Nyelvtudományi Közlemények 73. kötet (1971)

Tanulmányok - Katz, Hartmut: Kleinigkeiten zur Phonologie des Ostjakischen 129

KLEINIGKEITEN ZUR PHONOLOGIE DES OSTJAKISCHEN 135 vordere Vokale auftreten (also auch ä und nicht sein merkmalloses Pendant a!, vgl. KT 769 pot-ta, 1071 tomes-tä, Schwanken: 771 pott§-ta ~ tä). Pie Morphemstrukturregel von KIPARSKY ist überhaupt nicht anwendbar, da die erforderlichen Werte erst in der den Morphemstrukturregeln folgenden ,,eigent­lichen" phonologischen Komponente festgelegt werden. Da KIPARSKY seine Analyse überzeugend untermauert hat, möchte ich folgern, daß es verschiede­ne Typen der (vertikalen) VH gibt. Für S-Ostj. könnte man nach dem bisher Gesagten formulieren: In nicht­ersten Silben treten grundsätzlich Vordervokale auf (dies zu beschreiben wäre Aufgabe von Morphemstrukturregeln), die durch eine VH-Regel in die ihnen entsprechenden Hintervokale verwandelt werden, wenn sie in zweiter oder dritter ..(manchmal auch vierter) Wortsilbe stehen und die erste Wortsilbe einen (endgültig festgelegten) Hintervokal enthält. Das Wirken der VH läßt sich natürlich nur beobachten, wenn Wurzeln mit gemischtem Vokalismus auftreten (wie in Camus-tä). Solche sind in KT nicht allzu selten, aber kaum einmal suffigiert. Vgl. immerhin: KT 633 (DT) närax 'Drüse', näraxem (1. Sg. Px) 641 (DN) näsa 'Schlamm (Hflina)', Adj. näsajdrj Wenn diese Fälle repräsentativ sind, dann wäre die eben gegebene Regel so umzuformulieren, daß die VH nicht vom Vokal der ersten Silbe allgemein, sondern vom ersten mit [+back] spezifizierten ausgeht (a in näsa etc. ist Aus­nahme zu einer Morphemstrukturregel !).14 Zu dieser VH-Regel gibt es natür­lich auch Ausnahmen, z. B. KT 845 (DT) saxtät (~ PD 2068f. saxtät, Instr. saxtätät!) Einige illustrierende Ableitungen (die Beispiele stammen aus obigen Text): morjdstä —* mör]dstä (o -*• öj — rjV) xöräs -+ xöras (VH) wotä —y wota (VH) kötä -> kotä (ö —> oj k) sexdsä -+• sexdsä (e -* e\ x) -*• sexêsa (VH) näsajdrj -*• näsajdr\ (VH) tomestä -> tomestä (VH) usw. Der historische Vorgang, der zu dieser Vokalharmonie führte, ist mir noch nicht klar (es fehlt auch eine Geschichte des Nebensilbenvokalismus). Sicher ist aber, daß sich die VH-Regel im Südostj. kompliziert (degenerali­siert) hat: sie gilt nicht mehr für alle Wortsilben, ihre Wirkung wird (meist) durch palatalisierte Konsonanten abgeblockt etc. Auf die Möglichkeit der Regelkomplizierung hat bereits WURZEL (ASG-Bericht Nr. 4, Nov. 1969, II 2ff.) hingewiesen, er meint aber, auf sein eigenes Beispiel aus dem Deutschen gestützt, sie trete nur unter bestimmten sprachsoziologischen Voraussetzungen (Normierung !) auf. Nach dem hier Gesagten müßte man allgemein damit rechnen. HARTMTJT KATZ 14 Dabei ist klar, daß dieser i. A. nur in erster oder zweiter Wortsilbe stehen kann, wenn er noch VH bewirken soll.

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