Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

ZEDINGER, Renate: Die „Niederländischen Pensionen“: Archivalien zur Geschichte der belgischen Emigration von 1794

ehemaligen Parteikanzlei dem Autor nicht mehr in seiner Gänze zur Verfügung stand. Das dem vorliegenden Buch zugrundeliegende Prinzip der umfassenden Dokumen­tation bringt es mit sich, daß es zuweilen zu Überschneidungen und Wiederholungen kommen muß. Dieser Umstand spiegelt aber den monotonen Charakter der NS- Propaganda wider. Gegenüber einer auf bestimmte Fragestellungen konzentrierten Auswahl bietet diese Art der Darstellung einige Vorteile. Sie erlaubt eine wesentlich genauere Analyse von Hitlers Weltanschauung, ihrer langsamen Entwicklung und ihrer innere Systematik. Zudem wird eine Analyse der hauptsächlich von Hitler getragenen NS-Propaganda durch die breite Quellenbasis ermöglicht. Nicht zuletzt geben die Quellen Aufschluß über Hitlers Handeln als Führer der NSDAP und als Politiker. Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46/1998 - Rezensionen Roman-Hans Gröger, Wien Somogyi, Éva: Der gemeinsame Ministerrat der österreichisch-ungarischen Monarchie 1867-1908. Verlag Böhlau: Wien-Köln-Weimar 1996. Der 265 Seiten starke 73. Band der Veröffentlichungen der Kommission für Neue­re Geschichte Österreichs beschäftigt sich mit dem höchsten Regierungsorgan der dualistischen Monarchie, dem gemeinsamen Ministerrat. Der Sinn des Buches soll es sein, aus den eher wortkarg gehaltenen Gesetzen, welche einzig Bestimmungen über die drei gemeinsamen Ministerien enthalten, die Zusammensetzung und den Aufgabenbereich der gemeinsamen Regierang zu untersuchen. Die Analyse setzt bei der tragenden Rolle des 1867 amtierenden Außenministers Freiherr von Beust ein, da es in Österreich seit jehr üblich war, daß der Außenminister die größte politische Relevanz besaß. Von diesem Punkt ausgehend, gelangt die Autorin zur Darstellung der „Ausgeleichsverhandlungen“, die schließlich zur Errichtung der drei gemeinsa­men Ministerien führten. Sie zeigt die Schwierigkeiten bei der Kompetenzabgren­zung ebnso auf, wie die Probleme, welche sich aus den nationalen Gegensätzen der beiden „Reichshälften“ ergaben. Zudem wird der Versuch Beusts, eine eigene „Reichskanzlei“ zu schaffen, sehr eingehend beleuchtet. Als Ergebnis dieser Ver­handlungen wird die Stellung der gemeinsamen Ministerien in den ungarischen und österreichischen Gesetzen des Jahres 1867 aufgezeigt, um schließlich zu den Ernen­nungen der ersten Minister überzuleiten. Hierbei wird der Vorgang der Auswahl, der nationalen Zusammensetzung der einzelnen Ministerien sowie das genaue Prozedere der kaiserlichen Ernennung beschrieben. Diese Darstellung bietet die Überleitung zu den Schilderungen betreffend den Rollen der einzelnen Teilnehmern an der gemein­samen Ministerräten, wobei hier nicht nur die Minister, sondern auch die Minister­präsidenten der beiden Reichshälften, der Kaiser und die höchsten Militärs eigens dargetsellt werden. Damit gelangt die Arbeit direkt in die Tätgkeit des Gemeinsamen Ministerrates und analysiert die einzelnen Gegenstände. Nur kurz wird dabei die Außenpolitik abgehandelt. Weit ausführlicher und anhand von diversen Beispielen 530

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