Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 47. (1999)

SAPPER, Christian: Kinder des Geblüts – die Bastarde Kaiser Rudolfs II.

Korporal Peter Schick von Wiserloch wird für 10 Mann mit 15 Gulden belohnt.490 Im Juni schreibt Matthias an Gramb, daß das Regiment 12 Kompanien haben soll. Ein Johann Baptist de la Fontaine wird ebenfalls Leute bringen. Gramb soll nicht an Geld und Mühe sparen, dann ich gewiß auch das Meinige nicht spaar [...] und ich ebenermaßen habe den Peitl müssen aufthun, vieles vorgestreckt [...] So wie er genaueres über den Musterplatz weiß, wird er ihm Mitteilung machen.49' Für Matthias gibt es nun anscheinend Geld genug. Am 21. Juni bittet er Ferdi­nand II. um pünktliche Bezahlung seines Quartalsgeldes für Ausstaffierung und Werbung und nur wenige Tage später quittiert er dem Schatzmeister den Empfang von 1 250 Gulden als Quartalsgeld.492 * Eine Woche später erhält er vom Hofkam­merpräsidenten Anton Abt Wolfrat für die vorgehabte Ausstaffierung 3 000 Reich­staler.491 Don Matthias nennt sich zu diesem Zeitpunkt Röm. Kais. Mjt. Kämmerer und der Königlichen May. in Hispanien Rhat und bestellter Obrister über 4 000 Mannn zu Fuß - das heißt, sein Kommando ist um 1 000 Mann vergrößert worden. Demgemäß schreibt er auch an Gramb, daß er an die 4 000 Gewehre erhandeln soll.494 Unterdessen hatten sich bei der Kriegsvorbereitung entscheidende Veränderun­gen ergeben. Im Frühjahr 1625 wird Richelieu von einem neuen Hugenottenauf­stand überrascht, Frankreich muß seine Truppen aus dem Veltlin abziehen und zu Hause einsetzen. Außerdem ist zu diesem Zeitpunkt allen Beteiligten klar, daß die Entscheidung im Norden fallen würde. Nach langen Verhandlungen schloß der Wiener Hof einen Vertrag mit Wallenstein ab, infolgedessen dieser Oberbefehlsha­ber aller kaiserlicher Truppen wird. Dafür mußte er sich verpflichten, die Armee auszurüsten, an den Ort ihrer Verwendung zu bringen und die nötigen Vorauslagen zu bestreiten. Diese für den Wiener Hof kostengünstige Art der Truppenaufstellung machte die anderen Werbungen überflüssig. Gramb, der natürlich davon gehört hatte, machte sich um seine schon getätigten Investitionen große Sorgen, wurde aber von Matthias am 19. Juli mit folgenden Worten beruhigt: Obschon all anderer Regimentswerbungen zuruckhgehen, doch die unsere ihren ent­liehen Fortgang und verhoffentlich gewünschten Effect erreichen wirdt, wie dann eini­ge zu dem ende von hiesig anwesenden Löbl. Spanischen Potschaffter vor 20 Tagen allbereith nacher Prüssl und Maylandt Curir abgeschickt worden.495 Einen Monat später schreibt er an Gramb, daß für das Regiment bereits 15 Kom­panien geworben wurden und daß er die kommende Nacht zum Kaiser nach Wr. Neustadt fahren würde, um endlich Gewißheit über den Musterplatz zu haben. Kinder des Geblüts - die Bastarde Kaiser Rudolfs II. 490 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 117 f. 491 Ebenda, fol. 119 f. 492 HHStA, Hausarchiv, FamA, Karton 84, fol. 65 f. 491 HKA, HF, r. Nr. 209/2, 1627 Aug 3 und 6. 494 HKA, Konv. Don Matthias, fol. 117 f. und 183. 495 Ebenda, fol. 119 f. 85

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