Budapest Régiségei 13. (1943)
ÉRTESÍTŐ - Auszüge = Estratti = Summaries 485-575
MPHORUS BT M Wir können sie als Syjmphorus et M(arcus). . . ergänzen. An den beiden Seiten des Altarbildes standen die Statuen von Cautes und Cautopates auf Postament. Cautes hielt in seinem linken Hand ein halbkreisförmig ausgeschnittenes Amazonenschild, von Cautopates blieben nur die Riste erhalten. Neben der Stratigraphie und den Kleinfunden datieren auch die Stileigenheiten dieser Statuen den Bau unseres Heiligtums auf den Anfang des III. Jahrhunderts. Zusammen mit diesen zwei freigelegten Mithräen kennen wir jetzt schon fünf Mithräen aus der Zivilstadt. Die Placierung der Mithräen innerhalb der einzelnen städtischen Bezirke (Regio) weist darauf hin, dass nach dem Muster der christlichen, sog. Stationskirchen (J. P. Kirsch, Die Stationskirche d. Missale Romanum. Bcclesia Orans. 19. Preiburgi. Br. 1926. S. 22. ff.) auch der Mithraismus die Gläubigen den städtischen Bezirken entsprechend organisierte. Nördlich vom Mithräum nahmen zwei grössere Hallengebäude Platz, die bisher nur zum Teil durchforscht werden konnten. (Siehe Abb. 20, die Gebiete G. und H.) Sie sind durchschnittlich 30 m lang und 12—14 m breit und teilen sich auf verschieden grosse Räume und Zimmer. Wir konnten schon bemerken, dass sie mehrmals umgebaut worden sind, zuerst schon in der ersten Hälfte des II. Jahrhunderts. Bin weiterer Umbau wurde an der Wende der II — III. Jhe vollzogen, und zuletzt am Anfang des IV. Jahrhunderts. Von den Kleinfunden ist die auf Abb. 28. dargestellte, zweiflügelige Zikadenfibel zu erwähnen, die aus der obersten, aus dem IV. Jahrhundert stammenden Schichte stammt, 76 cm tief unter dem obersten Bodenniveau. Der, mit einfachen Riffelungen verzierte Pibelkörper, wie auch die Porm sind für die ungarländische Gruppe dieses Juwelentyps bezeichnend. Sie wurden zuletzt von H. Kühn, IPBK 1935, S. 85 ff. behandelt, der die ungarländischen Bxemplare von 400 bis 500 n. Chr. datiert. Das Aquincumer Stück, das zusammen mit den Bxemplaren aus Chersonnesos und Aquileia zu den frühesten Vertretern dieser Gewandnadeln gehört, ermöglichst uns, dass wir das Brscheinen der Zikadenfibeln bei dem mittleren Lauf der Donau schon auf das letzte Jahrhundert der Römerherrschaft setzen, also früher, als es bis jetzt datiert wurde. (Wie es schon G. Nagy Bp. R. V, 1897, S. 65 richtig bemerkte.) Die frühen Vermittler dieses Pibeltyps konnten eher die Sarmaten, als die Goten sein. (Bs sind in diesem Zusammenhange die zikadenförmigen Goldplatten des Ártányer Grabes zu erwähnen : M. Párduc, Denkmäler aus der Sarmatenzeit in Ungarn I. (Arch. Hung. XXV, 1941.) S. 20. und Taf. XXIX, Abb. 55, 57.) Der jetzt beschriebene Teil der Zivilstadt ist im Norden von einer 5 m breiten Strasse in W.-O. Richtung begrenzt. Wahrscheinlich zweigt diese von der N-S Hauptstrassenlinie ab, die Kuzsinszky im Führer, an dem ersten Plan mit C) bezeichnete. An beiden Seiten ist sie von einem, aus 120 cm breiten ausgemauerten Kanal begrenzt. Das Auffinden dieser Strasse war auch deshalb wichtig, weil sie, zusammen mit der parallelen, im Norden vor dem paedagogium laufenden Strassenlinie den östlichen Teil des Aquincumer Zivilstadt in drei Bezirke teilte. Regio I. ist das Gebiet zwischen dem paedagogium und der nördlichen Stadtmauer. Als Regio II. können wir das zentrale Gebiet des Stadtteils mit den grossen öffentlichen Bädern und dem macellum bezeichnen, die südliche Regio III. umfasst das neu ausgegrabene Gebiet, worüber wir jetzt berichtet haben. Westlich von den Aquincumer städtischen Siedlungen, in den Bergen nahmen Meierhöfe Platz. Diese werden in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift ausführlicher behandelt werden. In einem kleineren Artikel werden wir ebenda über die römischen Steine des Kisceller Attila-Parkes berichten. An der nördlichen Seite des Remeteberges, auf dem Grundstück mit der Parzellenzahl 16439. fanden wir im August des Jahres 1940. einen Sarkophag ohne Inschrift und Verzierung. Br wurde an Ort und Stelle gelassen. 551