Budapest Régiségei 28. (1991)
SZEMLE - Szonntagh Jenő: Újabb adatok az aquincumi orgona légnyomásszabályozó szerkezetéhez 283-293
Fachliteratur nach — die wahrscheinliche Korrosion fast außer acht gelassen werden kann. 2. Im Zusammenhang mit dem in der Abb. 2 sichtbaren »Bronzegefäßmund« wünschen wir mit folgenden Bemerkungen dienen: A) In Abb. 28 von Nagy (die unserer Abb. 2 entspricht) ist der Durchmesser des Ringes (den Nagy »Gefäßmund« nennt) mit 24 cm, die Höhe der Seitenwand mit 3,5 cm angegeben. Setzen wir die Wandhöhe in den Durchmesser, so geht sie in diesen ungefähr viermal hinein. 4 x 3,5 cm = 14 cm und nicht 24 cm. Dies bedeutet soviel, daß der Durchmesser irrtümlich angegeben ist, denn dieser beträgt nicht 24, sondern nur 14 cm. Noch genauer gemessen — laut Minárovics und auch unserer Meinung nach — hat der runde Gegenstand, der auf dem unteren Teil der Abb. 1 sichtbar ist, einen Durchmesser von 14,5 cm. Da aber auch der Durchmesser des auf dem zweiten Bild sichtbaren Ringes infolge der oben aufgebrachten Argumente 14 (oder 14,5) cm gewesen sein mußte, also der Durchmesser der »zwei« runden Körper identisch ist, stellen die zwei Stücke keinen selbständigen, sondern ein und denselben Bestandteil dar. B) Der Maßstab: 1/3 in Abb. 28 ist gleichfalls fehlerhaft. Rechnen wir die Seitenwand mit dem Maßstab 1/3, so würden wir statt 3,5 cm zumindest 4,7 cm erhalten (von der durch die Parallaxis verursachten Verzerrung gar nicht zu reden, die die Seitenwand noch etwas erhöhen würde). C) Setzte Nagy den »kleineren«, runden Gegenstand (worüber er im ganzen Buch kein Wort fallen läßt) in den Schaukasten, weshalb machte er dann dies auch nicht mit dem »größeren«, runden Gegenstand? Hier soll auch noch erwähnt werden, daß von Lajos Nagy in seinem Buch die im Schaukasten sichtbaren Bestandteile sorgfältig und ausnahmslos aufgezählt werden. Der Pnigeus-Ring wird aber nirgends erwähnt. Warum hätte er diesen Gegenstand ausgelassen? D) Vergleicht man die zwei Fotos gründlich miteinander (Abb. 1.1 und 2), so können ir uns davon leicht überzeugen, daß an den zwei Fotos die Bruchfläche des runden Gegenstandes, sowie die Proportion der Wandhöhe und des Durchmessers identisch sind. Aufgrund der obigen Beweise steht also über allen Zweifel, daß der in Abb. 2 sichtbare Ring und der im Schaukasten (Abb. 1) vorhandene — in Wirklichkeit ringförmige Gegenstand — ein und dieselben Stücke sind: der ringförmige Metallkörper mit dem Durchmesser 14,5 cm ist der untere, 3,5 cm hohe Überrest des Pnigeus der Orgel von Aquincum. 3. Das Problem des Wasserbehälters wird natürlich von den oben erwähnten, ausführlich dargelegten Argumenten nicht gelöst. Unserer Meinung nach kann vorausgesetzt werden, daß der Wasserbehälter ebenso aus mit Metallblech überzogenem Holz erzeugt wurde, wie die Windlade der Aquincumer Orgel. Das übliche Argument, daß Vitruvius und Heron, beide von einem bronzenen Wasserbehälter geschrieben haben (von Vitruvius wird übrigens — wie wir dies bereits weiter oben auch angeführt haben — an einer Stelle der Wasserbehälter »Kiste« genannt!) kann mit dem Argument widerlegt werden, daß die sich auf das Material beziehenden Beschreibungen selbst auch noch bei ein und demselben Verfasser verschiedenerlei vorkommen, geschweige bei den verschiedenen Autoren. Die Rückführfedern der Tastenschieber sind z.B. bei Vitruvius aus Eisen, bei Heron aus Horn, während an unserer 51 Orgel aus Bronze gemacht . Der Handgriff des Schleifsystems bei Vitruvius war aus Eisen und bei der Orgel von Aquincum aus Bronzen u.s.w. Mit einem Wort: das bei den antiken Autoren vorgeschriebene Material zeigt selbst in der Relation ein und derselben Bestandteile eine sehr große Abweichung. Das Material der Orgel von Aquincum muß nicht unbedingterweise mit dem der Literatur übereinstimmen. Es kann auch vorgestellt werden, daß der Wasserbehälter der Aquincumer Orgel — den römischen Wasserleitungsbestandteilen ähnlich — aus Blei oder Bleilegierung hergestellt worden ist, oder man überzog eine Holzkiste von innen mit einem verhältnismäßig leicht bildsamen, weichen Metall. In diesem Falle wäre das an einer relativ niedrigen Temperatur schmelzende (Blei: 327,5 Celsius, Pb/Sn in der Proportion 1:1 220 Celsius) Metall den Pfeifenklötzen ähnlich geschmolzen und hätte sich in Form einer Masse auf dem Boden angesammelt, die man wahrscheinlich als wertlosen Abfall nicht beibehalten hätte. Ein großes Verdienst von János Minárovics ist, daß er den richtigen Durchmesser des im Schaukasten sichtbaren (Abb. 1.1) Pnigeusüberrestes der Orgel von Aquincum (aus den bekannten Maßen der Widmungstafel errechnet: 14,5 cm) rekonstruiert har . Wir hatten in unser bereits angeführten Aufsatz ebenfalls irrtümlicherweise mit 24 cm angegebenen Durchmesser übernehmen. Der untere Randdurchmesser des Pnigeus der Orgel von Aquincum muß im allgemeinen also auf den von Minárovics mitgeteilten Maßwert von 14,5 cm korrigiert werden. Ebenfalls ist János Minárovics zu verdanken, daß er auf dem in Abb. 2 sichtbaren Bronzering den Bruchlinien entlang die schwache Biegung nach außen wahrgenommen hat . In Abb. 3 der vorliegenden Abhandlung wurde diese Wahrnehmung schon angewendet. Infolgedessen dürfte der — zur Zeit noch immer nur in der Theorie existierende — Pnigeus der Orgel von Aquincum einen wesentlich größeren Rauminhalt gehabt haben, im Gegensatz dazu, worauf wir aus dem Ringüberrest von 14,5 cm Durchmesser schließen könnten. Gábor Trajtler drückte sein ähnliches Bedenken aus , jedoch vertritt der aufgrund der neuen Daten rekonstruierte Pnigeus jetzt ungefähr einen ebenso großen Luftrauminhalt, wie das aufgrund des 24 cm Durchmessers konstruierte Modell . Die Frage der Blasebälge Es muß von neuem betont werden, daß der Blasebalg der Orgeln und ihr Druckluftregler zwei völlig selbständige und über eine eigene Funktion verfügende Einrichtugen sind. Mit Ausnahme der mittelalterlichen Instrumente mit sehr niedrigem Druck und bloß einigen Pfeilen, haben die meisten Orgeln einen einigen 291