Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 42. (1992)
BURKERT, Günther R.: Die Reise österreichischer Gesandter an den Hof Karls V. im Jahre 1519. Die bisherige Forschung und der Bericht Trojan von Auerspergs
Edition Vorbemerkung zur Edition1): Die Transkription des Dokuments erfolgt paläographisch, wobei i, j, u, v und w lautgetreu wiedergegeben werden. Die Berechtigung beispielsweise w als u wiederzugeben ist dadurch umso größer, als bereits im Original „treulich“ (fol. gv), „treulichen“ (fol. hr) oder „leut“ (fol. fv, gv) aufscheinen. Gelegentliche Ringe (C-Buchstaben) oder u und o werden mit ü und ö wiedergegeben, da Umlautschreibung bereits hin und wieder vorkommt (z. B.: „fürstellen“, fol. bv; „fürtter“, fol. bv; „höher“, fol. bv). Scharfes ß und ss werden entsprechend der Form in der Quelle gebraucht, in Großbuchstaben beim Satzanfang, für Eigennamen und Titel verwendet. Eine Schwierigkeit ergibt sich bei der er(r)-Kürzung: am Wortende findet sich oft ein nach links hochgezogener Schwung, der als Kürzung gedacht werden kann, allerdings oft nur dekorativen Charakter besitzt. Deshalb erfolgt die Auflösung der Kürzung nur dort, wo das Wort ansonsten unvollständig wäre, beispielsweise durchgehend bei „her“. Gerade hier findet sich in der Quelle bereits wiederholt die ausgeschriebene Form. Dieses nicht voll ausgezogene Zeichen wird allerdings vernachlässigt, wenn es am Ende von Wörtern vorkommt, die nur ein Schluß-r kennen: „aber“, „unser“. Die Zusammen- und Getrenntschreibung orientiert sich an modernem Gebrauch: „weggetzogen“ statt „weg getzogen“ (fol. ev), „hielt uns erlich und cosstfrey“ statt „cosst frey“ (fol. dr). Bei Nennformgruppen erfolgt eine Trennung: „zum drittn dem land zu schreibn“ statt „zuschreibn“ (fol. fv). Ama) sambstag vor Trinitatis, das ist der 19 tag Juny, sein wir gen Villach ankumen und daselbst der von Österreich gesanttn gefunden, aber der von Kerndtn gesanten kamen am sambstag und die von Steyr am montag; und sopald die von Steir kamen, habn wir sy in irer herberg besuecht. Under*1) andern handlungen kam in brieff von landeshaubt- mann und sein zuegeordenten im Land ob der Ens, der vier landtgesan- ten, lauttundt und pittund auff drey tag zu vertziehen, das ire gesanten ankumen mochtn. Do eß sich aber vertzach, das sy nit kamen, hiendln wir ettlich Sachen hintz auff derselbn zukunfft. Am erstn giengn wir in der von Österreich und Kerndtn herberg und sich nyemandt des umb zu fragn annemen wolt, nam sich herr Sig1) Für die über das Ausmaß einer „normalen“ Redaktionstätigkeit weit hinausgehende Hilfestellung nicht nur bei der Festlegung der Editionsgrundsätze hat der Autor Frau Dr. Christiane Thomas zutiefst zu danken; im übrigen vgl. die Vorbemerkung zum Anhang bei Christiane Thomas, Karl V. als Landesherr des Fürstentums ob der Enns. Die kaiserliche Instruktion für den obderennsischen Landtag im März 1521, in: Mitteilungen des oberösterreichischen Landesarchivs 15(1986) 45; vgl. zum zeitlichen Umfeld dieser Gesandtschaft. Günther R. Burkert, Landesfürst und Stände. KarlV., FerdinandI. und die österreichischen Erbländer im Ringen um Gesamtstaal und Landesinteressen. (=Forschungen und Darstellungen zur Geschichte des Steiermärkischen Landtages 1), Graz 1987; a) Hand 2: 19 Juny 1520: aufbruch der herren gesandtn von Villach. b) Hand 3: relation. 45