Budapest Régiségei 20. (1963)
TANULMÁNYOK - Nagy Tibor: Alsó-Pannónia Septimius Severus-kori helytartóinak kérdéséhez 23-45
Zu einem der Amtsvorgänger des lulius Castinus zählt in Unterpannonien Q. CAECILIVS RVFINVS CREPEREIANVS, der erwiesenerweise als consul suffectus auch weiter in Unterpannonien blieb und als Legat pro praetore der zwei Augusti in der Provinz die Verwaltungstätigkeit eine Zeit lang noch weiter ausübte. Als gleichzeitiger consul und legátus erfüllte er sein Gelübde durch die Errichtung je eines Altars für Iuppiter und Iuno Caelestis in Aquincum. Während aus der an den angeführten Altarsteinen lesbaren Verkürzungsart Augg. kein entschiedenerer chronologischer Schluß gezogen werden kann, verleiht indessen der der Iuno Caelestis geweihte Altarstein in pannoniseher Umgebung bereits an sich allein die Gewißheit, daß der unter der Herrschaft der zwei Augusti regierende Caecilius Rufinus sich zwischen 198 und 209 zur Zeit der Mitherrschaft von Septimius Severus und Aurelius Antoninus in Unterpannonien betätigte. Innerhalb der angedeuteten Zeitgrenzen läßt sich aber die Statthalterschaft des Caecilius Rufinus noch genauer angeben, da die Legaten von Unterpannonien zwischen 199—200 (201) Baebius Caecilianus und zwischen 209—210 (211) lulius Castinus waren. So bleiben für Caecilius Rufinus die Jahre zwischen 201 und 208 übrig. Darauf bezüglich, daß Caecilius Rufinus von den bisherigen Annahmen abweichend bereits im Jahre 201, zumindest aber 202 Statthalter Unterpannoniens war, liefert die in der Einleitung schon vorgebrachte Inschrift des fragmentarischen neueren Altarsteines von Aquincum entsprechende Angaben. 43-44 Die Inschrift lesen wir folgendermaßen: | q[uod? . . . .] | voverat [leg(io)] IUI Pl(avia) f(eliciter?) a<g>(en)t(e) s [üb] Caecil(io) Rufino le[g(ato)] | Aug(ustorum) (duorum) pr(o) pr(aetore) | v. s. 1. [m.] Obzwar auf der Inschrift das Pränomen des Statthalters fehlt, kann nicht der leiseste Zweifel auftauchen, daß der Legat pro praetore der zwei Augusti Caecilius Rufinus derselbe ist, wie der vorgehend schon angeführte Legat pro praetore der zwei Augusti Q. Caecilius Rufinus Crepereianus, der in Aquincum die beiden Altarsteine stellte. Der neuere Altarstein von Aquincum kann jedoch zumindest auf einen um ein Jahr früheren Zeitpunkt gesetzt werden, als die Iuppiter- und Iuno CaelestisAltäre. Zum Zeitpunkt der Errichtung des Altarsteines der legio IUI Flavia war nämlich Caecilius Rufinus noch nicht im Besitze des Konsultitels, ja selbst seine Designierung zum Suffektkonsul erfolgte noch nicht. 45 Das Wichtigste, worüber der Altarstein uns unterrichtet, ist, daß die legio IUI Flavia zur Zeit der Statthalterschaft des Caecilius Rufinus in Aquincum stationierte, was zugleich auch den Zeitpunkt der Amtstätigkeit dieses Legaten genauer datiert als es bisher möglich war. Offenkundig konnten die Abteilungen der legio IUI Flavia zu Beginn des 3. Jahrhunderts in Aquincum nur in der Zeit stationieren als die ständige Garnison des hiesigen Legionslagers, der größte Teil der legio II adiutrix abwesend war. Von einer Truppenkonzentrierung, d. h., daß zur Verstärkung der legio II adiutrix Abteilungen aus Singidunum herbeigeholt worden wären, kann kaum die Rede sein. Als ein Zeitpunkt, wo die legio IUI Flavia zur Zeit der Statthalterschaft des Caecilius Rufinus in Aquincum stationiert hätte, kann nun zwischen 201 und 208, in welchem Zeitraum nach den früheren Angaben Caecilius Rufinus die Geschäfte Unterpannoniens führte, in Kenntnis einerseits des Zeitpunktes der Statthalterschaft des L. Baebius Caecilianus, andrerseits in Kenntnis der Geschichte der legio II adiutrix nur das Jahr 201 und das erste Viertel des folgenden Jahres in Betracht gezogen werden. Der geschichtliche Hintergrund, warum die Legion hierherkam, ist im 2. Partherkrieg des Septimius Severus zu suchen. Septimius Severus zog bekanntlicherweise im Sommer 197 aus Rom nach dem Osten und den Hauptteil seines Heeres bildeten die Truppen der westlichen Provinze. 46 In der Reihe dei letzteren nahm die legio II adiutrix fast gewiß auch teil. Auch dann, wenn wir die Teilnahme des in Partia defunetus Soldaten der legio II adiutrix 47 nicht auf diese Expedition der Legion setzen , spricht für die Abwesenheit des größeren Teiles der Legion zum Ausgang des 2. und zu Beginn des 3. Jahrhunderts, daß aus den Jahren des 2.Partherkrieges und den unmittelbar darauf folgenden Jahren als der Kaiser mit seinem Heere in Ägypten und in den östlichen Provinzen verweilte, also im Zeitraum von der zweiten Hälfte des Jahres 197 bis 202 die inschriftlichen Denkmäler der legio II adiutrix aus Aquincum fehlen. Im Zusammenhang mit dem einzigen auf das Jahr 197 datierten Altarstein 48 sind wir der Meinung, daß die Vexiliationen der legio II adiutrix in dem Bürgerkrieg gegen Clodius Albinus teilgenommen haben 49 und im Frühjahr 197 nach der Schlacht bei Lugdunum, durch die das Schicksal des Krieges entschieden worden ist, nach Aquincum zurückgekehrt sind. Zu dieser Zeit konnte der Legionssoldat unbekannten Namens sein früheres Gelübde halten, auf dessen aus dem Jahre 197 datierten fragmentarischen Altarstein wir uns beriefen. Im Sommer dürfte hingegen bereits die ganze Legion nach dem Osten geführt worden sein. Ihren Platz nahm wie bereits früher des öfteren, auch diesmal die legio IUI Flavia ein. M. Caecilius Rufinus Marianus, der tribunus laticlavius der letzteren errichtete in Aquincum einen Altar dem punisch-afrikanischen Gott, Juppiter —Hammon. 50 Später finden wir ihn in Apulum als den Befehlshaber der legio XIII Gemina. 51 Caecilius Rufinus Marianus 41