Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)

AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz

Der Mietvertrag wurde schließlich - gegen nunmehr 3 000 Franken Miete - am 1. Oktober 1918 bis 30. September 1920 verlängert. Mit 1. Januar 1913 wurde das Vizekonsulat Basel in ein Konsulat umgewandelt79 80 81, da sich gezeigt hatte, daß „ihr Rang als Vizekonsulat mit ihrer Bedeutung nicht im Einklänge steht und Jeszenszky am 6. Juni 1913 der Titel eines General­konsuls 2. Klasse verliehen. 1917 berichtete Jeszensky, dass es auf die hieramts vorsprechenden ungarischen Staatsangehörigen einen sehr üblen Eindruck macht, daß das k. u. k. Amt noch immer das alte, dem zwischen Österreich und Ungarn bestehenden staatsrechtlichen Verhältnisse nicht entsprechende Wappen­schild führt, und sie gaben darüber schon wiederholt ihrem Staunen Ausdruck, daß der bereits vor mehr als 1 Zi Jahren erlassene Allerhöchste Befehl, der die Einführung eines neuen gemeinsamen Wappens anordnet, gerade von der k. u. k. Vertretungsbehörde so wenig beachtet wird.*1 Österreichische Konsulate in der Schweiz - Teil I Abb. 5: Siegel des k. u. k. Konsulats Basel 1913 Am 11. November 1918 vernichtete Jeszenszky mit Rücksicht auf den heute ausgebrochenen Generalstreik, welcher, falls er zu einem bolschewistischen Umsturz führen sollte, die plötzliche Besetzung Basels durch Enten­tetruppen herbeiführen könnte, den Amtschiffre.82 Am nächsten Tag wurde in Wien die Republik Deutsch- Österreich ausgerufen. Das Inventar des k. u. k. Konsulats Basel wurde im Februar 1919 veräußert, das Amt im März 1919 aufgelassen. Der „Kassenrest von 86 966 Franken 54 cts“ wurde der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft Bem überwie­sen.83 Die Präsenz von Österreich-Ungarn in Basel war vorerst nach kaum 8 Jahren schon wieder zu Ende. Jeszenszky wurde am 31. August 1919 pensioniert und ließ sich in seinem Heimatort Csejte, nunmehr Cachtice, Zupa Nitranska, in der Tsche­choslowakei nieder. 79 ÖStA, HHStA, AR, F 8, K 77, MdÄ 84 250/10 1912 vom 11. Dezember 1912. 80 Ebenda, MdÄ 13 881/10 1912 vom 13. Mai 1912. 81 Ebenda, K. Basel 2 278/A vom 21. Mai 1917. 82 E b end a, K. Basel 5 411 /A vom 11. November 1918. 83 Ebenda, ö.-u. G. Bem 3 554/A vom 7. April 1919. 39

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