Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

DEUSCH, Engelbert: Ein Versuch die österreichische Protektion auf das Fürstentum Montenegro auszudehnen

Engelbert Deusch abgelaufenen 8 Jahren habe er nur 5 000 fl bekommen, zuletzt im Jahre 1824, weil das österreichische Gebiet von Montenegrinern beunruhigt worden war. Eine Untersuchung ergab, dass der damalige Kreishauptmann Paitoni 1824 1 000 fl unterschlagen hatte. Mit AE vom 17. November 1832 wurde die Geldunterstützung an den Archimandriten von Montenegro vorläufig eingestellt.50 Kellners Bericht veranlasste Kaiser Franz Joseph zu einem Handbillet an den Kultusminister.51 Darin hieß es: Der wichtige Einfluss, den die kirchlichen Zustände der griechisch nicht unierten Christen in Dalmatien auf ihre Glaubensgenossen in Montenegro und in der Türkei ausüben, machen unverzüglich eine gründliche Verbesserung notwendig. Bischof Mutibarich sei seiner Stelle zu entheben. An seiner Statt ernenne Ich den Archimandriten52 Knezevich des Klosters S. Archangelo bei Kistagne im Zaratiner Kreise zum griechisch nicht unierten Bischof für Dalmatien mit der ihm ausdrücklich aufzuerlegenden Verpflichtung, jährlich einige Monate in Cattaro zu residieren. Weiters ist es Mein Wille, dass 2. der griechisch-nicht-unierten Pfarrgeistlichkeit in Dalmatien eine Kongrua53 von dreihundert Gulden gesichert, 3. die unerläßlich notwendige Herstellung der griechisch nicht unierten Pfarreien und Kirchen in Dalmatien bewerkstelligt, und 4. die bereits bestehende Klerikalschule von Zara in einen solchen Zustand versetzt werde, dass sie dem griechisch nicht unierten Klerus in Dalmatien und in Montenegro eine ausreichende Bildung zu gewähren geeignet sei. Auch sind in dieser Schule einige Freiplätze für montenegrinische und bosnische Jünglinge zu stiften, worüber Mir noch nähere Anträge zu erstatten sind. Die zur Erreichung dieser Zwecke erforderlichen Geldmittel sind nötigenfalls aus dem Staatsschätze zu leisten. Sie haben ohne Verzug und mit allem Nachdrucke für die Durchführung dieser Maßregeln im Einvernehmen mit meinem Minister des Innem und dem Finanz-Minister zu sorgen, gleichzeitig aber auch dasjenige in Antrag zu bringen, was etwa zur Unterstützung der katholischen Kirche in Dalmatien erforderlich sein sollte, um zu verhüten, dass ihre Interessen durch einseitige Begünstigung der griechisch nicht unierten Religion gefährdet werden. Schon am 28. März 1853 wurde Baron Mamula der durchgeführte Wechsel auf dem orthodoxen Bischofsstuhl von Zara mitgeteilt und die Bereitschaft des österreichischen Kaisers kundgemacht, die bisherige Unterstützung Russlands an den Fürsten Danilo und 50 Ebenda. Bemerkungen des Kultusministers Graf Thun zu Kellners Bericht. 51 Kriegsarchiv Wien, MKSM 1853 Nr. 1 359 Ah Handbillet an den Kultusminister Graf Thun, Wien 28. März 1853. Archimandrit = Vorsteher mehrerer orthodoxer Klöster. 53 Nach dem katholischen Kirchenrecht versteht man das zum Unterhalt notwendige Mindesteinkommen eines Benefizianten. 160

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