Nyelvtudományi Közlemények 70. kötet (1968)
Tanulmányok - Bereczki Gábor: W. Steinitz és E. Itkonen finnugor vokalizmuselmélete és a cseremisz nyelv [Die Theorie über den finnisch-ugrischen Vokalismus von W. Steinitz und von E. Itkonen und die tscheremissische Sprache] 23
34 BERECZKI GÁBOR hatása van, pl.: or. 3UÖKÜ 'bölcső' ~cser. (BEKÉ) P., MK. sipka-, de UJ süpka-. E. ITKONEN szerint az alapnyelvben négy hosszú magánhangzó volt: ë, i, ö, ü, s ezek nyoma az egyes rokonnyelvekben ma is felfedezhető eltérő képviseleteik folytán. A fentebbi rövid áttekintés azonban a cseremiszt illetően arról győz meg bennünket, hogy a balti finn hosszú magánhangzóknak ugyanazt a képviseletét találjuk, mint a rövideknek. Tehát a cseremisz nem bizonyít amellett, hogy a finnugor alapnyelv ismerte volna a rövid és hosszú magánhangzók korrelativ rendszerét. Ami a hangszínt illeti, a balti finn magánhangzórendszer viszont, kétségkívül nagyon fontos támpontot nyújt az őscseremisz vokalizmus rekonstruálásához. BERECZKI GÁBOR Die Theorie über den finnisch-ugrischen Vokalismus von W. Steinitz und von £. Itkonen und die tscheremissische Sprache Zwei beträchtliche Theorien gibt es heutzutage, welche die Probleme der Vokalsysteme der finnisch-ugrischen Sprachen zu klären versucht. Die eine knüpft sich an den Namen von W. STEINITZ, die andere an den von E. ITKONEN. Die Abhandlung untersucht, in welchem Maße diese Theorien, den Sprachfakten des Tscheremissischen gegenübergestellt, standhalten. W. STEINITZ hält die reduzierten Vokale â, a (*h), a des Bergtscheremissischen für ursprünglich. Eine mehr eingehende Untersuchung beweist jedoch, daß sich diese Laute aus früherem ö, ü, bzw. a durch Delabialisierung entwickelt hatten. Dagegen sind die Laute ö, ü und a der westlichen Mundarten des Tscheremissischen aus früherem u, ü, bzw. i entstanden. Das wird auch durch die russischen Lehnwörter der tscheremissischen Sprache und durch die interdialektalen Abweichungen des ő, ü und a bewiesen. Die betreffenden reduzierten Vokale sind auch im Tschuwaschischem und Tatarischem vornan ^ den. In einem Teil der tschuwaschischen Mundarten zog sich in betreff der Laute ö und ü derselbe Delabialisationsvorgang voll, wie im Bergtscheremissischen, und dies geschah offenbar nicht unabhängig von einander. Die Laute ö und ü, wie bereits auch von anderen darauf hingewiesen wurde, sind auch in ganz fernen türkischen Sprachen vorhanden, darum können sie im Tschuwaschischen und im Tatarischen nicht durch ein finnischugrisches Substrat erklärt werden. In den tscheremissischen Dialekten verhalten sich die den Lauten 6 oder ü folgenden reduzierten Vokale ebenso, wie in den türkischen Sprachen. Die betreffenden reduzierten Vokale sind im Tscheremissischen unter türkischem Einfluß erschienen, und sie waren im Urtscheremissischen nicht vorhanden, wie dies auch von E. Itkonen angenommen wird. Der ursprüngliche Lautzustand wurde in den vom Verfasser als zentral genannten tscheremissischen Dialekten bewahrt, welche die kompakteste und auch zahlenmäßig ansehnlichste Gruppe der Tscheremissen verkörpern. Diese Dialekte übernahmen die tschuwaschisch-tatarischen Laute ö und ü — gleich dem Wotjakischen und dem Russischen — durch Lautsubstitution. Nach der Behandlung der Theorie von STEINITZ unterwirft der Verfasser die von E. ITKONEN einer Prüfung, und er kommt zu dem Ergebnis, daß die ostseefinnischen Vokale gewöhnlich zwei Hauptentsprechungen im Tscheremissischen haben, doch habe dies mit den Quantitätsverhältnissen der ostseefinnischen Vokale nichts zu tun. Im Tscheremissischen finden wir genau dieselbe Fortsetzung der ostseefinnischen langen Vokale vor, wie die der kurzen. Die tscheremissische Sprache zeugt nicht davon, daß die finnisch-ugrische Ursprache das Korrelationssystem der kurzen und langen Vokale gekannt hätte. GÁBOR BERECZKI