Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 46. (1998)

LEHNER, Monika: Die Errichtung des k. u. k. Gesandtschaftspalais in Beijing (1896–1900)

Für den Speisesaal83 wurden ein Speisetisch für 24 Personen und „24 Lederstühlen mit Doppel-Adler“, dazu Buffets und Serviertische für insgesamt 2 928 Gulden Ö. W. Bkn. in Europa angekauft. Im Salon84 dominierte unter den zahlreichen Einrichtungsgegenständen (u. a. zwei Sofas, 4 große und 8 kleine Fauteuils, 12 Stühle, Visitentischchen, 2 Blumenkörbe und 1 Paravent) der Bösendorfer-Flügel85. Im „Boudoir“86 standen unter anderem „2 Sopha’s, 2 große und 4 kleine Fauteuils (Seidenstoff und Plüsch), 12 vergoldete Stühle, [...] 1 Schreibtischfauteuil von ge­schnitztem Leder“ sowie ein Damenschreibtisch und 1 Bücherschrank87. Im Spiel- und Rauchzimmer88 befanden sich „2 Ottomanen mit persischen Teppi­chen und Taschenpölster, 4 Fauteuils mit Kameeltaschen und Plüsch montirt“, 12 Rohrstühle“ und „1 hufeisenförmiger Divan (für die Nische)“, dazu „2 Spielti­sche, 2 Lesetische“ und „2 Tischchen mit Marmorplatten“. Im Arbeitszimmer des Gesandten89 standen neben einem großen Schreibtisch und einem großen Arbeitstisch auch zwei dreitürige Bibliotheksschränke, dazu die ent­sprechenden Sitzgelegenheiten (1 Schreibtisch-Fauteil, 2 „Lederfauteuils mit Dop­peladler in Leder“, 6 „Lederstühle mit Doppeladler“ und 1 Ottomane mit persischem Teppich und Taschenpölstem). Fenstervorhänge und Portieren für alle Räume wur­den ebenso aus Europa bezogen wie „24 Stores mit Doppel-Adler und Wappen“, dazu Gardinenstangen und Halter sowie 300 Stangenringe für Vorhänge und Portie­ren. Die Verpackung dieser Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände „in Oel- tuchpapier und theilweise zinnbeschlagene Kisten“ kostete 1124 Gulden, der Trans­port von Wien nach Tianjin und die Versicherung der Lieferung für die Dauer des­selben kostete exakt fl. 2 945,50. Inklusive der vorläufig geschätzten Kosten für die Einrichtung des Gästezimmers90 (Schätzung fl. 915) kosteten die in Europa beschaff­ten Einrichtungsgegenstände Ö.W. Bkn. 20 013 Gulden oder etwa Ö.W. Gold 16 667 Gulden.91. Die in Shanghai und Beijing angekauften Einrichtungs­Die Errichtung des k. u. k. Gesandtschaftspalais in Beijing (1896-1900) 83 Alle im folgenden genannten Angaben basieren auf Umrechnungen aus der Planskizze (1 Fuß = 0,3048 m), die dem Ministerium des Äußern zugeleitet worden war (HHStA, AR, Fach 6/28, 6-Peking-l/ll, fol. 32r, Rosthom an MdÄ, N° IV, Shanghai 1896 November 9). Nach dieser Skizze maß der Raum 28 Fuß x 18 Fuß = etwa 47 Quadratmeter. 84 26 Fuß x 20 Fuß = ca. 48 Quadratmeter. 85 „inclusive Verpackung und Transport von Wien bis Tientsin [Tianjin] Ö.W. Bkn. fl. 1400“ (HHStA, AR, Fach 6/28, 6-Palais Peking 1/39, fol. 165r. Czikann an MdÄ, N° LV, Peking 1899 Oktober 15). 86 22 Fuß x 20 Fuß = ca. 40 Quadratmeter. 87 HHStA, AR, Fach 6/28, 6-Palais Peking-1/39, fol. 165 (Czikann an MdÄ, N° LV, Peking 1899 Oktober 15). 88 30 Fuß x 18 Fuß = etwa 50 Quadratmeter. 89 25 Fuß x 20 Fuß = ca. 46 Quadratmeter. 90 Der Raum war offenbar in blau-weiß gehalten, das Bett war weiß und blau lackiert, die 6 Stühle waren mit weiß-blauem Stoff überzogen. Zur Einrichtung gehörten weiters Kleiderschrank und Wäscheschrank, 2 Nachtkästchen, 1 Toilettentisch mit Spiegel, ein Waschkasten, Sofa, 2 kleine Fauteuils und 1 Tisch, da­zu Portieren und Vorhänge (HHStA, AR, Fach 6/28, 6-Palais Peking-1/39, 166r). 91 HHStA, AR, Fach 6/28, 6-Palais Peking-1/39, fol. 166v und fol. 154r (Czikann an MdÄ, N° LV, Peking 1899 Oktober 15). 141

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