Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)
Tanulmányok - Dezső, László: Die grammatische Auffassung von Gabelentz und die Typologie 33
Die grammatische Auffassung von Georg von der Gabelentz und die Typologie In einem Artikel, der sich mit der Geschichte der Typologie beschäftigt, überblickt Robert Austerlitz die Werke von 21 Autoren (Austerlitz 1974), unter denen Georg von Gabelentz nicht erwähnt wird. Von der Deutung des Gegenstands der Typologie ist abhängig, ob man damit einverstanden ist. Zweifellos war die sprachwissenschaftliche und grammatische Konzeption von G. Gabelentz merkwürdig. Sie wich von der Auffassung der Typologen seiner Zeit ziemlich ab, worauf Franz Misteli im Vorwort sienes Buches auch hingewiesen hat (Misteli 1983. XI). Im weiteren überblicken wir skizzenhaft einige Aspekte der grammatischen Konzeption von G. Gabelentz in Bezug auf die einzelnen Sprachen (1.), die Rolle der Grammatik in der allgemeinen Sprachwissenschaft (2.) und das Problem der allgemeinen Grammatik und die Problematik des Typs der Sprache (3.). 1. Der analytische und synthetische Weg bei der Beschreibung der einzelnen Sprachen 1.1. Das dem einleitenden Teil folgende Hauptkapitel (zweites Buch) des Buches von G. Gabelentz ist Die einzelsprachliche Forschung, in dem er ausführt, daß die grammatische Beschreibung dem Verhalten des Hörers und des Sprechers folgen und dementsprechend auf zwei Wegen zwei Systeme erschließen und diese zueinander ins Verhältnis stellen muß: Er bezeichnet den einen als analytischen, den anderen als synthetischen. In der Sprachbeschreibung und in der Reihenfolge der Darlegung des Buches sind gleicherweise das analytische Verfahren und das als dessen Ergebnis gewonnene analytische System das erste: "Das analytische System behandelt die Frage: Wie ist die Sprache grammatisch zu verstehen? das heißt: Welches sind ihre grammatischen Erscheinungen? wie sind sie organisch zu ordnen? wie sind ihre mannigfaltigen Bedeutungen einheitlich zu erklären? Gegeben ist also die Erscheinung, gesucht wird ihre Deutung. Das ist der Standpunkt dessen, der die Rede vernimmt" (Gabelentz 1901. 93). Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.