Budapest Régiségei 20. (1963)

ANYAGKÖZLÉSEK - Lipták Pál: Budapest avarkori népességének antropológiája : 1. közlemény : Budapest-Népstadion 327-334

P. LIPTÁK ANTHROPOLOGIE DER AWARENZEITLICHEN BEVÖLKERUNG VON BUDAPEST. I (Budapest — Vollcsstadion) Von den 17 Skelettfunden des im Jahre 1951 ausgegrabenen awarenzeitlichen Gräberfeldes im Gebiete des heutigen Volksstadions (Nép­stadion) wurden die gut erhaltenen Skelette von 7 Erwachsenen (5 $, 2 $) und von einem Jugendlichen einer eingehenderen anthropolo­gischen Untersuchung unterzogen. Im Hinblick auf die geringe Zahl der Ske­lette scheint die Analyse der Merkmale entbehr­lich zu sein; einen guten Überblick gibt Tabelle 2. Eine um so größere Aufmerksamkeit möchte ich der Analyse der Merkmalkomplexe widmen. Es läßt sich auf den ersten Blick feststellen, daß die Schädel, wenn sie auch in überwiegen­dem Teil durch mongolide Züge charakterisiert sind, dennoch einen heterogenen Charakter haben. Der erste Typus vereinigt alle Charakter­züge der Mongoliden (hohes und flaches Gesicht, niedriger Nasenrücken, schmale Stirn, niedriger Hirnschädel usw.). Diesen Merkmalkomplex haben die Individuen der Gräber 2 und 4; zu ihren Eigenschaften gehören der niedrige, dolichoide Hirnschädel, die gewölbte Stirn und das schmale Gesicht. Dieser Typus wird in der sowjetischen anthropologischen Litera­tur als baihalisch (b) oder synonym als paläo­sibirisch bezeichnet. Das ungarische anthropo­logische Fachschrifttum nennt ihn nach Bar­tU3z Mosonszentjános-A Typus im Anschluß an die Untersuchung der dort freigelegten schönen awarenzeitlichen Serie. Auf die Iden­tität der beiden Typen wies ich bereits in einer meiner weiteren Arbeiten hin. Hier soll noch erwähnt werden, daß der Schädel d^ Grabes 4 auch Züge irgendeines kurzscnädeligen mongoliden (wahrscheinlich tungiden) Typus zeigt. Auch im zweiten Typus überwiegen die mongoliden Züge, neben denen jedoch auch europide Merkmale festgestellt werden können. Sie sind durch die männlichen Schädel der Gräber 8 und 22, sowie durch den weiblichen Schädel des Grabes 23 vertreten. Brachykranie, niedriger Hirnschädel, niedrigeres Gesicht, aus­geprägtere Glabella und tiefere Fossa canina charakterisieren sie, d. h. daß das Gesicht auf eine für die Europiden charakteristische Weise stärker profiliert ist. Dieser europo-mongolide Übergangstypus läßt sich einstweilen bedin­gungsweise mit dem Jenissei-Tyjius (j) der sow­jetischen Autoren identifizieren. Völlig mongoliden Charakter führt der männliche Schädel Nr. 6306, doch seines breiten und niedrigen Gesichtes wegen kann er nicht zu dem baikalischen Typus gezählt werden. Es handelt sich gewiß um den breitgesichtigen mongoliden (tungiden) Typus (tg); zu diesem gehört wahrscheinlich auch der fragmentarische juvenile (weibliche?) Schädel des Grabes 29. Der männliche Schädel des Grabes 35 ist durch Brachykranie, verhältnismäßig hohen Hirnschädel, sehr hohes und recht schmales Gesicht charakterisiert. Er kann am besten mit dem innerasiatischen mongoliden Typus (ca) identifiziert werden, den ebenfalls große abso­lute Maße und ein schmales Gesicht kennzeich­nen. In unserem Falle kann jedoch darüber hinaus auch die Verschwommenheit der mongo­liden Züge festgestellt werden, was auf euro­piden Einschlag hinweist. Die kleine awarenzeitliche Serie aus dem Volksstadion erinnert demnach unter den aus­führlicher untersuchten anthropologischen Fun­den aus der Awarenzeit an das Material der Gräberfelder mit gleichfalls völlig oder über­wiegend mongoliden Charakter. Die Zahl dieser Gräberfelder ist nicht allzu groß: Mosonszent­jános, Oskü, Kiskőrös—Flur Vágóhídi und Deb­recen—Ondód gehören zu diesen. Erwähnenswert ist ferner, daß im awarischen Gräberfeld von Üllő I ein maßgebendes (im Vergleich zu den Europiden dennoch in Minderzahl befindliches) mongolides Element festgestellt werden konnte. 334

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