Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)
AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz
Rudolf Agstner Republik Österreich nicht länger auf die Pfirter 1930 zugestandene Gebührenbeteiligung von 1 200 Franken verzichten; am 24. April 1934 wurde daher ein Zusatzvertrag mit Pfirter abgeschlossen, des Inhalts, dass Honorarkonsul Pfirter zur Kenntnis nahm, daß alle gebührenpflichtigen Konsularamtshandlungen vom 1. März 1934 angefangen im Namen und für Rechnung der österreichischen Gesandtschaft vorzunehmen sind und die ihm bisher zugestandene Gebührenbeteiligung jährlicher 1 200 Franken erlischt. Das Honorarkonsulat wurde mit der Gesandtschaft vereinigt und Pfirter amtierte in der Kanzlei der Gesandtschaft in der Laupenstraße 5. Am 21. März 1935 wurde Pfirter zum Honorargeneralkonsul ad personam ernannt, wozu der Schweizer Bundesrat am 12. April 1935 sein Exequatur erteilte. Die Amtsgeschäfte wurden aber nicht von Pfirter, sondern von Dr. Joseph Hubert (H.J.) Berckum"" geführt, der durch 52 Jahre in Diensten von Chocolat Tobler stand. Das Honorarkonsulat in Bem - dessen Gründung letztlich mit dem „Sparpaket“ im Gefolge der Völkerbundanleihe und der dann nicht erfolgten Schließung der Gesandtschaft in Bem in Zusammenhang stand - wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder errichtet. Kehrli Paul * Brienz (Bem) 1870 HK 18.12.1925 - 28.2.1930 t Bem Nov. 1955 Pfirter Emil * Pratteln 16.7.1878 HK 22.4.1930t Bern 22723.5.1940 HGK 21.3.1935 - 13.3.1938 VI. Chur Im Jahre 1965 regte ein in Chur lebender Wiener Industrieller die Errichtung eines Honorarkonsulates in Chur an und brachte sich selbst als Honorarkonsul in Vorschlag. Von der Botschaft Bem gepflogene Erhebungen ergaben, dass damals nur Italien ein effektives Konsulat in Chur unterhielt. Im Kanton Graubünden lebten damals 1 150 Österreicher, im Kanton Glarus 440, so dass der Schluss nahe lag, die Errichtung eines eigenen Konsularbezirkes für ca. 1 600 Österreicher würde für das Generalkonsulat Zürich [...] eine immerhin fühlbare Entlastung bedeuten [...].'" Obwohl durch ein Missverständnis der Bewerber vom Schweizer Bundesrat bereits das Exequatur erhalten hatte und die Ernennung im Graubündner Tagblatt 110 111 110 * Köln 6. August 1883, t Brissago/Tessin 8. Juni 1966; heiratete am 4. September 1909 in Bem Johanna Klara Meyer, von Hägglingen/Aargau, seit 1910 in Bern, seit 25. September 1919 Bürger von Bem. 111 ÖB, Bem 676-Res vom 11. August 1965. 46