Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv
HILLBRAND, Erich: Das Kriegsarchiv von 1945 bis zur Jahrtausendwende
Erich Hillbrand Walter Wagner und dem Autor konzipierte Ausstellung: „Die österreichische Militärgrenze 1535-1871. Gedächtnisausstellung anlässlich des 100. Jahrestages ihrer Auflösung“69 *. Zahlreiche weitere Ausstellungen kamen unter wesentlicher Mitwirkung von Angehörigen des Kriegsarchivs zu Stande. Christoph Tepperberg stellte regelmäßig - im alten Benützersaal gezeigte - Kleinausstellungen mit breit gefächerter Thematik zusammen. Auch in Publikationen erfolgte diese Öffentlichkeitsarbeit: So beinhalten u. a. die Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs sowie das seit 1969 erscheinende „Scrinium“ zahlreiche Abhandlungen über einzelne Teilbestände. Als Redakteur letzteren Organs des Verbandes Österreichischer Archivare fungiert seit 1969 Rainer Egger. Als man neuerlich den Gedanken an ein Zentralarchivgebäude”1 aufnahm, traten wieder andere Aufgaben in den Vordergrund. Das Für und Wider eines solchen Vorhabens hatte man schon in den Tagen der Monarchie, der Ersten Republik und während der Zeit der Eingliederung in das Deutsche Reich erörtert, das Kriegsarchiv allerdings erst seit den frühen 50er Jahren - auf die Zuteilung von ERP- Mitteln (Marshallplan) hoffend - in die Überlegungen mit einbezogen. 1980 fiel schließlich der Entscheid für die Realisierung71 des mehrfach erwogenen Planes. Schon Jahre vor Baubeginn setzten die Vorbereitungen für die Übersiedlung ein: Feststellung des Raumbedarfs, Stellagen- bzw. Kästenauswahl etc. Die Leitung der Arbeiten für die Aktenbestände oblag von Anfang an Walter Wagner, der nach dem Ausscheiden Winters im Jahre 1983 auch die Direktion des Hauses übernahm,72 für die Karten- und Bildersammlung dem Autor.73 Nach der Pensionierung Walter Wagners mit Ende des Jahres 1988 übernahm Rainer Egger dessen Aufgaben der Übersiedlungsvorbereitung und -durchführung.74 69 Die österreichische Militärgrenze 1 5 3 5- 1 8 7 1 . Urkunden, Akten, Karten, Pläne, Bilder. Gedächtnisausstellung anlässlich des 100. Jahrestages ihrer Autlösung. Veranstaltet vom Österreichischen Staatsarchiv - Kriegsarchiv. Wien 1971. 711 KA, Nachlässe und Sammlungen, B 656 (Nachlaß Regele), Konvolut Zentralarchiv; Winter, Das Kriegsarchiv, S. 160 f.; M ikoletzky: Das Österreichische Staatsarchiv, S. 10. ln den 50er Jahren und um 1960 sah man als Standorte u. a. das Gelände der ehemaligen Rennweg- oder der Stiftkaserne unter Einbeziehung des Flakturmes vor. 71 Peball, Kurt: Der Neubau des Österreichischen Staatsarchivs, ln: Scrinium 34 (1986). S. 135 - 143. 72 Walter Wagner: * Wien, 13.1.1923, t Wien, 1 1.6.1989. Wagner stand dem Archiv 1983 bis Ende 1988 vor - als erster Direktor, der seine gesamte Dienstzeit ausschließlich im Kriegsarchiv verbracht hatte. KA, Ms/KA Nr. 170; u. a. Hillbrand, Erich: Das Kriegsarchiv gratuliert Hofrat Dr. Walter Wagner, ln: Scrinium 38 (1988), S. 299 f.; Gaisbauer, Adolf: Verzeichnis der Publikationen von Walter Wagner, ln: Scrinium 38 (1988), S. 354 - 365; H i 11 bran d , Erich: Walter Wagner. In: MÖStA 41(1990), S. 446 -451. 73 Hillbrand, Erich: Vom alten ins neue Heim. Die Übersiedlung der Karten- und Bildersammlung des Kriegsarchivs. In: Scrinium 47 (1993), S. 324 - 330. 74 Egger, Rainer: Archivübersiedlungen am Beispiel des Wiener Kriegsarchivs erläutert. In: Scrinium 46 (1992), S. 285 - 293. 54