Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 48. (2000)
AGSTNER, Rudolf: Österreichische Konsulate in der Schweiz
Österreichische Konsulate in der Schweiz - Teil 1 schweizerischen Eidgenossenschaft enthält unter „Aus den Verhandlungen des Bundesrates - vom 9. April 1938“ folgende Einschaltung: Laut einer Mitteilung der Deutschen Gesandtschaft ist infolge der Wiedervereinigung der Republik Österreich mit dem Deutschen Reich die Tätigkeit der früheren österr. Konsulate in der Schweiz eingestellt worden. Das den Herren Generalkonsul Emil Pfirter, Generalkonsul Ferdinand Forster-Lenz in Zürich und Konsul Robert Rey-Willer in Lausanne erteilte Exequatur ist somit erloschen.64 65 Nach dem Anschluss flog Forster mehrmals nach Wien, wo er am 24. Mai 1938 verhaftet wurde; es scheint, dass er von einem Wiener Anwalt, der Banknoten Umtauschen und bei der Schweizerischen Kreditanstalt in Zürich ein Konto eröffnen wollte, nach Wien gelockt wurde. Am 17. Juni 1938 soll Forster von Wien nach München überstellt worden sein, wo er zu 7 Monaten Haft und 10 000 Reichsmark Geldstrafe wegen „Devisenvergehen“ verurteilt wurde. Im Februar 1939 wurde er aus der Haft entlassen und in die Schweiz abgeschoben, wo er im März 1939 neuerlich verhaftet wurde, diesmal wegen angeblicher Unterschlagung von 30 000 Franken.“ Dem österreichischen Ministerrat lag am 26. September 1947 ein Antrag des Bundesministers für die Auswärtigen Angelegenheiten, Gruber, auf „Errichtung eines effektiven Generalkonsulates in Zürich und Bestellung des Konsuls 1. Klasse Dr. Walter Peinsipp zum Amtsleiter“ vor. Dieser war vom 1. Juni 1946 bis 30. Juni 1947 bei der österreichischen Handelskammer in der Schweiz „leitender Sekretär und Delegierter mit Sitz in Zürich“ gewesen. In der Begründung führte Gruber aus: Im Hinblicke auf die besondere Bedeutung, die die Schweiz unter den Nachbarn Österreichs einnimmt und die stets wachsende Rolle der Stadt Zürich soll an Stelle des bis 1938 bestandenen Honorargeneralkonsulates nunmehr ein effektives Generalkonsulat errichtet werden. Als Leiter des Amtes ist der derzeit der Gesandtschaft in Bern zugeteilte [...] Dr. P. ausersehen, der auf Grund seiner früheren Tätigkeit im Rahmen des österr.-schweizer. Wirtschaftsverkehrs mit den schweizerischen Verhältnissen bestens vertraut ist. Der Ministerrat beschloss, die Bestellung von Dr. Peinsipp dem Herrn Bundespräsidenten in Vorschlag zu bringen.66 Am 7. November 1947 beschäftigte sich der Schweizer Bundesrat mit der Errichtung des österreichischen Generalkonsulats in Zürich. Die österr. Bundesregierung hat beschlossen, in Zürich ein Generalkonsulat zu eröffnen; der Bundesrat hat dem mit der Leitung dieses Postens betrauten Herrn Konsul Walter Peinsipp das Exequatur erteilt.67 Am 12. Januar 1948 traf Dr. Peinsipp, erster Generalkonsul Österreichs in Zürich nach dem Zweiten Weltkrieg, ein. Er installierte das Generalkonsulat in der Win64 Bundesblatt der schweizerischen Eidgenossenschaft, 90. Jg. 1938, I. Band, Bem 1938, S. 585. 65 Neue Zürcher Zeitung vom 28. März 1939, No. 87. 66 Beschlußprotokoll 81. Ministerrat, Pkt. 19, vom 26. September 1947 (Pkt. 5 der TO). 67 Schweizerisches Bundesblatt, 99. Jg 1947, III. Band, Bern 1947, S. 489, aus den Verhandlungen des Bundesrates (vom 7. November 1947). 33