Budapest Régiségei 19. (1959)

JELENTÉSEK - A budai vár házainak 1957. évi műemléki kutatásai 301-372

bindung erbaut wurde. Den Grund, warum der Turm aus der Fassade des Hauses vor­springt und bis auf den Nachbargrund über­greift, fanden wir geklärt, als wir vor seiner Westfassade gruben. Sein Grundmauerwerk wurde nämlich in einer Tiefe von 210—220 cm unter dem heutigen Niveau auf Felsen ge­legt, der ohne Zweifel das beste Fundament für den wuchtigen Turm mit seinen dicken Mauern bildete. Da wir in der Fluchtlinie der Fassade des mittelalterlichen Hauses auf keine Felsen stießen, dürfen wir annehmen, daß beim Turmbau diese zwar außerhalb der Fas­sadefluchtlinie liegende, für die Grundierung des Turmes jedoch am meisten geeignete Boden­beschaffenheit bewußt ausgenützt wurde. Den ansehnlichen Teil der südöstlichen Eckarmie­rung des Turmes fanden wir nach Entfernung des Verputzes. Im südöstlichen Ende der heutigen Par­zelle stand bis 1944 ein tonnengewölbtes Ge­bäude. Nach Untersuchung seiner Mauerreste und den dort vorgenommenen Grabungen wurde es klar, daß auch dieses Gebäude mittel­alterlicher Herkunft ist. Vor den barocken Arkadenpfeilern deckten wir zwei mittelalterliche Hofpflasterungen auf. Die obere, auf welche das Grundgemäuer der barocken Pfeiler gelegt worden war, ist mit Katzenkopfpflasterung belegt, darunter be­findet sich der ältere, aus feingestoßenen, spitzen und in Lehm gelegten Steinen beste­hende Belag. Auch in der Toreinfahrt fanden wir beide Pflasterungen vor. Hier zieht, unter den Pflasterungen ein Gemäuer in NS-Richtung, die Mauer des mittelalterlichen Kellers. Auf dieser Mauer befand sich ein Haustein von beträchtlichen Dimensionen, der wahrschein­lich Zubehör der zugrundegegangenen mittel­alterlichen Toreinfahrt, vielleicht ein Sockel­überrest seines Gurtpfeilers ist. Die Bauzeit des mittelalterlichen Hauses können wir auf Grund unserer Grabungsbeob­achtungen und Fundausbeute in das 14. Jahrhundert ansetzen. Das Haus war wahr­scheinlich im 16. Jahrhundert abgebrannt, auf diesen Umstand deuten zahlreiche Brandreste und datierende Münzfunde. Die einzige bisher bekannte Nachricht, die wir über das Haus bzw. über den Turm besit­zen, wurde von Vidor Pataki in seiner Studie »Die Topographie der mittelalterlichen Fe­stung Buda« veröffentlicht (Budapest Régisé­gei XV. 1950. S. 294, 80/2 Fußnote : 14. Sep­tember 1497, vor den Magistrat der Festung von Buda Nikolaus Kunitzfelder, alias Niko­laus Farkas verkauft um 500 Forint (Gulden) und mietet für einen jährlichen Betrag von 25 Forint (Gulden) : »... domo alias turri . . . in platea Omnium Sanctorum in vicinitatibus Otto barbitonsoris a septemtrionali, a meri­dionali eiusdem Nicolai Kunitzfelder domo antiqua et Alberti Chronicher, ex opposito vi­delicet ab occidente plagis Wolfgangi Hinte­nausz concivium nostrum sita . . . «. (Eszter­gomi főkáptalan [Arch. d. Graner Domkapi­tel] m. lvt. Lad. 71. fasc. 2. No 12. FOM.) Auf Grund der in der Urkunde angeführten Personen (Nachbarn) trug Vidor Pataki das obengenannte Haus »mit anderem Namen Turm« (domo alias turri) an der Stelle des Hauses der Urigasse 39 in seine Karte ein. Im Zusammenhang mit der Bebauung des heutigen Grundes im Mittelalter liegt der Ge­danke nahe, daß hier drei separate Gebäude gestanden sind : 1. das freigelegte Haus mit dem Turm, 2. vor diesem ein anderes, bis zur Gasse reichendes Gebäude, 3. endlich ein drittes im SO-Ende des Hofes. E. Lócsy URIGASSE 40 Einstöckiges Wohnhaus mittelalterlicher Herkunft, im barocken und klassizistischen Still umgebaut, dessen Flügel entlang der No­egyletgasse in 1952 niedergerissen wurde. An der Stelle des heutigen Gebäudes stan­den im Mittelalter zwei Häuser. Die Grenz­linie zwischen den beiden ist durch eine schon früher entdeckte mittelalterliche Eckverstär­kung markiert. Laut unseren Angaben wurde das südliche Gebäude bei der Belagerung von 1686 arg beschädigt, der Westbau hingegen blieb in besserem Zustand erhalten. Außer der Eckverstärkung blieben vom Südbau keine mittelalterlichen Partien erhal­ten. An der nördlichen Hälfte der Nordfassade kam eine Lichtöffnung zutage, der in der Tür­kenzeit eine glatte Fensterrahmung und ein gewundenes Eisengitter vorgesetzt wurden. Neben der neuzeitlichen Türrahmung wurde auch der Sockelteil des schon früher gefundenen mittelalterlichen Türrahmens freigelegt. Die Fassadenflucht des Gebäudes in der Urigasse zeigt in der Linie des südlichen Torpfo­stens einen Bruch. Dieser Bruch ist innerhalb der Fassade des nördlichen mittelalterlichen Hauses. Unser erster Gedanke diesbezüglich war, daß an dieser Stelle vor dem 15. Jahr­hundert zwei separate mittelalterliche Häuser gestanden sind, es wären also ursprünglich ins­gesamt drei Gebäude am Platz des heutigen gewesen. Indessen widersprechen die Resultate der von uns in der Bruchlinie vorgenommen Forschungen dieser Annahme. Die Funda­mentierung ist nämlich ganz homogen und somit die Hypothese von ursprünglich zwei Gebäuden nebeneinander ausgeschlossen. Für den Bruch in der Fluchtlinie mußten wir also eine andere Erklärung finden. In der Karte von Haüy springt das süd­liche Gebäude gegen das nördliche etwas vor. An der heutigen Fassade ist von einem solchen Vorsprung nichts mehr zu sehen. Sie erstreckt sich von der Südseite der Türeinfassung ohne 24 Gerevich : Budapest régiségei 369

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