größe und mit S-Prof il, sind beina­he in allen Bestattungen anzutreffen. Obwohl diese unverzierte Napfform in erster Linie unter den Grab­funden der frühen Vatya-Kultur vorkommt, taucht sie manchmal bereits in den Bestattungen der späten Nagyrév-Kultur auf, natürlich in Begleitung von charakteristischen Nagyrév-Krügen. 17 Die besten Pa­rallelen des jetzt veröffentlichten Napfes sind aus dem Fundmaterial der Gräberfelder von Kulcs, Ercsi, Duna­újváros 18 und den in Szigetszentmiklós-Felsőtag auf­gedeckten Gräbern der Vatya-Kultur bekannt. 19 Mit Ausnahme des Bronzedolches repräsentieren die behandelten Bronzegegenstände die Schmuck­und Trachtmode der Ende der Früh- und Anfang der Mittelbronzezeit im mittleren Donaugebiet lebenden Völker. Ein Teil der zur Halskette bzw. zum Brust­und Kopfschmuck gehörenden oder vielleicht zur Dekoration der Bekleidung dienenden Bronzefunde, wie das Bronzespiralröhrchen (Perle) (Abb. 2. 12) oder die Bronzeblechknöpfe (Abb. 2. 1-11), sind allgemeine Produkte des bronzezeitlichen Metallgewerbes und können weder an Kulturen noch an Epochen geknüpft werden. Zugleich haben sich in den letzten Jahren die authentischen Angaben über ihre Rolle bei der Tracht glücklicherweise. In Solt-Szőlőhegy fand man in einem gestörten Grab Bronzeschmucksachen auf dem Schädel. Unter den trapezförmigen, in zwei Reihen angeordneten Blechen mit gerolltem Rand lagen Bronzespiralröhrchen. Die andere, ebenfalls auf 17 KALICZ-SCHREIBEK 1995. 30. t. 4, 40. t. 7; VICZE 2001. PI. 2, 6; BONA 1960. PI. II. 6. 18 BONA 1975. Tf. 1, 4, Taf. 3, 5, Taf. 4, 3; BANDI 1965-1966. PI. II, 3, Taf.. III, 4-5; VICZE 2001. PI. 47, 6, PI. 57, 4. « KALICZ-SCHREIBER 1995. 62. t. 3, 64. t. 3, 74. t. 2. 237

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