Budapest Régiségei 34. (2001)

STUDIEN = TANULMÁNYOK - Pochmarski, Erwin: Zur Ikonographie und Chronologie der römischen Sarkophage aus Brigetio 201-221

Septimius Severus. Das municipium Brigetio ist nach MÓCSY 1974. 225 aufgrund der Inschrift (CIL III 4335; RIU II 604) zu einem nicht genauer bekannten Zeitpunkt gegen die Mitte des 3. Jh. n. Chr. zur colo­nia erhoben worden. Daraus ergibt sich für den Sarkophag eine Datierung in die 1. Hälfte des 3. Jh. n. Chr. Nr. 4: Bei dem Verstorbenen T. Flavius lulianus handelt es sich um einen ehemaligen centurio der legio I adiutrix pia fidelis. Die Legion erhielt den Ehrennahmen pia fidelis unter Trajan (RITTERLING 1925. 1389f.: zwischen 98 und 117 n. Chr.); sie kam entweder in den letzten Regierungsjahren Trajans (MÓCSY 1962. 616: nach 114 n. Chr.; BARKÓCZI 1976. 89) oder zu Beginn der Regierungszeit Hadrians (RITTERLING 1925. 1392: 118/119 n. Chr.) nach Brigetio und blieb hier bis in die Spätantike (BARKÓCZI 1976. 89). Damit können Militärinschrifen der legio I adiutrix nur einen termi­nus post quem ab Ende der Regierung Trajans liefern, der für die Datierung der Sarkophage nichts hergibt. Die Flavii tauchen in Brigetio erst nach Marc Aurel auf: vgl. BARKÓCZI 1964. 272. Nr. 6: Das Gentilnomen des Verstorbenen M. Aurel[l]ius Chrysus könnte nach den Beobachtungen von BARKÓCZI 1964. 272 über die Zuname aus dem Orient nach Brigetio gekommener Aurelii seit Marc Aurel und Caracalla einen Datierungshinweis enthal­ten. Allerdings handelt es sich wieder nur um einen terminus post quem. Nr. 7: Der Stifter Valerius Veratius, veteranus ex beneficiario consularis gehörte zum officium des legá­tus legionis (vgl. DOMASZEWSKI-DOBSON 1967. 38), dürfte also trotz des Fehlens des Legionsnamens am ehesten mit der legio I adiutrix in Zusammenhang zu bringen sein, was allerdings wieder nur einen ter­minus post quem liefert (vgl. Nr. 4). Nr. 8: Der in der nur fragmentarisch erhaltenen Inschrift genannte Sabinianus ist uns mit vollem Namen (L. Antonius Sabinianus) durch eine Inschrift auf einem Altar (CIL III 4363 = 11079; RIU I 284) bekannt, in der er als cornicularius legati legionis I adiutricis piae fidelis Severianae bezeichnet wird, woraus sich ein Datierungshinweis auf die Regierungszeit des Alexander Severus ergibt (vgl. BARKÓCZI 1944^5. 190; POCHMARSKI 1998. 195 Nr. 37). Nr. 9: Der Stifter C. Petronius Nu(n)dinus bezeich­net sich als Augustalis des municipium Brigetio: vgl. Nr.3 (vgl. POCHMARSKI 1998. 193 Nr. 38 mit falscher Auflösung des Namens). Nr. 10: Der Stifter P. Aelius Traianus bezeichnet sich als decurio des municipium Brigetio: vgl. Nr. 3 (vgl. POCHMARSKI 1998. 193 Nr. 41), über die Zunahme der Ulpii - der Name der Grabinhaberin lautet Ulpia Martina - und Aelii in Brigetio seit Marc Aurel (vgl. BARKÓCZI 1964. 272). Nr. 13: Bei dem Stifter Septimius Victor handelt es sich um einen centurio der legio I adiutrix: vgl. Nr.4; sein Gentilnomen und das seiner Frau Septimia Victorina weisen auf eine Verleihung des Bürgerrechtes unter Septimius Severus, woraus sich allerdings wieder nur ein terminus post quem ergibt. Nr. 14: Der Stifter M. Aurelius Antioc(h)ianus bezeichnet sich als decurio des municipium Brigetio: vgl. Nr. 3 zum municipium Brigetio (vgl. POCHMARSKI 1998. 194 Nr. 62) bzw. Nr. 6 zu den orientalischen Aurelii. Nr. 15: Der Verstorbene M. Aurelius Polideucus wird in der Inschrift als decurio des municipium Brigetio bezeichnet: vgl. Nr.3 (vgl. POCHMARSKI 1998. 194 Nr. 63) und Nr. 6 zu den orientalischen Aurelii. Nr. 18: Der Verstorbene M. Aurelius Valens war centurio der legio I adiutrix. Der Stifter M.Aurelius Alexander ist gewesener primipilus: vgl. Nr.4 zur legio I adiutrix. Zur Häufigkeit der Aurelii seit Marc Aurel bzw. seit Caracalla (vgl. BARKÓCZI 1964. 272; vgl. Nr. 6). Nr. 19. Der Verstorbene P. Aelius Mercator war immunis caeriarensis, d.h. Schreiber im officium des legátus legionis gewesen (vgl. DOMASZEWSKI­DOBSON 1967. 39; UBL 1969. 440). Es dürfte sich dabei um einen Angehörigen der legio I adiutrix gehandelt haben: vgl. Nr. 4: zur Zunahme der Aelii seit Marc Aurel (vgl. BARKÓCZI 1964. 272). Nr. 20: Der Verstorbene M. Aurelius Emeritus aus Carnuntum war centurio der legio I adiutrix: vgl. Nr. 4; sein Gentilnomen Aurelius und das seiner Tochter Aurelia verweisen auf die Verleihung des Bürgerrechtes unter Marc Aurel oder Caracalla an die Aurelii: vgl. Nr.6. Nr. 21: Der Verstorbene Ammonius Valentinianus war miles duplarius der legio I adiutrix: vgl. Nr.4. Nr. 22: Der Verstorbene T. Antonius Fortunatus wird als Augustalis des municipium Brigetio bezeich­net: vgl. Nr. 3. Nr. 23: Der Stifter T. Flavius Maturus war benefi­ciarius legati: er gehörte damit zum officium des Legionskommandanten (DOMASZEWSKI- DOB­SON 1967. 39), wahrscheinlich der legio I adiutrix (vgl. PAULOVICS 1941. 140): vgl. Nr. 4; zum Auftreten des Gentilnomens der Flavii seit Marc Aurel (vgl. BARKÓCZI 1964. 272). Nr. 25: Der Verstorbene M. Aurelius Verus kam nach BARKÓCZI 1965. 246 zusammen mit seiner Schwester Aurelia Verina vermutlich aus Italien. Das Bürgerrecht hätten sie unter Marc Aurel oder Caracalla erhalten (vgl. auch BARKÓCZI 1964. 272) vgl. Nr.6; die cognomina Verus bzw. Verina seien besonders seit Marc Aurel in Pannonién häufig geworden. Das Gentilnomen gibt m.E. jedoch wieder nur einen termi­nus post quem an. Nr. 26: Der Verstorbene Aurelius Bas sus stammte nach dem Namen des Vaters Abbosas und der Herkunft anderer Bassi aus Syrien. Nach BARKÓCZI 1965. 246 (mit irrigem Zitat von BARKÓCZI 1964. 293) hätten Aurelius Basus und der Stifter des Sarkophags Aurelius 210

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