Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)
ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794
Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Die über die Zeit bis 1945 und darüber hinaus beinhalten Kapitel sprechen für sich selbst und stellen wertvolle Einzelbeiträge zu diesen Themen dar. Extreme Standpunkte enthält dann der Beitrag über die Straßenbenennungspraxis, wobei hier wiederum ein eigener Subabschnitt, unter „Austrofaschismus“, steht, der über die „habsburgisch-militärische“ Praxis berichtet und Schlachtenorte, Offizierspersönlichkeiten, Regimenter etc. als markige Namensgeber für Straßen herausstreicht. Darunter findet sich auch die „Payer-Weyprecht“-Straße, die sichtlich den „strammen und martialischen“ Nordpolforschem ein Denkmal setzte. Im Schlußabsatz sprechen die Autoren dann noch davon, daß „[...] der Text der Straßennamen ist ein Spiegel der niemals zu überwindenden Geschichte, ein män- nerbündisches Heldenepos voll von großen Herrscherpersönlichkeiten unter grober Vernachlässigung oder subtiler Ächtung des Weiblichen [...]“-sieht man von der (Kaiserin) Maria Theresien Straße und der (Kaiserin) Elisabethstraße ab. Auf mich hat dieses Buch „so“ gewirkt, auf andere wird es vielleicht gänzlich unterschiedliche Eindrücke machen. Gelesen sollte es jedenfalls werden. Peter Jung, Wien Heiber, Helmut (Hrsg ): Der ganz normale Wahnsinn unterm Hakenkreuz. Triviales und Absonderliches aus den Akten des Dritten Reiches. F.A. Herbig Verlagsbuchhandlung: München 1996. 320 S. Helmut Heiber, langjähriger Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München und Herausgeber zahlreicher Werke zur Zeitgeschichte, stellt hier ein Nebenprodukt zahlreicher Archivreisen in den Jahren 1971 bis 1983, welche eigentlich der Rekonstruktion der verlorengegangenen Akten der Partei-Kanzlei der NSDAP und ihres Vorläufers, des Stabs Stellvertreter des Führers, dienten, vor. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Skurrilem und Kuriosem, nicht um Staatsaktionen oder große Programme des Nationalsozialistischen Regimes, sondern um Nebensächlichkeiten, Streitereien, um kleine Auseinandersetzungen oder manchmal noch banalere Dinge. Nach dem 1993 erschienenen ersten Teil (Die Rückseite des Hakenkreuzes. Absonderliches aus den Akten des Dritten Reiches. Hrsg, von Beatrice und Helmut Heiber, Deutscher Taschenbuch Verlag München 1993) dieser Textsammlungen, der sich mit Hitler und seinen Unterführern befaßte, werden nun die Bereiche Partei, SS und Staat dokumentiert. Die Texte sind zum Großteil kommentarlos abgedruckt, innerhalb der einzelnen Bereiche chronologisch geordnet, kaum einmal zusammenhängend, doch sie sprechen auch so für sich und bedürfen keiner zusätzlichen Bemerkung. Die Dokumente stammen zu einem großen Teil aus dem ehemaligen Berlin Document Center und dem Bundesarchiv in Koblenz, vor allem im dritten Kapitel, welches sich mit dem Staat auseinandersetzt, auch aus dem Politischen Archiv des 538