Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 44. (1996)

KOWALSKÁ, Eva: Dokumente aus dem Nachlaß von Johann Ignaz von Felbiger

Dokumente aus dem Nachlaß von Johann Ignaz von Felbiger Funktion des obersten Fiskals von Ober- und Unterschlesien erworben hatte. Doch schon dessen Vorfahren, Heinrich Felbiger (Großvater von Ignaz Anton) und Filip Jakub Felbiger (Vater von Ignaz Anton) zeichneten sich in kaiserli­chen Diensten aus: der erste half als „Stadt-Vogt“ in Guhrau entscheidend bei der Liquidation der Pestepidemie 1656, wofür ihn der kaiserliche Rat Daniel Johann von Botzenberg Jr. am 2. Februar 1659 zum Lehnherrn ernannte27. Der andere tat sich schon als „Syndicus“ in der Heimatstadt des Johann Ignaz, in Groß-Glogau „durch seinen Fleiß, und Ambts Eyffer“ hervor. Mit eben demsel­ben „Amtseifer“ zeichneten sich aber auch die Vorfahren von Ignaz Anton müt­terlicherseits - der Urgroßvater Adam Nerlich und Großvater Paul Friedrich Nerlich - in der Funktion eines Syndikus und Konsuls aus. Nach Felbigers Tod verloren sich gewissermaßen die Spuren dieses Volks­schulreformers von europäischer Bedeutung. Er war das letzte männliche Mit­glied der Familie, zudem geriet er schon zu Lebzeiten in Ungarn allmählich in Vergessenheit28. Sein Aufenthalt in Preßburg ist aber nicht ohne Bedeutung für die Geschichte des Volksschulwesens in Ungarn und im Rahmen der gesamten Monarchie. Die Dokumente, die von diesem Aufenthalt erhalten sind und im folgenden Anhang veröffentlicht werden, sind die Grundlage für die Vervoll­ständigung des Lebenslaufs und der Erkenntnisse über das Wirken von Johann Ignaz von Felbiger. Sein Wappen reproduziert inJ. Siebmacher’s großes und allgemeines Wap­pen b u c h . Der abgestorbene Adel der Preussischen Provinz Schlesien. 2. Theil. Nürnberg 1890. 31; Tafel 21. Heinrich Felbiger wurde bis dahin unrichtig als Großvater J. I. Felbigers angeführt, obwohl aus dem genannten folgt, daß er sein Urgroßvater war. Vgl. dazu zuletzt Melton, Absolu­tism, S. 91. 28 Obwohl sogar die genaue Zeit von Felbigers Tod bekannt ist, am 17. Mai 1788 gegen 13.00 Uhr, enthält die Matrikel der Pfarre des St. Martins-Doms weder Angaben zu seinem Tod noch zu seiner Beerdigung. Nach zugänglichen Informationen wurden keine weiteren Matrikel geführt. 151

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