Nyelvtudományi Közlemények 73. kötet (1971)

Tanulmányok - Katz, Hartmut: Kleinigkeiten zur Phonologie des Ostjakischen 129

KLEINIGKEITEN ZUR PHONOLOGIE DES OST JAKISCHEN 133 Nach dem Lautwandel ergibt sich eine einfachere Beschreibung des Vokal­wechsels, nämlich: (4) [+tense] - [-fhigh] D. h., möchte ich behaupten, daß man die Neuerung aus dem Westen in Surg. so begierig aufgreift, „weil" sie die eigene Grammatik vereinfacht. Dies wäre ein Beleg für die in der Prager Schule öfters geäußerte Meinung (vgl. zuletzt HAVRÁNEK, TLP II), daß grammatische Erscheinungen nur entlehnt werden, wenn sie der Grammatik „gelegen" kommen. 3. Die Beschreibungen in den §§1,2 oben waren klärlich nur mit Hilfe der Theorie der generativen Phonologie möglich. Nur sie stellt den technischen Apparat zur Verfügung, der Vereinfachungen einer Grammatik „meßbar" macht (§2) und nur sie erlaubt Kontraktionen, Regelordnung und die Be­schränkung von Regeln auf bestimmte syntaktische Umgebungen (§1). Die Vorteile dieser Theorie soll nun noch ein weiterer Fall zeigen, nämlich die Vokalharmonie im Süd-Ost jakischen, der Frau VÉRTES kürzlich (FUF XXXVII 1—70) einen voluminösen Aufsatz gewidmet hat, in dem sie sich mit einigem Recht die Entdeckung deren Regelmäßigkeit zuschreibt. Daß man aber auf diese Entdeckung bis 1969 warten mußte, hat seine guten Gründe. Nach einer „taxonomischen" Phonemtheorie, wie sie STEINITZ anwandte,9 ist die VH im S-Ostj. keineswegs regelmäßig. Man vergleiche: KT 268 Iwotaj aber KT 519 \mor\dstä\ 337 )xöras\ 450 jkötäj andererseits : 511 jmeydttäj aber 834 jsexasaj usw. Tatsache ist nun, daß die VH nur dann regelmäßig ist, wenn wir die phoneti­schen Angaben, die KARJALATNEN für die Vokale der ersten Wortsilbe hin­sichtlich des Merkmals „backness" gibt, ernst nehmen. Von den von STEINITZ für die erste Silbe erstellten Vokalphonemen ändern dabei \o\, \e\ und jö( dieses Merkmal abhängig von der konsonantischen Umgebung (GeschostjVok 22ff.). Frau VÉRTES, die ähnliche phonologische Vorstellungen wie STEINITZ haben dürfte, dreht nun, und das ist ganz interessant, den Spieß um und setzt, 9 Diese Bemerkungen richten sich natürlich nicht gegen STEINITZ, den wohl besten Phonologen innerhalb der Finnougristik, besonders, wie jeder Kenner weiß, auf dem Gebiet des Obugrischen. DÉCSY ist da freilich anderer Meinung (UAJb XLI, 208 f.): Nach ihm sind die Arbeiten STEINITZ' ,,scheinphonologisch", altmodisch, voller absurder Interpretationen und letztlich stur tradierte „Jugendirrtümer" (praktisch habe sieh STEINITZ ja nach dem Kriege kaum mehr mit Fiugr. beschäftigt). Eine bloße Gegenüber­stellung der STEiNiTZschen Phonemsysteme des Urwog. und Urostj. zeige schon, daß sie ganz falsch sein müssen. Der Grund dafür, daß die Finnougristen solchen Unsinn glauben und noch „immer als epochemachende Entdeckungen und unerschütterliche Erkennt­nisse anpreisen", sei in der „suggestiven Persönlichkeit" STEINITZ' und seinem „elegan­ten Stil" zu suchen, davon lasse man sich blenden. Mir schiene es angebracht, daß ein Forscher mit der nötigen Autorität diese Ver­leumdungen einem großen und engagierten Wissenschaftler gegenüber mit der gebotenen Schärfe zurückweist.

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