Nyelvtudományi Közlemények 83. kötet (1981)

Tanulmányok - Vekerdi József: Nyelvészeti adalékok a cigányság őstörténetéhez [Sprachgeschichtliches zur Urgeschichte der Zigeuner] 415

NYELVÉSZETI ADALÉKOK A CIGÁNYSÁG ŐSTÖHTÉNETÉHEZ 421 Die berühmte Schmiedearbeit der Zigeuner erweist sich bei genauer Prüfung als ein erst auf der Balkanhalbinsel angeeigneter Beruf bei den Zigeunern. Alle bei der Schmiedearbeit gebräuchlichen Metalle (außer dem Eisen) sowie alle Werkzeuge und Produkte werden durch spätere Lehnwörter (meist aus Bailiansprachen) ausgedrückt. Dabei fällt es auf, daß die Benennungen der Werkzeuge und Schmiedewaren ('Zange', 'Hammer', 'Amboß', 'Nagel') in den einzelnen Zigeunerdialekten nicht einheitlich sind. So hat z. B. der ungarische Zigeunerdialekt ein griechisches Wort für Hammer (sviri), der walachische Zigeunerdialekt ein rumänisches (cokano), der deutsche ein deutsches (harnro). Dementsprechend haben die einzelnen Zigeunergruppen unabhängig vonein­ander diese Tätigkeit erlernt. Die sprachgeschichtlichen Rückfolgerungen stehen in vollem Einklang mit dem Bild, das wir aus geschichtlichen Sanskritquellen über die Vorfahren der Zigeuner (die Dombas) sowie aus ethnographischen Angaben über ihre indischen Stammesverwandten (die Dom- bzw. £>wm-Gruppen) gewinnen. Die Dombas und ihre Abkömmlinge bildeten umherziehende ethnische Gruppen ohne agrarwirtschaftliche oder gewerbemäßige Tätig­keit im indischen Kastensystem, obwohl dort jede Gruppe der Bevölkerung einen aus­geprägten und vererblichen Beruf ausüben mußte. Die Dombas waren aber kastenlos (»unberührbar«), sie führten ein Leben außerhalb der Rahmen der indischen Gesell­schaft, so bestand für sie Möglichkeit und sogar der Zwang, sich von den berufsmäßigen Tätigkeiten der produzierenden Gesellschaft fernzuhalten.

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