Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)

BENL, Rudolf: Das Heidelberger Monarchentreffen von 1815 im Spiegel eines zeitgenössischen Briefes

DAS HEIDELBERGER MONARCHENTREFFEN VON 1815 IM SPIEGEL EINES ZEITGENÖSSISCHEN BRIEFES VON RUDOLF BENL Vom 24. Mai 1815 bis zum 23. Juni 1815 befand sich das Hauptquartier der am Oberrhein gegen Frankreich eingesetzten Truppen in Heidelberg. An erste- rem Tage schlug Feldmarschall Fürst Karl von Schwarzenberg in Heidelberg sein Lager auf, an letzterem verließ er die Stadt. Der Aufenthalt des Hauptquartiers der gegen den Napoleon der Hundert Tage verbündeten Armeen in Heidelberg war innerhalb des Endabschnitts des durch den Korsen bestimmten Zeitalters nur eine Randerscheinung, in den Biographi­en der Fürstlichkeiten und Heerführer, die in den Monaten Mai und Juni 1815 für einige Wochen oder für mehrere Tage in Heidelberg weilten, wird dieses Aufenthalts gar nicht oder nur mit kurzen Worten gedacht1. Für Heidelberg, das schon 1720 aufgehört hatte, Residenz zu sein, und das 1802 von der noch immer verhältnismäßigen Höhe einer der drei Hauptstädte der Kurpfalz zu einer kur­badischen (ab 1806 groß herzoglich badischen) Provinzstadt herabgedrückt wor­den war, bedeuteten die Wochen, in denen Alexander I. von Rußland und Kaiser Franz von Österreich in der Stadt am Neckar ihr Feld- und Hoflager aufgeschla- gen hielten, so etwas wie Wiederkehr alten Glanzes. Heidelberg zählte damals 1 Zum Heidelberger Monarchentreffen und zum Hauptquartier des Jahres 1815 siehe: Bibi, Viktor: Kaiser Franz, der letzte römisch-deutsche Kaiser. Leipzig-Wien 1938 [1937], S. 240; Schim­mer, K. A.: Ferdinand I., Kaiser von Oesterreich; dessen Leben und Wirken bis zu seiner Thronent­sagung. Wien 1849, S. 5; Ségur-Cabanac, Graf V.: Kaiser Ferdinand I. als Regent und Mensch. Wien 1912, S. 5; C o r t i, Egon Caesar Conte: Ludwig I. von Bayern. Ein Ringen um Frei­heit, Schönheit und Liebe. München 1937, S. 213-215; Gollwitzer, Heinz: Ludwig I. von Bayern. Königtum im Vormärz. Eine politische Biographie. München 2. Aull. 1987, S. 179; Pfi­ster, Albert: König Friedrich von Württemberg und seine Zeit. Stuttgart 1888; Sauer, Paul: Der schwäbische Zar. Friedrich, Württembergs erster König. Stuttgart 1984, S. 410 (kurze Erwähnung von Friedrichs Besuch in Heidelberg); Grauer, Karl Johannes: Wilhelm I. König von Württem­berg. Ein Bild seines Lebens und seiner Zeit. Stuttgart 1960; Criste, Oskar: Erzherzog Carl von Österreich. Ein Lebensbild. Bd. 1-3. Wien-Leipzig 1912, Bd. 3, S. 303-306; Schlossar, Anton: Erzherzog Johann von Oesterreich und sein Einfluß auf das Culturleben der Steiermark. Original­briefe des Erzherzogs aus den Jahren 1810-1825. Wien 1878, S. 136; Theiß, Viktor: Erzherzog Johann, der steirische Prinz. Ein Lebensbild. Graz 1950, S. 46; Schwarzenberg, Karl Fürst: Feldmarschall Fürst Schwarzenberg. Der Sieg von Leipzig. Wien-München 1964, S. 375, 380; H e i 1 m a n n , J.: Feldmarschall Fürst Wrede. Leipzig 1881, S. 426-428; W r e d e , Oskar Fürst von: Feldmarschall Fürst von Wrede. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 94 (1942), S. 458-597, hier 522 f; W i n t e r, Alexander: Karl Philipp Fürst von Wrede als Berater des Königs Max Joseph und des Kronprinzen Ludwig von Bayern (1813-1825). München 1968 (Miscellanea Bavarica Monacensia 7), S. 238; D o r m a n n , Hasso: Feldmarschall Fürst Wrede. Das abenteuerli­che Leben eines bayerischen Heerführers. München 1982, S. 139. 75

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