Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)
AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz
Rudolf Agstner konsulats Dr. Jürg Gadient Engi vor, der im wirtschaftlichen Leben Basels eine bedeutende Rolle spielte und auch Oberst der Artillerie war.96 Dem Ministerrat vom 10. September 1968 lag der Antrag des Außenministers auf Bestellung von Dr. Jürg Gadient Engi, Präsident des Verwaltungsrates der Lonza AG, Basel, und sieben anderer Unternehmungen sowie leitender Funktionär bei zwanzig weiteren wirtschaftlichen Unternehmungen, zum neuen Titulär, des Honorarkonsulates Basel vor, der antragsgemäß genehmigt wurde.97 Engis Bestellung erfolgte am 26. September 1968, und nach mehrmonatiger Unterbrechung nahm das Honorarkonsulat Basel unter dem neuen Titulär Dr. Engi am 18. Oktober 1968 seine Tätigkeit in der Münchensteinerstraße 38 wieder auf. Anfang des Jahres 1972 regte die Botschaft Bem die Rangerhöhung des Honorarkonsulats in Basel zu einem Honorargeneralkonsulat an; damals bestanden in Basel 3 Berufsgeneralkonsulate (BR Deutschland, Frankreich, Italien), zwei Honorargeneralkonsulate (Dahomey, Türkei), ein Berufskonsulat von Großbritannien, von Honorargeneralkonsuln geleitet wurden die Honorarkonsulate von Dänemark und Schweden, weiters bestanden Honorarkonsulate von Belgien, Norwegen, Niederlande, Mexiko u. a. Da die drei größeren Nachbarstaaten der Schweiz in Basel über Berufsgeneralkonsulate verfügen, wäre es durchaus gerechtfertigt, wenn Österreich dort auch durch eine gleichrangige Honorarkonsularbehörde vertreten sein würde [...). Basel ist außerdem nach Zürich die zweitgrößte Schweizer Stadt, somit größer als Genf, wo Österreich ein Honorargeneralkonsulat betreibt. Das österr. Konsularamt in Basel ist für zwei Kantone (Basel-Stadt und Basel-Land) zuständig und betreut über 3 000 dort lebende österr. Staatsbürger, während sich im Bereich des HGK Genf nur etwa 1 800 Österreicher befinden, wobei sich diese Anzahl nach der in Aussicht genommenen Errichtung eines Konsulates in Lausanne sogar auf kaum 1 000 vermindern wird [...]. Botschafter Bielka, der die österreichischen Kontakte zu Basel, „eines der bedeutendsten kulturellen, industriellen und auch finanziellen Zentren der Schweiz“ intensivieren wollte, glaubte daher, daß eine Rangerhöhung [...] auch erkennen ließe, daß Österreich die Bedeutung Basels im Verhältnis zu den übrigen Schweizer Städten richtig bewertet, was für den weiteren Ausbau der österreichischen Kontakte zu dieser Stadt förderlich und somit durchaus zweckdienlich wäre [...].98 Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten nahm den Antrag der Botschaft Bem auf und lud diese ein, die Vorgenehmigung der Schweizer Stellen zur Rangerhöhung des Honoraramtes und der damit verbundenen Bestellung Engis zum Honorargeneralkonsul und des zugeteilten Honorarvizekonsuls Dr. Preiswerk zum Honorarkonsul einzuholen. % Österreichische Botschaft (in Hinkunft: ÖB], Bem 174-Res/68 vom 24. April 1968. 97 Beschlußprotokoll 92. Ministerrat, Pkt. 2, vom 10. September 1968, BMfaA 93 941 -1a/68. 98 ÖB, Bern 58-Res/72 vom 8. Februar 1972. 42