Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

SPIRA, György: Die erste Schilderung von Artúr Görgei über seine Tätigkeit

Die erste Schilderung von Artur Görgei über seine Tätigkeit eine compacte leitbare Streitmacht zu sein. Die Detaillsff der Affaire bei Temesvär48 sind mir nicht bekannt, nur so viel scheint gewiß, daß einerseits das zeitgemäße88 Eintreffen der Division Paniutin auf dem Kampfplatze und ihre Tapferkeit die Österreicher rettete,hh anderseits die Ungeschicklichkeit der ungrischen Führer die eigenen Truppen dermaaßen“ kampfunfehig11 machte, daß die Schlacht mit einer wilden Flucht bis Lugos'* endete. Einen Tag früher, als die offiziel/l/e Nachricht von der Affaire bei Temesvär in Arad erlangte, standen schon österr. Truppen vor Neu-Arad. Somit scheiterten meine Anstrengungen behufs einer Vereinigung sämmtlicher ungr. Streitkräfte an der Ungeschicklichkeit oder Verräterei der polnischen Generale scheiterten;1* und da ich allein zu schwach war, um auch nur eine der beiden kaiserl. Armeen zu besiegen, so zog ich es vor, den Krieg mit einem Male durch jenen Schritt, welchen ich am 13ten Aug. getan habe, zu enden. So lautet also der authentische Text der ersten Denkschrift Görgeis, an deren Ende - abweichend von der Reinschrift der zeitgenössischen russischen Übersetzung — weder eine Datierung, noch eine Unterschrift zu finden ist. Wenn wir nun die von Pal Zsigmond Pach veröffentlichte Übersetzung ins Russische und deren ungarische Übersetzung mit diesem Text und mit diesen auch das dem deutschen Original beiliegende russische Konzept vergleichen, können an manchen Punkten bedeutende Unterschiede registriert werden. Vor allem die, dass der Abschreiber der russischen Übersetzung den Originaltext der Übersetzung an manchen Stellen veränderte - an mehreren Stellen stilisierte er den Text, manchmal kürzte er ihn, manchmal erweiterte er ihn jedoch auch. Das auffallendste Beispiel für eine Kürzung des Textes ist an der Stelle zu finden, an der Görgei die Gesamtzahl der nach der Einnahme von Ofen an der Westgrenze Ungarns aufmarschierten Truppen aufzählt: hier gibt er einzeln die ungefähre Stärke der direkt seinem Kommando unterstellten Armeekorps und auch die Zahl der Geschütze an, und all das wird auch vom russischen Übersetzer wiederholt. Der Reinschreiber der russischen Übersetzung jedoch bringt die Stärke der Soldaten nur zusammengezogen, die Zahl der Geschütze lässt er ganz weg, und daraus ergibt sich, dass wir auch in der ungarischen Übersetzung von Zsigmond Pal Pach die bezüglichen Angaben nur so unvollständig finden. Für die Erweiterung kann als Beispiel die Stelle gelten, dass wo Görgei von der Kleinen Donau spricht dort der Übersetzer diese Bezeichnung wortwörtlich ins Russische überträgt, der Kopierer des Textes jedoch die Benennung um der Unbedarfteren willen um das Attribut des aus dem Namen der an dem Donauarm gelegenen Ortschaft Neuhäusel50 erweitert (doch fehlerhaft, statt „Neuhäusler“ „Neusiedler“ geschrieben, mit kyrillischen Buchstaben * 44 48 In rumänischer Sprache: Timiçoara, in serbischer Sprache: Temisvar. 44 Rumänischer Name: Lugoj. 5(1 Ungarischer Name: Érseküjvâr, slowakischer Name: Nové Zâmky. 133

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