Nyelvtudományi Közlemények 60. kötet (1958)

Tanulmányok - Collinder, Björn: Der Akkusativ im Wogulischen 17

18 BJÖEN COLLINDEE In der ostjakischen Nominalbeugung gibt es keinen Akkusativ. Die ungarische Sprache kennt nur die Akkusativendung -t. Im Waldjurakischen ist die Akkusativendung *-m abhanden gekommen. Nach WICEMAN gibt es wohl eine Tendenz, das direkte Objekt durch ein hinzugefügtes Possessivsuffix der 3. Person Sg. hervorzuheben. Im Tawgisamojedischen kommt die Endung -m öfters oder meistens in Wegfall; so heisst kanta 'Schlitten' im Akkusativ kanda oder kandam. Die schwache Stufe in kanda zeigt dass es sich nicht schlechterdings um einen Ersatz des Akkusatives durch den Nominativ handelt. Im Jenissei-Samojedischen enden zufolge CASTRÉN sowohl der Gen. Sg. wie der Akk. Sg. in diejenige Art von Kehlkopfverschluss — nach TERESCENKO handelt es sich um eine stimmhafte Glottisexplosiva — die aus einem Nasal entstanden ist. Nach den knappen Angaben PROKOF'EVS ZU urteilen ist die Endung heutzutage selten hörbar. Auch CASTRÉN sagt, dass sie im täglichen Gespräch meistens wegfällt. Im Tym-Dialekte des Selkupsamojedischen ist -m in -p übergegangen; im Taz-Dialekte wechselt -m mit -p.. Aus dieser Übersicht — in der vorläufig das Wogulische fehlt — dürfte es sich ergeben, dass die Endung *-m sowohl für den nicht-ugrischen (west­lichen) Hauptzweig des Finnisch-ugrischen wie für das Samojedische gut gesichert ist. Wer das gemeinsamojedische Alter des -m beanstandet, dürfte überhaupt nicht für die hergebrachten Prinzipien und Errungenschaften der historisch-vergleichenden Sprachforschung zu gewinnen sein. Und was die westfinnischugrischen Sprachen betrifft, stimmt doch das Lappische mit dem Tscheremissischen überein, und vom Ostseefinnischen wissen wir ja, dass aus­lautendes m in n übergegangen ist, wie z. B. in sydän 'Herz' (tscheremissisch süm, wotjakisch sulem, wogulisch sim, ostjakisch sdm, skoltlappisch Gen. сад dam), Gen. sydämen. Betreffs der permischen Sprachen wissen wir, dass auslautendes m überhaupt in Wegfall gekommen ist, und was für ein Konsonant wäre sonst im Akkusativ morts geschwunden ? (Im 111 a t i v morU ist wohl, wie WICHMANN annimmt, ein *-k geschwunden.) Auch in der dritten Hauptgruppe der uralischen Sprachen ist *-m ver­treten, und zwar im Wogulischen. Das Fehlen dieser Endung in den zwei anderen ugrischen Sprachen ist keine Gegeninstanz, ebensowenig wie der Umstand, dass der Akkusativ in ein paar Dialekten des Wogulischen fehlt. Der Wegfall eines Nominalkasus ist ja im Sprachleben eine alltägliche Er­scheinung. Im Ostjakischen und im Ungarischen kann das (seit der gemein­uralischen Zeit) auslautende *m ganz gut organisch (lautgesetzlich) geschwun­den sein. Man erhebe nicht den Einwand, dass ja im Ostjakisehen z. B. das auslautende m in sdm 'Herz' sich erhalten hat. Es dreht sich in solchen Fällen um einen ursprünglich dreisilbigen Nominalstamm, und ausserdem hat auch paradigmatische Analogie den Auslautkonsonanten des Nominatives konser­vieren können. Im Livischen ist das *-n « *-m) im Akkusativ der Nomina geschwunden, aber 'Herz' heisst südam, sidam. Auch die Erhaltung des -m der ersten Person Sg. der Verben kann nichts beweisen. Denn diese Personen­dung ist vom historischen Gesichtspunkt ein Pronomen und muss somit von Anfang silbisch gewesen sein, und überdies konnte das mit m anfangende Wort für 'ich', wenn es unmittelbar auf die Verbform folgte, das *-m vor V Wegfall schützen. Im Lulelappischen hört man oft z. B. boadam топ 'ich komme', aber dagegen топ boadau. Im Nordlappischen, vom nördlichen

Next

/
Oldalképek
Tartalom