Budapest Régiségei 22. (1971)
TANULMÁNYOK - Gáboriné Csánk Vera: Az érdi középső-paleolit telep 9-50
Menge Holzkohlenreste zum Vorschein. Der überwiegende Teil der Flora besteht aus Pinus silvestris und Larix-Picea und verweist mitsamt der Zirbelkiefer eindeutig auf ein kaltes Klima. Das Ergebnis der stratigraphischen, paläontologischen und bisherigen botanischen Untersuchungen vorläufig zusammenfassend, umzeichnet sich ein einheitliches Naturbild, eine klimatische und chronologische Periode, die die Zeitbestimmung von Erd ergibt. 2. Im weiteren gibt die Verfasserin die europäischen Gruppen des Mousterien und ihre Haupteigenheiten bekannt. Hinsichtlich des Gesamtbildes können wir im Auszuge bloss auf einige Wahrnehmungen hinweisen. Bezüglich der Verbreitung der Kultur stützt sich die Verfasserin auf die bekannte Feststellung, dass sich das „ursprüngliche" Mousterien Westeuropas zum Teil aus den unteren paläolithischen Kulturen geformt hat, einzelne seiner Gruppen kamen jedoch wahrscheinlich als Ergebnis der südlichen Einsickerung zustande. Das an Fundorten ausserordentlich reiche westeuropäische Mousterien zwingt uns fast den Gedanken der von hier erfolgten Ausstrahlung auf, — wenn wir jedoch die Gruppen Mittel- und Osteuropas von spezialem Charakter, die modifizierten Formen des Mousterien betrachten, konnte diese Ausstrahlung auch aus entgegengesetzter Richtung oder aus mehreren Richtungen erfolgt sein. Wir können kaum die Rolle des anderen Kontinents in der Herkunftsfrage der Kultur ausser acht lassen. Die geographischen Gruppen des Mousterien schlössen sich dem Anscheine nach an gewisse ökologische Zonen und dies kommt wahrscheinlich auch im Gerätinventar und in dessen Charakter zum Ausdruck. Gewiss hängt dies in gewisser Richtung auch mit der freiwilligen oder zwangsweise erfolgten Spezialisierung der Jagd zusammen, diese Frage bedarf jedoch noch weiteren Untersuchungen. Vereinfachen wir die westeuropäische Entwicklung, so können wir mit mehr oder weniger Sicherheit zwei Fäden feststellen: die Mousterien-Entwicklungslinie vom Typ Acheulleen-Levalloisien — Levallois-Mousterien und die vom Typ ClactonTayac-Charentien. Diese Gruppen verflechten sich ineinander und ein Teil ihrer bestand an der Grenze des unteren und mittleren Paläolithikums als selbsständige Kultur. Heute hat es den Anschein, dass der Mousterien-Komplex sich im wesentlichen aus drei Kulturblöcken zusammengesetzt hat: aus dem Levalloisien, Tayacien und dem echten Mousterien. Hierin bildet die vom Geröllmaterial sich bedienende Technik vom sog. Pontiniano-Charakter einen eigenen Kreis und diese typische Abschlag-Industrie lässt sich auf weitere Fazies, technische Methoden, auf eine Technik von Levallois- und Nicht-LevalloisCharakter teilen. Die Klassifizierung der Mousterien-Technologieist auch unmittelbar vom Gesichtspunkt der Industrie von Érd wichtig: Erd weist eine AbschlagIndustrie auf, die mit Geröllmaterial gearbeitet hat. Die Verfasserin geht im weiteren auf das Bordes-System ein, — : ihrer Ansicht nach kann man zwar über deren einzelne theoretische Probleme disputieren, zweifellos ist es jedoch, dass dieses System zur Erforschung des Paläolithikums eine exaktere Richtung gegeben hat und das Mousterien gerade durch dieses zu einer Zentralfrage wurde. Sie befasst sich mit der bekannten Mousterien-Klassifizierung, bemerkt sodann: es kann kein Zufall sein, dass ein jeder geographisch weitgelegener Mousterien-Fundkomplex zu all diesen Bordesschen Gruppen und Varianten eine Ähnlichkeit aufweist. Richten wir unseren Blick auf die benachbarten Gebiete, so finden wir nördlich und östlich von uns bereits ein anderes Mousterien vor. Über die Fundorte in Ungarn vorläufig nur soviel : die Kultur der Subalyuk-Höhle gleicht noch am ehesten dem typischen Mousterien, Tata ist hingegen ein spezielles Mousterien, dessen Technologie der von Pontiniano gleicht. a) Die Technologie der Industrie von Érd ist ein eigenartiges Geräterzeugungs verfahren. Die Steinindustrie arbeitete nicht mit Blockrohmaterial, der Urmensch des Fundortes verwendete ausschliesslich Geröllmaterial. Die Technologie, zugleich auch der typologische Grundcharakter wird vor allem durch die eigenartige Bearbeitungsweise des mit Kortex bedeckten, runden oder unregelmässigen Gerölls bestimmt. Der natürliche Fundort des Rohmaterials ist die von der Siedlung 500 m gelegene helvetische Geröllschicht, die überwiegend Quarzit enthält. Das Fundmaterial wird im starken Masse nicht nur durch die Form des Rohmaterials, sondern auch seine petrographische Zusammensetzung bestimmt: die Geräte wurden überwiegend aus Quarzit gefertigt. —- Gleichzeitig kannte der Urmensch der Siedlung auch das Rohmaterial von besserer Qualität underwusste dass gewisse Gerätarten aus diesem mehr entsprechen. Dies wird durch die typologische Auswertung und der inneren Gestaltung der Industrie eindeutig bewiesen. Die Technologie wird in erster Linie von der Kieselbearbeitung, zweitens von dem ständigen Mass des Rohmaterials und drittens von dem überwiegenden Quarzit determiniert. Dies beeinflusst bis zu einem gewissen Grade auch die Form der Geräte. Die Technik ist dem Pontiniano gleich, — in diesem ist jedoch das Mass des Rohmaterials kleiner und die Qualität des Gesteins wesentlich besser. Ein anderer Faktor ist das Mass des Rohmaterials, das nur eine gewisse Abschlagsgrösse zulässt. Nur der dritte Faktor ist die Gesteinsart, der Quarzit, der der Bearbeitung und Retuschierungsmethode der Geräte einen gewissen Charakter verleiht. Das Abschlagsverfahren ist schematisch, praktisch sind 5—6 Varianten möglich. Die Technik weicht insofern von der des Pontiniano-Moustérien ab, dass dort die Kieselspalten durch zwei, miteinander parallelen Spaltungen erzeugt wurden. Dies ist beim Quarzit einerseits unmöglich, andererseits strebtees man auch nicht an. Die Abschlagsarten der 45