Budapest Régiségei 14. (1945)

Járdányi-Paulovics István: Germán alakok pannoniai emlékeken 203-281

registrierten klassischen Schlachtenszene. Die natürliche Ursache dieses Umstandes ist aber in der gemeinsamen Quelle zu suchen, die dem griechischen Boden oder dem griechischen Geiste entsprungen ist. Hansjörg Bloesch erachtet mit gutem Blicke das aus Rom stammende Züricher Relief als eine späte Nachblüte des hohen griechischen Ethos und erkennt in seiner hauptsächlichen Linienführung die Haupt­szene des berühmten Alexánder-mosaiks aus Pompeji wieder. Der dahinstürmende römi­sche Reiter (auf den pannonischen Denk­mälern Kaiser) ist das Paar der Gestalt Alexander des Grossen am pompejischen Mosaik. Seinen Hauptgeguer, den mit dem Pferde niedersinkenden, behosten Barbaren hat der römische Bildhauer nach Bloesch fast unverändert aus dem Mosaik über­nommen. Seine in die Bildfläche gewendete Körperbewegung, seine gespreizten Schenkel und charakteristisch eingebogene Kniehal­tung sind auf den pannonischen Reliefs genau dieselben. Auf den Kuchenformen ist der Gegner, der Vereinfachung der Szene gemäss, unter dem Pferde zu sehen. Auf dem Züricher Relief sind übrigens unter dem galoppierenden Reiter ebenso zwei gefallene Barbaren dargestellt, wie auf der Kuchenform aus Aquincum (Abb. 8.). Obgleich Bloesch an dem Züricher Relief die flavische Tradition zu erkennen wähnt, muss auch er die Einwirkung des trajani­schen Pormsinnes feststellen. Unsererseits glauben wir auch die Pormelemente der Marcussäule zu erkennen. Ja wir würden selbst die Annahme wagen, dass der aus der Stadt Rom stammende wichtige Marmor keine einfache Brunuenverkleidung ist, son­dern Zugehör eines grösseren historischen Denkmals, z. B. ein Relief, bzw. eine Tafel des Marcus-Triumphbogens war, die allen­falls später ganz unorganisch und die Szene störend neben einem Vorderbeine des Pferdes des Haupthelden durchlöchert und im Mittelalter oder in der Renaissancezeit als Brunnen Verzierung verwendet wurde. In diesem Falle würde die Hauptgestalt auch da den Kaiser darstellen. Das Marmor­relief ist jedenfalls ein ausserordentlich wert­volles Bindeglied für die Forschung hellenis­tischer oder selbst klassischer Quellen der bescheidenen römischen Kunst in Ungarn. * Das Museum von Eszék (Osiek) besitzt eine Tonlampe (Abb. IS.), auf welcher ein Germanen-Kopf dargestellt ist (Anm. 95.). An der rechten Schläfe des Kopfes ist auch der charakteristische germanische Haar­knoten vorhanden, er steht wie ein Horn hervor. Das sehr ausdrucksvoll modellierte Gesicht, sowie die ebenfalls überaus be­zeichnende Haarbehandlung erleichtern uns wesentlich die Zeitbestimmung der Tou­lampe. Schon die Form de v s Brennteiles der Lampe verrät, dass wir es mit einem frühen Typus zu tun haben. Man findet grosse stylis­tische Übereinstimmung mit den auf der Trajanssäule abgebildeten Germanen. Vor allem weisen der Gesichtsausdruck, die sor­genvolle Stirne und vornehmlich das mehr­weniger ungeordnete, in die Stirne gezogene Haar so frappante Übereinstimmungen mit den Germanenköpf en der Trajanssäule auf, dass wir gerade das Gefühl haben, unser Köpfchen sei einfach von dort herausgenom­men. vSo haben wir es mit einer um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrhun­dert entstandenen Germanendarstellung zu tun. Wir haben Beweise über einen Export aquincumer Ton ware nach Mursa (Eszék), mit Recht können wir demnach die "Werk­statt der Tonlampe auch nördlicher suchen, wo der Verkehr mit den Quaden unmittel­bar war. Die Statuette eines Sklaven, Barbaren aus Ton wurde neulich bei den Ausgrabungen in Savaria (Szombathely) 1938—41 gefunden (Abb. 19.). Der Verfertiger hat auch pria­pische Motive hineingemischt. Das Gesicht spricht für einen germanischen Sklaven, die Kleidung besteht scheinbar nur aus Hosen. Die Statuette ist mit Glasur überzogen worden. Entstehungszeit : Ende des IL, Anfang des III. Jahrhunderts. Eine kleine Tonform, die zur Herstellung vön Germanenköpfen diente, kam 1934 in der 277

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