Budapest Régiségei 22. (1971)

TANULMÁNYOK - Gáboriné Csánk Vera: Az érdi középső-paleolit telep 9-50

biet Jugoslawiens finden wir einige solche, dem Ma­terial, den Massen und der Bearbeitung nach bis in die typologischen Einzelheiten ähnliche Geräte, bei denen sich das Fehlen irgendwelches unmittelbareren Zusammenhanges unvorstellbar ist. Es hat den An­schein, dass dieser Kreis sich auch bis auf das subal­pine Gebiet und bis in die südöstlichen Alpen er­streckt. Die Frage des „alpinen Mousterien" hängt wahrscheinlich mit der Kultur von Érd und der Fundorte ähnlichen Charakters zusammen. Die Quarzitindustrien von Repolust und Mixnitz sind von technologischem Gesichtspunkt ähnlich und weisen viele gemeinsame typologische Züge auf. In der Industrie der Badl-Höhle weisen wiederum einige nahen Einzeltypen zueinander verwandte Züge auf. Es besteht die Möglichkeit, dass das Mousterien der südöstlichen Alpen mit den Industrien von Pontini­ano in irgendwelcher Verbindung gestanden haben. Dieser Kreis des Mousterien, wie zu sehen, knüpft sich ziemlich stark an eine Epoche, die sich vom Ausgang des Riss-Würm Interglazials bis zum Ende von Wurm 1 erstreckt. Nördlich vom Gebiet, dessen kieselbearbeitende und eine Pontiniano­Technik aufweisende Kultur sich ähnlich wie das Charentien zusammensetzt, finden wir auch ein Mousterien von anderem Charakter vor. In unserem Gebiet werden nördlich der Linie Érd-Tata im allgemeinen levalloisartige Industrien angetroffen. Im ungarischen Raum besteht zwischen dem Mousterien des Bükkgebirges und dem von Trans­danubien ein entscheidender Unterschied, — ver­mutlich haben die Industrien der beiden Gebiete nicht einmal in ihren Wurzeln etwas gemeinsames. Der Unterschied dürfte nicht zwei Fazies, sondern zwei Kulturkreise im Mousterien bedeuten. Das Areal der „kieselbearbeitenden" Kultur erstreckte sich dem Anschein nach auf Transdanubien. Das Mousterien von Tata ist dem Pontiniano ähnlich, seine Technologie, selbst der Grundcharak­ter seines Rohmaterials im wesentlichen mit der von Érd identisch. Tata und Érd gehören dem technologi­schen Gesichtspunkt nach demselben grossen Kreis an, — ihre Abweichungen sind eventuell von chro­nologischem oder noch eher von faziesbezeichnen­dem Wert. Der typologische Unterschied zwischen Érd und Tata liegt neben dem hohen Prozentsatz der bifazialen Geräte und den kleinen Gerätmassen, in der Facettiertheit der Geräte. Wir müssen jedoch bemerken, dass das Talon der Geräte von Tata keine echte Facettierung aufweist. — Es ist möglich, dass Érd und Tata zwei Fazies, zwei technologische Va­rianten ein und desselben Kulturkreises darstellen. Da in der Industrie von Érd 1/4 der Geräte nicht aus Quarzit hergestellt wurde, stellte sich die Frage: hätte diese Menschengruppe an einer ande­ren Stelle eine andere Technik angewendet, wäre die Industrie im Falle von Blockrohmaterial nicht von Levallois-Charakter ? Wir haben die Geräte, welche nicht aus Quarzit erzeugt worden sind, abgesondert und technolo­gisch-typologisch so behandelt, als hätte das archäo­logische Material des Fundortes nur aus besserem Rohmaterial als der Quarzit bestanden. Die Techno­logie ist unverändert, — die Gruppe von Erd wandte woanders — selbst bei besseren Gesteinverhältnis­sen — keine andere Technik an, ihre Industrie war nicht facettiert. Tata stellt ein allzu spezialisiertes Mousterien dar, dessen Entwicklungsgang stehengeblieben und abgeschlossen ist. Die Kieselbearbeitungstechnik ist entwickelter als in Érd. Es ist auffallend, dass man hier trotz des in der Nähe auffindbaren guten Roh­materials, Kiesel angewendet hat, die Industrie nahm die Form eines mikrolithischen Pontiniano­Charakters an. Vergleichen wir diese Beobachtun­gen damit, dass die Industrie von Érd des Kiesel­rohmaterial mit einer viel einfacheren, primitiveren Abschlagtechnik bearbeitet, jedoch neben Quarzit auch andere Gesteinsarten benützt und zugleich in ihr auch dem Quinta-Typ ähnliche Geräte erschei­nen, — müssen wir daran denken, dass Érd archäo­logisch von älterem Charakter ist. Die Kultur des Fundortes ist technologisch eine dem Pontiniano, typologisch (funktonell) in ihrer Zusammensetzung eine dem Charentien ähn­liche Industrie -, ein in Schabern sehr reiches Mous­terien, das vom Kiesel herstammende Geräte be­zeichnen. So wie in dem einleiteden Teil der Abhandlung die Verfasserin die Spezialitäten von Érd erörtert hat, fasst sie zum Schluss all diejenigen Fragen zu­sammen, deren Untersuchung die weiteren Schritte bezeichnen. Diese sind: die je nach Horizonten erfol­gende Untersuchung des Fundmaterials und die Be­obachtung der Wechselbeziehung der beiden besie­delten „Mulden". — Die petrographische Unter­suchung der Industrie, — die Frage der eventuellen Zusammenhänge der Gerät- und Gesteinsarten. Die Verfasserin möchte, in dem sie sowohl das archäologische als auch das paläontologische Mate­rial für eine Kulturnachlassenschaft betrachtet auf die chronologischen und paläoethnographischen Probleme eine zufriedenstellende Antwort bekom­men. Die Untersuchung umfasst die Verbindungs­möglichkeiten der vertikalen und topographischen Fragen der Tierarten und der Steinindustrie, — die nähere Beobachtung des Charakters der auf der Jägerstation verrichteten Arbeit, — die Beantwor­tung der in bezug der Jagd und Aufarbeitung gestell­ten Fragen. Die absolute und relative chronolo­gische Untersuchung und die Kulturbeziehungen von Érd werden seinen genauen Platz im Mousterien­komplex, dessen Grenzen wir im vorangehenden nur gestreift haben, festlegen. 50

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