Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

AGSTNER, Rudolf: Die diplomatische und konsularische Präsenz von Österreich(-Ungarn) im Afrika südlich der Sahara

Rudolf Agstner wurden in Laurenco Marques (Mosambik) und 1908 in Mombasa (Kenya) Honorarkonsulate errichtet. 1912 wurde die Zuständigkeit des Honorarkonsulats auf Sansibar auf Deutsch-Ostafrika (Tanganyika) ausgedehnt - ein Zustand, der mit der Kriegserklärung Großbritanniens an Österreich-Ungarn am 12. August 1914 sein Ende fand. 1912 wurde schließlich in Addis Abeba ein Honorarkonsulat errichtet, das 1913 seinen Dienstbetrieb aufnahm; es bestand bis Oktober 1914, als sich der k. u. k. Honorarkonsul nach Österreich absetzte. Honorarkonsul Schwimmer hatte im Frühjahr 1914 den Verlauf von 120 ausgeschiedenen Festungsgeschützen M 1861 durch das k. u. k. Kriegsministerium an Äthiopien organisiert, was vor allem in Italien nicht unbemerkt geblieben war.7 Von der 1872 vom k. u. k. Gesandten in Portugal gemachten Anregung, in Luanda und Benguela (Angola) Konsularämter zu errichten, da diese Kolonie sowie auch Mosambique - letzteres Land besonders - seit der Eröffnung des Kanals von Suez - in der Tat an Bedeutung für den Handel zunehmen und daß ihre große Fruchtbarkeit ihnen eine bedeutende Zukunft zu sichern scheint, glaubte das k. u. k. Ministerium des Äußern mangels Interesse des österreichischen bzw. des ungarischen Handelsministeriums „vorläufig [...] Umgang zu nehmen sollen.“8 1901 lag ein Gesuch um Ernennung zum k. u. k. Honorarkonsul in Benguela vor - Wien lehnte neuerlich ab, „da die Errichtung eines k. u. k. Konsularamtes in Portugiesisch- Westafrika bisher von keiner Seite angeregt worden ist.“9 Die Anregung in Beira (Mosambik) ein Honorar-Konsularamt zu errichten wurde 1901 nicht aufgegriffen.10 Genauso wenig war das k. u. k. Ministerium des Äußern im Jahre 1906 „in der Lage [...] der Anregung näher zu treten,“ auf der 939 km2 großen, damals portugiesischen Insel Säo Tomé im Golf von Guinea eine k. u. k. Konsularvertretung einzurichten.11 Als Folge der handelspolitischen Mission von „SMS Zenta“ im Jahre 1902 war 1903 geplant, in Tamatave auf Madagaskar ein Honorarkonsulat zu errichten, wozu bereits die Zustimmung der französischen Regierung vorlag; bei genauerer Prüfung wurde mangels nachweisbarer kommerzieller Beziehungen und im Hinblick auf die Geringfügigkeit der zu vertretenden Schutzinteressen dermalen davon Umgang genommen.12 7 HHStA, AR, F 94, K 14, Abessynien. 8 HHStA, AR, F 8, K 40, Portugal. 9 HHStA, AR, F 8, K 67, Angola, MdÄ 49 836 vom 8. August 1901 an Bot. London. 10 HHStA, AR, F 8, K 79, Beira. 11 HHStA, AR, F 8, K 216, San Thome. 12 HHStA, AR, F 8, K 239, Tamatave, MdÄ 34 042/10 vom 19. Mai 1904 an Botschaft Paris. 40

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