Budapest Régiségei 16. (1955)

ANYAGKÖZLÉS - Várnai Dezső: A budai Várpalota középkori kőfaragójelei 325-362

DEZS Ő VÁRNÁT MITTELALTERLICHE STEINMETZZEICHEN AUS DER BURG VON BUDA Zur chronologischen Gliederung der Bauge­schichte des Burgpalastes von Buda geben die an den verschiedenen Teilen der erschlossenen Über­reste des Palastes vorkommenden Steinmetz­zeichen unentbehrliche Stützpunkte. Diese Zeichen sind ausserordentlich interessante, in Stein ge­meisselte Dokumente der Baugeschichte der Burg von Buda und gleichzeitig der Bauhüttentätigkeit. Ursprünglich dienten die Steinmetzzeichen zur Erleichterung der Stücksatzverrechnung und kamen erst in Gebrauch, als man die Gebäude zum grössten Teil aus Quadersteinen zu bauen begann. Vom Gesichtspunkt der Baugeschichte gesehen, erweist sich jene Methode als grundsätzlich irrig, welche durch die Deutung von Zeichen unter­geordneter Bedeutung auf die Entstehung ein­zelner Objekte Schlussfolgerungen ziehen will. Leider verfällt auch Professor Rziha, der ein über­aus reiches Material veröffentlicht hat, in denselben Irrtum. Auch W. Fröde, dem wir die Veröffent­lichung des reichsten ungarischen Materials ver­danken, Hess sich durch dieselbe Hypothese auf Abwege führen. Die Bedeutung der Steinmetzzeichen für die baugeschichtliche Forschung Hegt unserer Ansicht nach nicht im Vergleich der Zeichen überein­stimmender Formen, sondern darin, dass wir mit Hilfe derselben schärfere Grenzen zwischen den Entstehungsperioden ziehen können. Für sich allein betrachtet, sind Steinmetzzeichen ungeeignet für die Bestimmung von Bauperioden. Doch sind sie von unbedingt grosser Hilfe bei der Zusammen­stellung zusammengehöriger Teile einzelner Bau­komplexe sowie bei Rekonstruktionen. Die an verschiedenen Stellen des Baukomplexes vorkommenden übereinstimmenden Zeichen sind äusserst wertvoll, indem sie — zwar ohne den Zeitpunkt ' bzw. das Jahr der Entstehung des betreffenden Gebäudeteiles genau anzugeben — jedenfalls soviel verraten, dass alle jene Teile des Gebäudes, an denen diese Zeichen vorkommen, innerhalb von einem Menschenalter « errichtet worden sind. Nach dem Zeugnis der bisher bekannten Steinmetzzeichen ist eine regere Tätigkeit der beim Bau der Burg von Buda beschäftigten Steinmetz­werkstatt in der zweiten Hälfte des XIV. Jahr­hunderts nur in vereinzelten Fällen nachweisbar. Aus dieser Bauperiode ist kein einziges Steinmetz­zeichen auf seinem ursprünglichen Platz zu finden. Auf einer der Rippen des Gewölbes im Stephans­turm ist ebenfalls nur ein einziges Zeichen vor­handen. Die folgende Periode dürfte von 1390 bis 1417 gedauert haben. Auf den Steinen des ausserhalb der inneren Ringmauer liegenden Rittersaales mit zwei Schiffen und auf denen des Csonka-(Rumpf-) Turmes kommen schon an etwa 60 Stellen Steinmetz­zeichen vor. (Grösstenteils an ihren ursprünglichen Plätzen.) Die Bauperiode von 1416 bis 1458 ist die Zeit der regen Bautätigkeit am Palast unter der Regierung König Sigismunds. Die nächstfolgende Periode (1458 — 1490) ist die Entstehungszeit der Bauten aus der Zeit des Königs Matthias. Aus der Zeit der letzten Bauperiode ( 1490—1541), welche durch die Palast- und Befestigungser­weiterungen der Nachfolger des Königs Matthias gekennzeichnet ist, haben wir bisher Steinmetz­zeichen an ihrem ursprünglichen Platz nicht ge­funden. VERZEICHNIS DER ABBILDUNGEN Abb. 1. 1 — 10. Das Sigismund-Tor ; 11—14. Südliches Cortina-Tor; 15. Zeichen auf dem Tor des Nyúlkert (Hasengarten). Abb. 2. 16—31. Zeichen vom nördlichen Cor­tina-Tor. Abb. 3. 32—36. Üjvilagkert(Neuweltgarten)-Tor; 37—49. Zeichen auf den Überresten des nördlichen Tores des Újvilág (der Neuen Welt). Abb. 4. 50—54. Tore vor dem nördlichen Cor­tina Tor; 55—61. Tore der Ostfassade des alten Palastes; 62—66. Zeichen des Tores neben dem Stephansturm. Abb. 5. 67—71. Zeichen der Sitznischen der Cor­tinamauer an der Donauseite; 72—74. an den Fenstern der Burgkapelle und der Tür nebenan; 75. eines Steines in der Tür des kleinen Hofes; 76—81. Zeichen am Fenster, an den Türen und an anderen Steinen des südlichen Grossen Saales. Abb. 6. 82—103. Zeichen der Ostfassade des alten Palastes. Abb. 7. 104—109. Zeichen am südlichen Teil der Ostfassade des Palastes; 110—112. an der Ostfassade neben dem nördlichen Tor; 113 — 121. Zeichen am Csonka­^Rumpf)- Turm. Abb. 8. 122—126. Zeichen der Tragsteine des Gewölbes im südlichen Grossen Saal; 127 — 143. der zerstreuten Steine dessel­ben ; 144. Zeichen der Gewölberippen des Stephansturmes. Abb. 9. Zeichen an vereinzelt vorgefundenen Steinen aus der Burg. 361

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