Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 51. (2004)

SPIRA, György: Die erste Schilderung von Artúr Görgei über seine Tätigkeit

Außer dem operirte die Besatzung der Festung Komom20 21 in der Insel S/ch/ütt. Rechtes Donau-Ufer: Raab:22 7tes Armeecorps. Papa: Division Kmety. Bei Tötis23 sollte sich eine Reserve von 12 000 Mann neu organisirter Truppen zusammenziehen. Die Truppen auf dem rechten Ufer hatten blos c den Zweck, die Hauptstädte24 und die Nieder- Donau, so wie das verschanzte Lager bei Szöny, welches neu hergestellt werden mußte, gegen Handstreiche der Österreicher zu sichern. Die Offensive auf dem linken Donau-Ufer mußte mit der Forcirung der Waaglinie beginnen. Am 20ten Juni rückte das 2te Armeecorps, welches bei einer ungeschickten forcirten Recognoscirung lm 16ten desselben Monats bis auf 5 000 Mann herabgeschmolzen war, bei Aszöt über die kleine Donau, forcirte die Ortschaften Zsigard,25 Kiraly-Réf26 und Peret.27 Die Österreicher gaben für diesen Tag jeden ferneren Widerstand d auf. Unter dem Schutze des 2ten Armeecorps übersetzte das 3te die Waag bei Négyed28 und rückte noch am selben Tage bis Pered nach; ein Dritteil dieses Corps blieb auf dem linken Waag-Ufer zurück und marschirte an dem Fluße bis auf die Höhe von Selye,29 um wo möglich den Übergang dort zu versuchen. Das lte Armee-Corps hatte die Aufgabe, die Waag bei Szeret30 zu paßiren,' um die Vorrückung der zwei erstgenannten zu erleichtern. Am Abende des 20ten erfuhr ich, d/aß/ die Division Paniutin zur Unterstützung der Österreicher bereits nahe genug sei, um an dem nächsten Gefechte teil nehmen zu können. Ich wartete demnach am 21 ten den Angriff ab und, da das lte Armee-Corps die Waag bei Szeret nicht übersetzte und ich mit kaum 13 bis 14 000 Mann gegen die Division Paniutin mit den Österreichern vereint zu schwach war, so wurde ich genötigt, mich noch am selben Tage über die Waag und kleine Donau wieder zurückzugehen. Dieser Versuch einer Offensiven f gegen Pressburg 8 gab mir die Gewißheit, daß Rußland in der Tat auf das kräftigste interveniren werde, und bestimmte mich den Plan für due ferneren Operationen so zu entwerfen, daß die Hauptangriffe der Ungarn nur auf die österreichische Macht geführt würden, um dadurch wenigstens die Möglichkeit herbeizuführen, auf Grundlage einiger günstigen Bedingnisse nacificiren zu können. Die erste Schilderung von Artur Görgei über seine Tätigkeit 20 Verstehe hierunter das Präsidium Aszöd (slowakisch: Asod) im Komitat Komom, das nicht mit dem gleichnamigen Dorf im Komitat Pest zu verwechseln ist. 21 Ungarisch: Komärom, slowakisch: Komämo. 22 Der ungarische Name lautet: Györ, lateinisch: Jaurinum, slowakisch: Räb. 23 Der ungarische Name lautet: Tata. 24 D. h. Ofen und Pest. ~5 Richtig: Zsigard, in slowakischer Sprache: Zihärec. 26 Richtig: Kirâlyrév, slowakisch: Kral’ov Brod. 27 Richtig: Pered, heutiger slowakischer Name: Tesedfkovo. 28 Richtig: Negyed, slowakischer Name: Neded. 29 Richtig: Sellye, später: Vägsellye, slowakischer Name: Safa. 30 Richtig: Szered, slowakischer Name: Seredf 129

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