Nyelvtudományi Közlemények 60. kötet (1958)
Tanulmányok - Collinder, Björn: Der Akkusativ im Wogulischen 17
DER AKKUSATIV IM WOGULISCHEN 21 nommen haben, sind diese Diskrepanzen nicht geeignet, unsere Hypothese zu entkräften. Das Px3sg fungiert als bestimmter Artikel nicht nur im Wogulischen, sondern auch im Tscheremissischen, in den permischen Sprachen, im Ostjakischen und im Samojedischen. Im Mordwinischen und im Ungarischen hat sich aus demonstrativen Pronomina ein bestimmter Artikel ausgebildet. Nur im Ostseefinnischen und im Lappischen gibt es keine Speziesunterscheidung bei den Nomina, höchstens Ansätze dazu. Über den Akkusativ der permischen Sprachen äussert WICHMANN: ,,. . . die Akkusativendung [ist] in der absoluten Deklination heutzutage syrj. -e, -o, wotj. -e. Das -s in den Akkusativformen auf syrj. -es, -e, ist wohl ursprünglich identisch mit dem Poss.-Suff. der 3. Pers.Sing. (vgl. wotj. -ezj in determiniere n d er Funktion. Nachdem die urspr. Lativendung *-k aus dem Illativ und die urspr. Endung *-m aus dem Akkusativ im Urpermischen geschwunden waren, war auch der formelle Unterschied zwischen 111. und Akk. in der abs. Deklination beseitigt, vgl. wotj. murt 'Mensch': 111. murts, Akk. murts und murtez; syrj. mort id.: 111. morto, Akk. mörtö [s]. Desto natürlicher und leichter konnte sich also das determinierende Suff, -s, bzw. -z, nicht nur als determinierendes, sondern auch als differenzierendes Kennzeichen im Akkusativ (als Kasus des bestimmten Objektes) der abs. Deklination behaupten. Später wurde dieses -s vom Sprachbewusstsein als Akkusativendung empfunden." Es sei in diesem Zusammenhang erwähnt, dass die im Wotjakischen und im Altsyrjänischen im Plural auftretende Akkusativendung -ty, -dy mit dem Possessivsuffix der zweiten Person PL identisch sein kann. Wie schon SETÄLÄ gesehen hat, bezeichnete die gemeinfinnischugrische Kasusendung -m das bestimmte direkte Objekt. In dieser Hinsicht ist die wogulische Sprache mithin konservativ. Wie die Mehrzahl der anderen uralischen Sprachen hat das Wogulische das Possessivsuffix der 3. Person Sg. als bestimmten Artikel verwertet. Dies hat zur Folge gehabt, dass das Px3sg häufig an den Akkusativ gefügt wurde. So ist ein Gegensatz entstanden zwischen den Kombinationen [Wortstamm + Px3sg + -m] und [Wortstamm -f+ -m- + Px3sg]. In der ersten Verbindung hat das Possessivsuffix seine ursprüngliche Funktion bewahrt, in der letzteren nicht. Das Fehlen der Akkusativendung -m im Nordwogulischen und im Pelymdialekte beweist garnicht, dass der m-Akkusativ eine dialektale Neuerung wäre. Ebensowenig kann das Fehlen des m-Akkusatives in dem kasusarmen Ostjakischen und im Ungarischen beweisen, dass er auch im Gemeinugrischen gefehlt hätte. Die Akkusativendung -m ist für sämtliche Hafrptzweige des uralischen Sprachstammes gut bezeugt und muss als gemeinsames Erbstück gebucht werden. Uppsala. BJÖRN COLLINDEE