Nyelvtudományi Közlemények 91. kötet (1990)

Tanulmányok - Bereczki, Gábor: Vokalharmonie im Tscheremissischen 25

VOKALHARMONIE IM TSCHEREMISSISCHEN 29 Auch in der Ufaer Untermundart (B BJ BJp.) finden sich gewisse Ma­nifestationen der palato-velaren Angleichung. Die Angaben von den drei Sammelpunkten weisen so große Ähnlichkeiten auf, daß man sie zusammen behandeln kann. Nach ü in der ersten Silbe ist der vollständig gewordene reduzierte velare Laut ebenfalls ö, z.B. tüijzüyücün 'an seiner/ihrer Wurzel' (Lit. tüijza jacan). Nach ö bleibt der reduzierte Laut erhalten, wird jedoch labialisiert und palatalisiert, z.B. köryözöm 'sein/ihr Inneres (Akk.)' (Lit. körjazam). Nach i steht selten reduzierter Vokal, z.B. kittajne 'ohne Hände'. Nach ö und ü wird a zu a, z.B. pöröales 'sich herumwälzen', sösnä 'Schwein', tüsäketlän körä 'deinem Unterbett entsprechend', türmäste 'im Gefängnis'. Auch in der ersten Silbe erscheint das «, und zwar sehr häufig in tatari­schen Lehnwörtern, z.B. nästä 'Zeug' (TLC 47), säp (TLC 62), tämle 'süß' (TLC 66), usw. Vereinzelt kommt a auch in der ersten Silbe vor, z.B. kasäl 'Mehlbrei', malände 'Erde'. Nach e und i jedoch bleibt der reduzierte velare Laut erhalten; al­lerdings finden sich bei Beke vereinzelt Formen wie kittame 'ohne Hände', kièetam 'deine Hand', terkaze 'nach Hause'. In den mesiten Fällen ist der reduzierte Laut jedoch velar: kecazlan 'an/auf seinen/ihren Tag', weijaze 'sein/ihr Schwiegersohn', ijasken 'ein Jahr lang', kickara 'er/sie/es brüllt'. Das urtscheremissische *i der ersten Silbe wurde massenweise reduziert, z.B. jalme 'Sprache, Zunge', namalne 'unter', pâzas 'Nest', wackaz 'schlank', usw. Es ist eindeutig, daß die palato-vehlfe Angleichung auch in der Ufaer Untermundart eine neuere, sekundäre Erscheinung ist. Auch hier hat der tatarische Einfluß eine große Rolle gespielt, ebenso die sehr häufige tscheremissisch-tatarische Zweisprachigkeit. Ein analoges Beispiel zu der durch fremden Einfluß ausgelösten palato­velaren Vokalharmonie stellt die in Nordwest-Baschkirien gesprochene wot­jakische Mundart, das Tatyschly, dar. Die Wotjaken leben hier mit einer tatarischen Mehrheit zusammen und sind absolut bilingual. Infolge des ta­tarischen Einflusses erscheinen hier die Laute « und a. Sie kommen in tata­rischen Wörtern häufig vor, sind aber auch im ursprünglichen Wortschatz nicht selten (vgl. Kelmakov SFU 10: 101-106). Nyelvtudományi Közlemények 91. 1990.

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