Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 52. (2007)
SCHARR, Kurt: Österreichische Archivalien in der Ukraine (Galizien und der Bukowina)
Rezensionen an die angeführten Städte und Magnaten konnten leider nicht aufgespürt werden. Im Familienarchiv Thurzö (im Ungarischen Nationalarchiv) und in den oben erwähnten Beständen wurden zwar noch einige weitere an Alexius Thurzö gerichteten missiles gefunden, jedoch von sonstigen Autoren wie von Thurzös Servitoren. Neben dem großen Verdienst, das diesem Band zukommt, hat er auch manche weniger gravierende Schwachstellen zu verzeichnen. 1. 14 Stücke der Sammlung sind bereits früher veröffentlicht, diese wurden nach Möglichkeit mit dem Original verglichen und, wenn erforderlich, korrigiert. In sechs Fällen konnte aber die Edition nicht auf das Original zurückgreifen, nur den Text aus den Bänden der Monumenta Hungariae Historica und Acta Tomiciana abdrucken (jedoch nach eigener orthographischer Methode!), und in zwei Fällen stützt sie sich auf neuzeitliche Abschriften. Von zwei Briefen (an Anton Fugger und an Königin Maria) konnte nur je ein anderswo bereits erschienenes Regest abgedruckt werden. 2. Während die an Thurzö gerichteten Ferdinand-Briefe als Regest in die chronologische Zusammenstellung der Edition eingebaut werden, kommen im Band insgesamt sieben weitere, von verschiedenen Autoren an Thurzö gerichtete Schreiben, die durch die Editorin gefunden und in der Einleitung aufgelistet worden sind (S. 12-13), nicht einmal in Form eines Regestes vor. Die Erklärung, sie seien wegen ihrer geringeren Wichtigkeit ausgelassen worden, klingt kaum überzeugend, zumal ihr gar nicht uninteressanter Inhalt kurz vorgestellt wird. 3. Die Benutzung der Dokumentensammlung wird mitunter durch die parallel laufende arabische und römische Nummerierung der Thurzö-Texte und der Ferdinand-Regesten erschwert. Nicht einmal eine in der Kopfzeile angegebene laufende Nummer erleichtert einem die Orientierung im Band. Die mit ebenfalls römischen Ziffern durchnummerierten textkritischen Noten (I-CLXXV) wirken ebenfalls ungewöhnlich und störend. 4. Statt ein bewährtes Transskriptionssystem zu wählen, versucht die Edition zwischen der Widerspiegelung von den Unfolgerichtigkeiten der Schreiber und der unentbehrlichen editorischen Normalisierung zu balancieren, indem sie sich eigene orthographische Richtlinien schafft (S. 16-18). Einige von diesen Regeln sind schwierig zu begründen, z. B. die für den Gebrauch des langen ,j“ in lateinischen Texten: Iunius und Julius stehen nebeneinander. Trotz dieser kritischen Bemerkungen kann der Rezensent nur hoffen, dass das Editionsprojekt, wie angekündigt (S. 11-12 und 16), mit der Erschließung weiterer ausländischer Archive fortgesetzt wird. Zoltän Csepregi 351