Budapest Régiségei 13. (1943)

ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575

Institut im Sommer der Jahre 1939, 1940 und 1942 Ausgrabungen geführt. Im Jahre 1939 haben wir (siehe T. Nagy, Arch. Ért. 1942, S. 211 ff) am nördlichen Teil des Lagers, auf dem Grundstück des prot. Geist­lichen St. Vajda, eine Strecke der durch­schnittlich 1-20 m breiten Lagermauer und einen hufeisenförmigen Zwischenturm, auf dem Grundstück des Advokaten dr. St. Mándy die NW Eckturme freigelegt. Die Innenfläche des abgerundeten, assymetrisch gebauten Zwischenturmes schwankt zwi­schen 1-50—1-65 m. In den Prontteil der westlichen Grundmauer war ein Grabstein mit Inschrift eingemauert, welche wir fol­genderweise lesen können : (Abb. 33.) : [D(is)J M(anibus)l[Ael?(io) Pjroculo sig(nifero). leg(ionis). II adfi(utricis) p(iae) f(idelis)/ an(orum)//] et. Iul(iae). Optat(a)e, eius vivae [jAel(ius) ?IHlü] s. vet(eranus) . leg(ionis) . s(upra) s(criptae) pater. et. Aem[il(ia) ? ////// parejnt(es). fil(io). karissimo, et Ael(io) ProculfinoPf 5 nepotij vivi sibi et Proculo. s(upra) s(cripto) f faciendum) c ( ur aver unt ) Í BS kamen die verschiedenen Varianten der Ziegelstempel LEG II ADI und [Q]VVD­[RI]BV[RGIVM] vor, die auf die Zeit Diocletians datiert werden können. Sie be­stimmen auch die Bauzeit des Turmes. In 65-5 m Entfernung von dem Turm gegen W. hat man am Ende des II. Jh. zum inneren Teil der abgerundeten Ecke des Lagers einen trapezförmigen Eckturm mit 3-38 x 3-20 m innerem Ausmasse gebaut. Aus der unteren Schichte stammt der Boden­teil einer Schüssel vom Form Drag. 37 mit dem Zeichen des Paternus, eines späten Meisters in Lezoux, weiters rotglasierte und gelblichbraun bemalte Gefässbruchstücke, welche mit dem Material der Fabrik in Selmec-Gasse verwandt sind. Später hat man diesen inneren Turm aufgegeben und an die Ecke von aussen den, aus Campona schon bekannten fächerförmigen Turm ge­baut. (St. Paulovics, Il limes romano in Ungheria. Quaderni dellTmpero IV, S. 13. Abb. 14.) Die Stempel [I]OVINI und VPLVPPIVV und ihre Varianten deuten darauf hin, dass man diesen Turm zur Zeit des Valentinianus ausgebessert hat. Die Mauerreste einer Hütte mit Lehmanwurf innerhalb des Turmes deuten weiters darauf, dass man hier auch nach dem Verlassen des Lagers ein ärmlichen Leben fristete. Anfang Juli des Jahres 1940 begann das Institut die Ausgrabungen vor der praetoria­Pront des Lagers. Am Spielplatz der protes­tantischen Knaben- und Mädchenschule fanden wir das östliche Haupttor des Lagers, die porta praetoria. Gleichzeitig mit dem Bau des Lagers haben zwei viereckige, von der Mauerfläche nur wenig ausspringende Türme den 4-20 m breiten Haupteingang flankiert. Aus dem Kanal unter dem mit grossen Kalksteinplatten gepflasterten Strassenkörper kam der Stempel COHPT [Coh(ors) P(rima) T(hracum). Vgl. W. Wag­ner, Die Dislokation d. röm. Auxiliar­formationen . . . Berlin, 1938, S. 189.] (Abb. 34) und dessen Varianten zum Vorschein. Die Stempel LEG HAD und/4»NSA/ stam­men aus der Schichte über der via praetoria, innerhalb der Lagermauer ; in 70 cm Tiefe unter der Oberfläche fand man den Stempel LVPP und seine Varianten und mit den lezteren die Kleinbronze des Valentinian I. (Cohen 2 , 37) Am Anfang des IV. Jahr­hunderts hat man das östliche Haupttor umgebaut. Die viereckigen Türme hat man verlassen und man baute vor sie je einen, aus der Mauerfläche des Lagers hervor­springenden, länglichen, vorn abgerundeten Turm (Abb. 35.) Innerhalb des südlichen Torbaus fanden wir das Bruchstück einer, mit Halbsäulen umgrenzten Inschriftplatte, wo man die Buchstaben .... ET MAXIM OS lesen konnte. Am 14 Juli haben wir im Gemüsegarten des Advokaten dr. St. Mándy auf der, durch unsere Messungen schon früher be­stimmten Stelle innerhalb des Lagers die Ausgrabung des praetorium begonnen. Sein Grundriss zeigte die, auch von den west­lichen Auxiliarlagern her wohlbekannte viereckige Form. Der, vor der retentura angebrachte, längliche, parallelogrammför­mige Flügel von 33 x 6-5 m Ausmasse teilte 553

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