Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 49. (2001) - Quellen zur Militärgeschichte – 200 Jahre Kriegsarchiv
Otto Friedrich Winter: Zum Geleit
Zum Geleit Eine letzte schwere Belastung, wenn auch aus einem erfreulichen Anlass, hatten die Archivare des Kriegsarchivs in dieser Epoche noch zu bewältigen: die Übersiedlung in das neue Zentralarchivgebäude. Schon in der Planungsphase war es möglich, die der bestmöglichen Verwahrung der verschiedenartigen Bestände adäquaten Regelungen einzubringen. Während der Bauzeit wurden in jahrelanger Tätigkeit (Einkartonierung, Beschriftung, Verzeichnung) die Schriftguteinheiten, die Pläne, Karten und Bilddokumente und die Bibliotheksbestände „übersiedlungsreif' gemacht, sodass die Übersiedlung in das fertig gestellte Zentralarchiv programmgemäß abgewickelt werden konnte. Mit der Neuaufstellung wurden strukturelle Änderungen im Staatsarchiv vorgenommen, von denen das Kriegsarchiv in bedeutendem Ausmaß betroffen war. Die Bestände aus der Zeit nach 1918 wurden an das neu geschaffene „Archiv der Republik“ abgegeben, die stattliche Anzahl gesammelter militärischer Nachlässe an die neue Abteilung „Nachlässe und Sammlungen“. Die umfangreichen Bibliotheksbestände bilden den Grundstock der neuen „Bibliothek des Staatsarchivs“, die Buchbinderei und Restaurierwerkstätte wurden mit gleichartigen Einrichtungen anderer Archivabteilungen zusammengelegt. Durch die räumliche Nähe in einem Gebäude und gute kollegiale Kontakte ist jedoch die Gewähr gegeben, dass das Kriegsarchiv, nunmehr im Wesentlichen Historisches Militärarchiv der Habsburgermonarchie, auch in Zukunft seiner traditionellen Aufgabe, der Pflege der österreichischen Militärgeschichtsforschung als unverzichtbarer Teil der Geschichtswissenschaft, unter günstigen äußeren Bedingungen gerecht werden kann. Otto Friedrich Winter Direktor des Kriegsarchivs a.D. 7