Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 42. (1992)

BURKERT, Günther R.: Die Reise österreichischer Gesandter an den Hof Karls V. im Jahre 1519. Die bisherige Forschung und der Bericht Trojan von Auerspergs

Günther R. Burkert klichn handln, als vil an uns wer, und wir verstuenden das für Kayserli­che Maiestet und fur land und leut were. Dartzue sagten die ret: „Schreibt als euch guet bedungkt, wir welln eurer anthburt an Kayserli- cher Maiestet bringen.“ Amhh) XXVII. tag assen die von Steier und ich Troyan von Aursperg mit dem cantzier, der furt uns nach tisch in sein earner, fraget uns, wes wir uns entschlossen hettn die schreibn. Habn in angezaigt, das wir noch nit beyeinander gewesen sein und danebn ime ertzeltn, wie die land gefreit wern. Do sprach er: hört ess gern und schwur, dy Kunigliche Maiestet war des nie bericht worden; hette man solichs gewist, ess war kein solicher bevelh ausgangn. Das solln wir entlieh gelaubn, dan Irer Maiestet gemuet wer nit, Irer voreitern brieff zu brechen, sonder zu bekrefftigen. Under") andern reden brachtn wir in dartzue, das er uns sagte, wie wir in Kuniglicher Maiestet getragn wern, am erstn, das man die ambtleut übersetzt het, darnach die regierer oder magistrat, dan das man in das kamerguet griffen het, das auch die potschafften in Kayserliche Maie­stet cosstn zugén, das man peinlich gericht hielt und voltzug. Er») bekhennet auch zum taill, das man gehandlt het, das uns dy Kuni­gliche Maiestet nit soll gehört habn, und sprach:„Glaubt warlich, hette der kunig des mans vermaint den Sübenburger gemut gewist, er hette in nit für sich gelassen;“ und ander vili reden habn sich begehn. Wir entschuldigtn uns auf das allcrpesst, und er pegeret copey der freyheit zu sehen, die ime von den von Steier gegebn ward. Nach dem huebn wir auch an copey zu machen, wie man dem landt schreibn soll. Das hette er nit verstanden. Darnachkk) am X tag Decembris ist uns ain geschrifft zuegestellt gar spat am tag und auff morgen frue mit der anthburt zu erscheinen be- schiden. Do künden wir uns lang nit vergleichn in der anthburt, doch vor dem stettlin hielt her Sigmund ain maynung vor, die gefiell uns. Also gab[en] wir dem cantzier auf sein ansynnen die anthburt, wir hettn all unser bevelh furgelegt, darüber wir vor, auch yetz gleichlauttund an­thburt emphangen darin wir ain artigkl finden, der uns gantz beschwer­lich ist, dan eß wurd in der landsordnung zu Prugk aufgericht klarlich angetzaigt, das sy in solicher Ordnung hintz auf derer fürsten zukunfft beleibn wolten, desselbn auch nit allein die funff land, sonder auch die * ii) hh) Hand 3: privatdiscurs mit dem khöniglichen canczler. ii) Hand 3: canczler lasst sich weitter auß. jj) Hand 3: ingleichen. kk) Hand 3: gesandte werden mit der antwortt zu erscheinen beschiden antwort; beschweerlicher articl und deren ob sich tragende difficulteten werden durch den canczler erörtert. 60

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