Budapest Régiségei 31. (1997)
Kőszegi Frigyes: Kora- és későbronzkori telepmaradványok a Budapest, XI. ker.-i Sztregova úton 229-245
FRÜH- UND SPÄTBRONZEZEITLICHE SIEDLUNGSÜBERRESTE IM XI. BEZIRK (BUDAPEST), SZTREGOVA STRABE Im Herbst 1964 wurde eine Rettungsgrabung auf einem Hügel unweit der Donau, im XI. Bezirk in der Sztregovastraße, notwendig. Die Siedlung entstand in der Fortführung der Hügel-reihe von Lágymányos, in einem Gebiet, welches aus dem Überschwemmungsgebiet der früheren und späteren Bronzezeit hervortrat. Diese Überreste der Siedlung wurden bei den Ausgrabungen ans Tageslicht gebracht. In den Forschungsgraben registrierte man in einer Tiefe von ungefähr 80 cm, Gruben von verschiedener Größe mit fast rundlichen Grundrissen. Man fand in Fülle Steinstücke, Tierknochen und Gefäßbruchstücke. Die letzteren waren eindeutig für die frühere Phase der Bronzezeit charakteristisch. In einer der Gruben fand man im Boden ein Pfostenloch mit vermorschten Holzresten, was darauf hinweist, daß einige dieser Gruben als Wohngruben verwendet worden waren. (Bild 1, 3.) Die frühbronzezeitlichen Funde werden hier nicht weiter ausführlich behandelt, sondern nur einzeln aufgezählt. (Tafel 1-4.) Die spätbronzezeitlichen Siedlungsobjekte zeigen einen vom Vorherigen abweichenden Charakter, da die Fundgüter hier mit einer Fülle an Materialien in einer muldenförmige Grube ans Tageslicht kamen. Die tiefste Ebene der Wohnmulde war 220 cm. Bei den Funden erweckte ein unbeschädigter Topf die Aufmerksamkeit und ein Feuerbock, der mit Asche bedeckt über dem Feuerplatz lag. (Bild 2, 4.) Das spätbronzezeitliche Fundmaterial (Tafel 5-14.) gehört unbestreitbar zu der Urnenfelderkultur beziehungsweise zu deren charakteristischen Gruppe aus dem Karpatenbecken, also zur Váler Kultur. Wir konnten verschiedene Grundtypen der Töpferei dieser Kultur' unterscheiden. Es sind Urnen, Schüsseln, Tassen, Näpfe und natürlich ganz gewöhnliche Haushaltskeramikwaren. Aus der sorgfältigen Analyse können wir die Schlußfolgerung ziehen, daß diese nur kurze Zeit bewohnte Siedlung die Übergangsperiode zwischen der I. und II. Phase der Váler Kultur vertritt, das heißt sie gehört nach P. Reinecke zur frühen Phase der Hallstatt B Periode. Die Siedlung steht - in enger Beziehung mit der Hauptstadt betrachtet nicht allein, einige Jahre später fand man am anderen Ende von Budapest, in Újpest, in der Gemarkung von Káposztásmegyer eine ähnliche, vielleicht ein wenig früher datierbare, provisorische Siedlung mit zwei großen Wohnmulden. 2 Reichliche Tierknochenfunde weisen auf das alltägliche Leben der Bewohner der zwei Siedlungen (in der Sztregovastraße und Káposztásmegyer) hin. In Káposztásmegyer hielt man in der Mehrheit Rinder, die Anzahl der Schafe, Schweine und Pferde war geringer. In der Sztregovastraße zeigten die zoologischen Untersuchungen außer geringen Wildtierknochen eine größere Anzahl von Rinderknochen sowie Knochen von Schweinen, Schafen und Pferden. Die Bewohner beider Siedlungen führten im Zusammenhang mit den Charakteristiken der Siedlungen eine Art des nomadisierende Wirtschaftslebens. Am Ende sollen wir einige Worte über den schon erwähnten Feuerbock sprechen (Bild 6.). Über seine Verwendung geben zahlreiche Studien Kunde und es knüpfen sich verschiedene Theorien daran. Bei solchen Objekten ist es immer schwer zu unterscheiden, ob sie für kultische Zwecke oder für praktische Verwendungen bestimmt waren. Allerdings scheinen die rußbefleckten Fundstücke aus der Nähe des Feuerplatzes die zweite Variante zu unterstützen 5 . 245